Ungleiche Vorzeichen bei den Zürcher NLA-Teams
Der FC Zürich Frauen startet heute in Kriens als das dominierende Team der letzten Saison in die neue Spielzeit. Mit einem Torverhältnis von 92:13 gewannen die Zürcherinnen die Meisterschaft ungeschlagen, den Cupsieg holten sie sich in einem dramatischen Finale gegen den SC Kriens in Aarau (unser Bericht vom 5.5.2012). Dabei spielten nicht nur die beiden Stars aus Deutschland, Inka Grings und Sonja Fuss, eine zentrale Rolle, sondern auch Trainer Dorjee Tsawa und das ganze Team. Vor dem Meisterschaftsstart konnte sich das Frauenfussball-Magazin mit Tsawa unterhalten:
Frauenfussball-Magazin: Was sind Eure definierten Saisonziele, national und international?
Dorjee Tsawa: Wir wollen national ganz klar wieder unsere Titel verteidigen und international wollen wir sicher die Qualifikationsrunde überstehen und dann sehen wir weiter. Es ist dann auch abhängig was für einen Gegner wir ausgelost bekommen.
FFBM: Ihr habt ein sehr grosses Kader. Werden einige der Spielerinnen auch noch bei der U21 zum Einsatz kommen?
DT: Damit sich jede Spielerin weiterentwickeln kann, braucht es Konkurrenzsituationen. Es kann sich hier niemand ausruhen. Wichtig ist aber, dass jede Spielerin genügend Spielpraxis bekommt. Wir planen hierfür immer wieder Testspiele und es ist auch möglich dass die Eine oder Andere in der U21/18 zum Einsatz kommt.
FFBM: Wie ist aus Eurer Sicht die Vorbereitung gelaufen?
DT: Unsere Vorbereitungsphase verlief trotz vielen Absenzen (A-Nati Qualifikationsspiele, U20 WM-Vorbereitung und U17 EM-Endrunde) sehr positiv. Wir haben hart und viel trainiert, die Spielerinnen haben alle toll mitgezogen. Die neu hinzu gekommenen Spielerinnen haben sich bereits sehr gut in die Mannschaft integriert.
Riana Fischer verletzt und auch an der U20-WM in Japan nicht dabei
Jetzt wird es endlich Zeit, dass die Meisterschaft wieder losgeht! Die Vorfreude auf den Meisterschaftsstart wird leider getrübt von der schweren Verletzung, die sich Riana Fischer im Spiel gegen die Bayern, zugezogen hat. Sie hat das rechte vordere Kreuzband gerissen und fällt für längere Zeit aus. Sie wird damit auch die U20 WM verpassen. Es ist wirklich sehr schade, weil sie in letzter Zeit wirklich grosse Fortschritte gemacht hat.
FFBM: Höhepunkt war ja sicher das Spiel in München am letzten Wochenende. Welche Erkenntnisse konntet Ihr mit nehmen?
DT: Wir haben resultatmässig sicher ein gutes Ergebniss erreicht. Aber man hat schon gesehen, dass der Gegner physisch wie auch in Sachen Spielrhythmus/Tempowechsel, uns sicher einen Schritt voraus ist. Deshalb sind solche internationalen Spiele wichtig für uns, damit wir sehen, woran wir noch arbeiten müssen.
FFBM: Wie sieht es mit Fabienne Humm und Nicole Remund aus? Werden Sie zur Meisterschaft wieder einsatzfähig sein?
DT: Nicole Remund ist im Moment weiter im Aufbautraining. Wir lassen Ihr dafür genügend Zeit und möchten uns daher zeitlich nicht festlegen, wann sie wieder spielen wird. Sicherlich wird sie ab nächste Woche wieder einen Teil des Trainings mit der Mannschaft mitmachen. Fabi Humm ist im Training unglücklich mit dem Fuss umgeknickt. Wir werden sehen, wann sie wieder einsatzfähig sein wird. Jedenfalls fällt sie für den Meisterschaftsstart aus.
FFBM: Was erwartet Ihr vom Spiel gegen Kriens?
DT: Kriens war letzte Saison unser ärgster Konkurrent und wird es auch in dieser Saison sein. Ausser Hegglin sind alle Leistungsträgerinnen noch im Team dabei, zusätzlich haben sie sich punktuell verstärkt. Deshalb kann man davon aussgehen, dass sie eine eingespielte, gut organisierte und kampfstarke Mannschaft stellen werden. Es wird sicherlich wieder ein sehr umkämpftes Spiel werden.
FFBM: Wer ist Euer Favorit?
DT: Wir sind letztes Jahr ganz gut mit der Favoritenrolle zurechtgekommen und werden diese Challenge auch diese Saison wieder annehmen. Der SC Kriens, der FC Basel wie auch der FC Yverdon Féminin werden aber sicher auch ein Wörtchen mitreden wollen.
Grasshoppers mit turbulenter Vorbereitung und schwieriger Ausgangslage
Die Stadtrivalinnen des FC Zürich Frauen, die Grasshoppers, mussten sich während der Vorbereitung insbesondere mit Transferproblemen herumschlagen. Der FCZ konnte nahmhafte Zuzüge vermelden (unser Bericht vom 16.7.2012), GC hätte dies auch gerne getan. Gleich mehrfach sah es gut aus für die Hoppers, am Ende siegten jedoch andere. Zunächst wurde der Transfer von U20-Nationaltorhüterin Pascale Küffer vom FC Schlieren vermeldet. Im Gegenzug wechselte Christine Schärer ins Limmattal. Doch noch vor der Vertragsunterzeichnung bot sich für die junge Aargauerin die Chance eines Wechsels in die Bundesliga zum VFL Sindelfingen (unser Bericht vom 9.7.2012). Danach machte sich GC-Trainer Zeljko Belanic Hoffnungen auf eine Rückkehr von Marina Keller. Die Nationalspielerin war nach ihrer langjährigen Tätigkeit bei GC zwei Saisons in Spanien aktiv und absolvierte bei ihrem ehemaligen Verein Probetrainings, entschied sich dann aber für den Meister FC Zürich Frauen. Neben der erstmaligen Teilnahme in der Champions League-Qualifikation waren es primär sportliche Aspekte, die für sie im Vordergrund standen: “Der FCZ ist momentan einfach besser als GC. Ich habe bisher noch nie in der Champions League gespielt und bin ja auch noch nie Schweizer Meister geworden. Das ist schon ein Riesenansporn, das alles jetzt mit dem FCZ zu erreichen”, wie sie gegenüber football.ch erklärte.
Zumindest auf der Position der Stürmerin konnten die Grasshoppers einen Zuzug vermelden. Nadine Baker, ausgebildet vom heutigen Schlieren-Trainer Dominik Stutz beim FC Zürich Frauen, welche zuletzt an Schlieren ausgeliehen war, unterschrieb in Niederhasli. Und auch auf der Position der Torhüterin konnte eine Lösung gefunden werden. Mit Jasmin Schnyder, konnte eine erfahrene Torfrau verpflichtet werden. Die 31-Jährige war in den USA und als Profi in Norwegen aktiv, zuvor jedoch bereits für den GC-Vorgängerverein, den FC Schwerzenbach tätig. Aufgrund ihrer Ausbildung zur technischen Kauffrau kann sie allerdings nur reduziert trainieren. So stützt sich Belanic also auch in dieser Saison auf die jungen Spielerinnen um Carmen Pulver, welche schon frühzeitig aus der eigenen U18 ins Kader der ersten Mannschaft integriert wurden. Die Grasshoppers treffen heute im ersten Spiel der Meisterschaft auswärts auf die BSC Young Boys.
Die restlichen Teams der Nationalliga A werden vom Frauenfussball-Magazin nach dem Meisterschaftsstart an diesem Wochenende genauer unter die Lupe genommen.









