Offene Tore zum Saisonstart
Die neue Meisterschaft der NLA beginnt mit Spektakel: In den fünf Partien von gestern Samstag fielen 24 Tore nach zum Teil dramatischen Spielverläufen.
Im Stadion Kleinfeld kam es zwischen Kriens und Zürich gleich zum designierten Spitzenkampf, wobei der FCZ seinen Dominanzanspruch mehr als deutlich machte und mit 1:5 gewann. Geschossen wurde die fünf Tore für den Meister von Manuela Zürcher und vor allem Inka Grings. Sie traf viermal, einmal sogar aus 30 Metern Distanz. Für das Krienser Tor sorgte Lara Keller mit einem sehenswerten Freistoss von der Strafraumgrenze. Obwohl Zürich über die ganze Partie ein hohes Tempo anschlug und es sich sogar leisten konnte, die Nationalspielerin und Spanien-Rückkehrerin Marina Keller erst eine Viertelstunde vor Schluss einzuwechseln, wäre es für Kriens nicht ausgeschlossen gewesen, den Meister in Bedrängnis zu bringen. Beim Stand von 2:1 nämlich brachte Marie-Andrea Egli einen Elfmeter nicht im Gehäuse von Stenia Michel unter und vergab so den möglichen Ausgleich.
Einen guten Eindruck hinterliess auch der FC Basel. Er schlug den Aufsteiger Thun mit 3:1. “Wir brauchten 20 Minuten um in der Nationalliga A anzukommen”, sagte der Trainer der Bernerinnen Jean Luc Teyssier. Genug Zeit für den FCB um 2:0 in Führung zu gehen. Eseosa Aigbogun hatte zweimal getroffen, einmal aus dem Spiel heraus, einmal per Kopf nach einem Corner. Danach hatte sich Thun besser an den Rhythmus in der obersten Spielklasse gewöhnt und kam kurz nach der Pause durch Andrea Michel sogar zum Anschlusstreffer. In der 53. Minute machte Kerstin Boschert mit einem Kopfball im Anschluss an einen Freistoss alles klar. Boschert spielte 90 Minuten durch und führte ihr neues Team souverän von der Innenverteidigung aus. “In dieser Form dürfte Basel zum ersten Herausforderer von Zürich werden”, meinte Teyssier, der sich mit der Leistung seines Teams trotz der Niederlage zufrieden zeigte.
Weit weniger klar waren die Verhältnisse in Staad und Bern. Bis zehn Minuten vor Schluss lag der FC Staad gegen Yverdon mit 2:1 in Führung. Claudia Stilz und Lena Bruderer mittels Elfmeter hatten die anfängliche Führung Yverdons durch Maeva Sarrasin kurz vor und nach der Pause in einen Vorsprung verwandelt. Doch dann gelangen den beiden Nachwuchshoffnung Mirjana Pajovic per Kopf und der Audrey Wuichet noch einmal eine Wende, so dass die Staaderinnen den Platz als Verliererinnen verlassen mussten. Bei Yverdon hingegen scheint der eingeleitete Generationenwechsel bereits Früchte zu tragen.
Dasselbe hofft man bei YB. Die elf Spielerinnen, die gegen GC den Platz betraten, hatten ein Durchschnittsalter von nicht einmal 19 Jahren. Nach einem aufwühlenden Spiel trennten sich die beiden Teams mit 3:3. Florijana Ismaili hatte die Hauptstädterinnen in der 20. Minute in Führung gebracht, Mirnije Selimi nach einer halben Stunde den Ausgleich geschossen. Bei YB spielte Lia Wälti neben Carina Gerber in der Innenverteidigung. Gut für die Nationalmannschaften, schwierig für den Verein, dem Wältis Impulse im Mittelfeld fehlen. Trotzdem ging YB nach der Pause durch Michelle Probst und wieder Ismaili, die eine gute Partie zeigte, mit 3:1 in Führung – auch dank der Mithilfe von Johanna Krause im Tor von GC. Aber die Zürcherinnen steckten nicht auf und zeigten Charakter. Sie kamen durch Anja Thürig und Selimi zum Ausgleich und profitierten dabei ihrerseits von schweren Fehlern der Bernerinnen. Diese wussten nach Spielschluss ebenso wenig wie die Zürcherinnen, ob sie mit dem Resultat zufrieden sein sollten, stand GC dem Sieg am Ende doch nahe, zumal zwei Treffer von GC, darunter das vermeintliche Siegestor, wegen Abseits nicht gewertet wurden.
Im fünften Spiel des Tages gewann der FC St. Gallen beim SC Schwyz mit 0:3. Bettina Baer und Cinzia Jörg schossen ihr Team bereits nach einer guten Viertelstunde mit zwei Toren in Front. Nach der Pause sorgte Baer mit einem Elfmeter für den Endstand. Baer, im Sommer vom FCZ gekommen, gab damit einen ebenso gelungenen Einstand für St. Gallen, wie Philipp Riedener, der das Team auf die neue Spielzeit hin als Trainer übernommen hat.











