Kriens-Basel: Spiel der Abschiede
Es lag Abschiedsstimmung in der Luft auf dem Krienser Kleinfeld. Beim letzten Saisonspiel wurden auf Krienser und Basler Seite je fünf Spielerinnen verabschiedet. Das Heimteam bedankte sich bei Vera Lötscher, Beatrice Burger, Ana Lorenzo, Nicole Heer und Nadja Hegglin für die langjährigen und erfolgreichen Dienste. Beim FC Basel wird Torhüterin Sara Penzo nach Italien zurückkehren, Rebekka Nüscheler und Prisca Schaufelbühl ihre Karriere beenden, Kristina Sundov wird es wohl in die Bundesliga ziehen und Martina Zeoli wird ihr kurzes Gastspiel in Basel wieder beenden. Der gewichtigste Abgang auf Seiten der Gäste ist jedoch die Trainerin Susanne Gubler. Nach zwei Jahren gibt sie ihr Amt an Beat Naldi weiter und wird beim FCB Technische Leiterin Frauenfussball. „Zum Schluss wünsche ich mir ein attraktives und spannendes Spiel“, sagte sie vor dem Spiel.
Lara Keller sorgte zu Beginn für Wirbel in der Basler Abwehr. (Bild: Seraina Degen)
Lara Keller sorgte zu Beginn für Wirbel in der Basler Abwehr. (Bild: Seraina Degen)
Kriens-Basel_Stapelfeldt,Bangerter,Oehrli
Oehrli rettet mirakulös...(Bild: Seraina Degen)
Kriens-Basel_Schaufelbühl
Priska Schaufelbühl (rotes Dress) beendet ihre Aktivkarriere. (Bild: S. Degen)
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Zu Beginn des Spiels: die beiden ehemaligen Teamkolleginnen und Goalies Nadine Böni und Jenni Oehrli wünschen sich gegenseitig viel Glück. (Bild: S. Degen)
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Zwei grosse des Schweizer Frauenfussballs bei ihrem letzten Spiel: Rebekka Nüscheler (l.) und Nadja Hegglin. (Bild: S. Degen)
Zum Abschied gab es für die Kriens Spielerinnen, welche den Verein verlassen, Blumen. (Bild: S. Degen)
Zum Abschied gab es für die Kriens Spielerinnen, welche den Verein verlassen, Blumen. (Bild: S. Degen)
Kriens-Basel_Abschied
Schaufelbühl, Penzo, Nüscheler, Zeoli und Sundov (v.l.) werden den FCB verlassen. (Bild: S. Degen)
Das bekam Susanne Gubler in der ersten Halbzeit auch zu sehen. Beide Teams boten offensiven Fussball mit sehenswerten Chancen. Zu Beginn der Partie schien es fast so, als ob Nadja Hegglin ihre Abschiedstränen baldmöglichst in Tränen der Freude umwandeln wollte. Es war eine knappe Minute gespielt auf dem Krienser Kleinfeld, als die Torschützenkönigin der Liga auf der linken Seite der Basler Abwehr enteilte. Ihr Pass in die Mitte fand Sturmpartnerin Lara Keller. Ihr Schuss wurde zwar von Maya Hügin geblockt, doch Rahel Graf verwertete den Abpraller eiskalt. Wie schon im letzten Aufeinandertreffen überrumpelte Kriens die Baslerinnen in der Startphase. Doch statt Trübsal zu blasen, spielte auch Basel mutig nach vorne. Zehn Minuten später fiel Sundov im Krienser Strafraum – Penalty. Den Krienser Fans gefiel das gar nicht, was sie auch lautstark kund taten. Noch lauter wurden ihre Kommentare und Zurufe aber, als Samira Susuri den Ball neben den Pfosten setzte. Torhüterin Nadine Böni (welche vom FCB an Kriens ausgeliehen ist) hatte die Ecke geahnt. Basel agierte wie schon gegen YB eine Woche zuvor unglücklich. Die Gäste besassen zwar die besseren Chancen, doch keine konnte genutzt werden. Aigbogun verpasste zwei Mal, Stein setzte einen Freistoss an die Latte und überdies wurden zwei Basler Tore wegen Offside aberkannt. Auf der anderen Seite besass auch das Heimteam Möglichkeiten, seine frühe Führung noch vor der Pause auszubauen. Die Grösste hatte nach einer halben Stunde Nina Stapelfeldt – doch Jennifer Oehrli rettete mit dem Fuss mirakulös. Kriens und Basel boten den Zuschauern zum Schluss eine spannende Partie, noch nichts war zu spüren von Ferienstimmung.
Mit Sandra Kälin kam in der zweiten Halbzeit neuer Schwung in die Basler Reihen. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff bediente ebendiese Kälin mit einem Freistoss Maya Hügin, welche per Kopf wunderschön zum Ausgleich traf. Das Spiel hatte in der zweiten Halbzeit nicht mehr dieselbe Qualität wie noch in den ersten 45 Minuten. Die Ungenauigkeiten häuften sich und wirklich gute Chancen waren beidseits Mangelware. Nadja Hegglin stand in der 68. Minute alleine vor Oehrli, doch der FCB-Goalie blieb in diesem Duell Siegerin und verwehrte der Stürmerin ihr persönliches Abschiedsgeschenk. Auf der anderen Seite blieb auch die Kriens-Torhüterin Nadine Böni Siegerin – diesmal im Duell mit der nimmermüden Kristina Sundov. Basels Nummer 17 sah ihren Weitschuss von der U20-Nationalspielerin im letzten Moment spektakulär abgewehrt. Doch das Heimteam durfte doch noch jubeln: es war in der 76. Minute wiederum Rahel Graf, welche nach einem Konter zum 2:1-Sieg für Kriens traf.
In der 88. Minute erhob sich dann die gesamte Krienser Ersatzbank. Die Zuschauer applaudierten lautstark, vereinzelt erhoben sie sich von ihren Sitzen. Kriens-Coach René Müller zeigte mit einer kurzen Handbewegung Nadja Hegglin an, dass sie ausgewechselt wird. Eine erfolgreiche Karriere nahm ihr würdiges und stilles Ende. Denn so unauffällig und ruhig Nadja Hegglin neben dem Platz war, so beendete sie ihre fussballerische Laufbahn – ohne grosses Brimborium. „Im Moment stimmt es so für mich“, sagte eine sichtlich bewegte Nadja Hegglin nach dem Schlusspfiff. „Es ist schön, mit einem Sieg die Karriere zu beenden“, meinte sie. Dass sie gerne auch noch ein Tor erzielt hätte, war ihr anzusehen. Hegglins Entscheid, nach 14 Jahren mit dem Leistungssport aufzuhören, reifte bereits seit letztem Sommer. „Ich muss nun meinem Körper eine verdiente Pause gönnen. Während der neu gewonnenen Freizeit werde ich mich wahrscheinlich vor allem ablenken müssen“. Man merkt, der Abschied tut Hegglin weh und wird wohl auch in der kommenden Saison den SC Kriens schmerzen.








