Simone Zahno: Den Cuptitel im Visier
(tl) Simone Zahno spielt, liebt und lebt Fussball. Zwar hat sie ihren früheren Traum, einmal in den USA zu kicken, mittlerweile zugunsten ihres Studiums an der Pädagogischen Hochschule in Bern aufgegeben. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass dieser Sport für sie immer noch extrem wichtig ist. „Ich habe Spass am Fussball“, sagt sie und ergänzt: „Es ist mehr als nur ein Hobby. Fussball bedeutet mir sehr viel.“ Dieser Ehrgeiz hat sie von der U17- über die U19-Nationalmannschaft – bei der sie 2006 die Captainbinde trug – bis ins A-Nationalteam gebracht. Aus Zeitgründen allerdings blieb es bei einem einzigen Einsatz für das A-Team der Schweiz. „Es war ein tolles Gefühl, Teil dieser Mannschaft zu sein“, so Zahno.
Als amtierende Schweizer Meisterin ist Simones höchstes noch zu erreichendes Ziel, einmal den Cupsieg feiern zu können. Denn trotz drei Finalteilnahmen hat es bis anhin noch nicht geklappt für die 23-Jährige, die Schale in die Höhe stemmen zu dürfen. Natürlich könne sie solche bitteren Niederlagen nicht vergessen. Und in ähnlichen Cupsituationen denke sie unweigerlich kurz daran, schon dreimal ein so wichtiges Spiel verloren zu haben. Dies war ihre Antwort auf die Frage, ob diese Niederlagen in den Cupfinals sie mental verfolgen. Ihr endgültiges Fazit darüber ist aber: „Nicht übermässig“. Die Bernerin streicht dann, wenn es drauf ankommt, solche Misserfolge aus dem Gedächtnis.
Womöglich ist das eine Stärke, die sie ihrem grossen Vorbild Roger Federer abgeschaut hat. „Er ist ein perfektes Idol für alle Sportler. Federer symbolisiert einen Topathleten, der nicht nur extrem gut Tennis spielt, sondern auch mentale Stärke hat“, so Simone Zahno über den Basler Tennisprofi.
Alles begann im Garten
Ihre Liebe zum Fussball hat sie als Kind entdeckt, „in welchem Alter weiss ich nicht mehr so genau“, lacht die Mittelfeldspielerin. Ihr Vater sei Schiedsrichter gewesen und habe sie immer dazu animiert, im Garten mit ihm zu dribbeln, zu verteidigen und Tore zu schiessen. Simones spielerische Laufbahn begann beim FC Utzenstorf. Dann wechselte sie über den FC Kirchberg und den SC Worb zum FFC Zuchwil, mit welchem sie ihren ersten Schweizermeister Titel feiern konnte. Auch eine Cupfinalniederlage erlebte sie mit dem Verein aus dem Kanton Solothurn mit. In dieser Zeit war Simone Zahno als eines der grössten Talente in Zuchwil bekannt. Seit 2009 steht sie nun in den Reihen der YB Frauen. Mit diesem Team hatte sie auch das bis anhin beste und emotional schönste Erlebnis: Den Meistertitel der letzten Saison. Grund dafür, weshalb dieser Titel sich noch besser anfühlt als derjenige mit Zuchwil, ist auch die aktuelle Lage: „Jetzt, da sich viele Vereine Grossclubs angeschlossen haben, ist es doppelt schön, dass YB vor dem FCZ, dem FCB und allen anderen steht“, so Zahno.
Sicher auch dazu beigetragen, dass dieser letzte Titel ein Highlight für sie ist, hat der Umstand, dass Simone Zahno mit YB genau an ihrem 23. Geburtstag mit dem 4:0-Sieg gegen Kriens die Meisterschaft vorzeitig hat klarmachen können. Nach einer Rückrunde, in der Simone Zahno extrem starke Spiele gezeigt hat, war der Zusammenfall von Meisterfeier und Geburtstag das perfekte Geschenk für sie.
Im Cup auf Kurs
Im Moment befindet sich ihr YB nur auf dem sechsten Tabellenrang. Nach den gewichtigen Abgängen von Sandy Maendly und Topskorerin Veronica Maglia, die beide zum italienischen Meister Torres Calcio aus Sassari nach Sardinien wechselten, müssen alle – auch Simone Zahno – mehr Verantwortung übernehmen. Sie gestaltet zusammen mit Lia Wälti das Spiel der Bernerinnen, die sich in einer Phase befinden, in der sie sich zuerst neu ordnen und finden müssen. Obwohl es aber in der Meisterschaft noch nicht rund läuft und die Titelverteidigung bereits nach neun Spielen mit 13 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze in weite Ferne gerückt scheint, ist die Equipe von Simone Zahno im Cup auf Kurs: Gerade erst hat sich das Team von Rolf Kirchhofer dem grössten Ziel Zahnos einen Schritt angenähert: Mit dem 3:1-Sieg im Cup-Achtelfinale über den Erstligisten FC Therwil.










