Mädchenfussballcamp von Ka Lehmann: Jedes Jahr ein Highlight
Ex-Profi Kathrin Lehmann, welche auch als Kolumnistin des Frauenfussball-Magazins tätig ist, konnte in diesem Jahr ein Jubiläum feiern. Bereits zum fünften Mal wurde das Mädchenfussballcamp in Herrliberg am Zürichsee durchgeführt werden. Die “Dorfveranstaltung”, wie sie “Ka” nennt, moblisierte auch in diesem Jahr wieder 35 fussballbegeisterte Mädchen, während vier Tagen von den Erfahrungen der charismatischen Trainerin und ehemaligen Profi-Torhüterin zu profitieren.
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Lena im Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
Maedchenfussballcamp Ka Lehmann vom 16.08.2012 in Herrliberg (Bild: Chris Blattmann)
“Wir geben nicht auf”
Für den Frauenfussball hat sich Lena bisher aber noch nicht interessiert. “Ich schauer lieber den Herren zu. Aber wenn ich im nächsten Jahr nochmals am Camp teilnehmen könnte, dann würde ich dies schon gerne.” Auf die Frage, welche Erfahrung sie denn aus dem Fussball mit in die Leichtathletik mitnehmen würde, gibt es für sie nichts. Denn etwas habe dies schon gemeinsam: “Wir geben auch nicht auf”.
Organisatorin Kathrin Lehmann sieht dies naturgemäss etwas differenzierter: “Im Vergleich zu den früheren Camps stelle ich in erster Linie fest, dass die Mädchen weniger ehrgeizig sind. Mädchenfussball wurde zum Trend, zu einem Massenphänomen. Die Mädchen möchten einfach zusammen etwas unternehmen und Spass haben. Früher stand die Leistung, etwas zu erreichen im Vordergrund.” Lehmann muss es wissen, denn neben den Camps in der Schweiz führte sie seit Jahren auch solche in Deutschland und Schweden durch. “Gerade in Deutschland merkt man, dass die Mädchen mehr Siegeswillen haben. Beispielsweise wissen während den Spielen alle den aktuellen Spielstand. In der Schweiz sind dies vielleicht zwei oder drei. Auch die Identifikation mit dem Fussball ist in unserem Nachbarland grösser”, so die in München wohnhafte Schweizerin. “Bereits am ersten Tag kommen die Mädchen in Fussballtrikots gekleidet, egal ob diese aus dem Frauen- oder dem Männerfussball stammen. In der Schweiz erscheinen sie meist im Turntenue, was auch seinen Charme hat”, schmunzelt Lehmann. Auffallend sei auch, dass die Entwicklung in Bezug auf die Koordination und Beweglichkeit rückläufig sei. Dies war zu Beginn, als beispielsweise U20-Nationalspielerin Carmen Pulver, welche zur Zeit mit der Nationalmannschaft an der WM in Japan weilt, das Mädchenfussballcamp als weiteres Sprungbrett nutzen konnte, noch anders. “Ich möchte den Mädchen ein Plattform bieten, um mit anderen begeisterten Mädchen Fussball zu spielen. Den Ehrgeiz müssen die Mädchen selbst bringen”.
Weltmeisterin als Gast in Herrliberg
Lehmann will den vielen Mädchen, welche jährlich ihr Camp durchlaufen, nicht nur etwas im Fussball beibringen, sondern ihnen auch etwas bieten. So gibt es in jedem Jahr eine Überraschung. Einmal wurde ein Spiel des Nationalteams besucht, einmal war der FC Zürich Frauen in Herrliberg, oder als Co-Trainerinnen amteten aktuelle Nationalspielerinnen wie Marina Keller oder Vanessa Bernauer. In diesem Jahr faszinierte eine Weltmeisterin die grosse Kinderschar. Mit Tina Aeberli, 6-fache Weltmeisterin im Footbag, gab es nicht nur etwas zu sehen, sondern auch die Möglichkeit, sich selbst einmal am kleinen Ball zu versuchen. Mit viel Geduld versuchte die Ikone dieses Sports den Mädchen einige Tricks beizubringen, ehe sie selbst ihre Kür der Anfang August gewonnenen WM präsentierte:
Video: Tina Aeberli
Im Anschluss an die Kür stellte sich Aeberli geduldig den vielen Fragen der Kinder. Hier ein Auszug daraus:
Wie geht es eigentlich, dass man Weltmeisterin wird?
Das ist eine gute Frage. An einer Weltmeisterschaft gibt es viele Disziplinen. Das Hauptelement ist aber die Kür. Diese geht zwei Minuten lang und dann vergibt eine Jury Noten von 1 bis 6. Diejenige mit der besten Note gewinnt. Ich mache meine Choreograph meistens selbst, doch habe ich Hilfe, die passende Musik zu finden. Wichtig sind viele Tempowechsel und Pausen.
Hast Du schlimme Konkurrenten?
(lacht) Das Gute ist, dass jeder seine Dinge machen kann. Was die anderen machen, ist nicht wichtig. Wenn ich meine Sache gut mache, dann gewinne ich. Es ist nicht wie beim Fussball, wo ich auch gefoult werden kann. Es gibt aber schon gute Footbag-Spielerinnen. Die Konkurrenz ist gross. Aber es ist eine sehr faire Sportart mit bis zu 300 Teilnehmerinnen an einer WM.
Wie lange trainierst Du pro Tag?
Es ist unterschiedlich. Aber mein Ziel ist schon, zwei Stunden täglich zu trainieren, was sehr anstrengend ist, da man ja viel hüpfen muss.
Wie läuft eine solche Weltmeisterschaft ab?
Die Vorausscheidungen sind meistens auf einem Platz oder in einer Halle. Das Finale findet dann in Verbindung mit einem Konzert oder einem sonstigen Event statt, damit auch mehr Zuschauer angelockt werden können.
Woher kommen die Konkurrentinnen?
Die Zweitplatzierte kam aus Polen selbst. Sie ist immer sehr gut. Sie wird meistens Zweite, hinter mir (lacht). Andere kommen aus Dänemark, einige aus den USA, dem Ursprungsland. Doch die Europäer haben die Amerikaner zwischenzeitlich überholt.
Der Schweizer Footbag-Verband ist dem Schweizerischen Fussballverband angeschlossen.
Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.tinaaeberli.ch/
Weiterführende Links: http://maedchenfussballcamp.com/
Frühere Beiträge: Ka ist mein Vorbild, Die fünfte Austragung des Mädchenfussballcamps steht vor der Tür
Das Frauenfussball-Magazin ist seit 2010 Medienpartner des Mädchenfussballcamps von Kathrin Lehmann









