Veröffentlicht am: So, 22. April, 2018

Zürich und Lugano im Cupfinal

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Während im sich Schweizer Cup die beiden Finalisten ganz knapp für das Endspiel qualifizieren konnten, trugen zwei andere Spitzenteams bereits eine weitere Meisterschaftspartie aus. Überraschungen blieben aus, auch wenn es sie beinahe gegeben hätte.

Nach der Auslosung der Halbfinalpartien sah es auf dem Papier so aus, als hätte der FC Zürich Frauen das einfachste Los gezogen. Immerhin war es der einzig verbliebene Unterklassige, der den Leaderinnen aus der Nationalliga A auf dem Weg in den Final noch im Weg stand. Doch Servette FC Chênois Féminin aus der Nationalliga B entpuppte sich als harter Brocken. Die Genferinnen, welche mit Maéva Sarrasin und Sandy Maendly zwei Hochkaräterinnen in ihren Reihen haben, machten dem FCZ das Leben sehr schwer. Zwar konnte Zürich durch Karin Bernet früh in Führung gehen, doch Maendly konnte nach etwas mehr als einer halben Stunde bereits ausgleichen. Mehr noch, denn in der 41. Minute brachte Yasmina Laaroussi das Heimteam sogar noch in Führung und es roch nach einer Überraschung.

Einmal konnte Cinzia Zehnder (rechts) ihre Grösse ausspielen und per Kopf treffen (Bild: Peter Ganser)

Die favorisierten Zürcherinnen benötigten über eine Stunde, ehe sie ausgleichen konnten. Nach dem Treffer von Cinzia Zehnder war es dann Caroline Abbé, die fünf Minuten vor Ende der Partie für den FCZ den Kopf aus der Schlinge ziehen konnte und mit ihrem Kopfballtor zum 2:3 Endstand dafür sorgte, dass man dennoch standesgemäss in den Final einzieht.

Mit dem Song “allumez le feux”, zündet das Feuer, ist Yverdon Féminin im heimischen Stade Municipal zum Halbfinal gegen Lugano Femminile auf den Rasen gelaufen. Das Feuer wurde dann auch gleich gezündet, doch wurde es auch regelmässig im gegnerischen Strafraum erstickt. Die Tessinerinnen bauten ein defensives Bollwerk auf, welches von Yverdon nicht bezwungen werden konnte und lauerte auf die Möglichkeit schneller Gegenstösse. Estelle Zurkinden im Tor der Westschweizerinnen hatte ihre Ballkontakte meist ausserhalb des eigenen Strafraums, ihr Gegenüber, Miranda Lili Horn, hatte deutlich mehr zu tun, doch richtig gefährlich wurde es in der ersten Halbzeit nicht. Lediglich kurz vor der Pause, nach einem Freistoss von Captain Audrey Riat, musste sich Horn einmal strecken. Sowohl Lena Maria Schneuwly über die rechte Seite, wie auch Yonga Nkamo über links versuchten die omnipräsente Qendresa Krasniqi zu bedienen. Diese wurde aber bestens bewacht und konnte ihr Talent nicht entfalten. Die einzige Möglichkeit der Luganesi hatte Sonia Rada kurz vor dem Pausenpfiff. Ihr Freistoss aus gut 20 Metern segelte aber weit über das Tor.

Auch Qendresa Krasniqi (l) konnte ihre Qualitäten nur beschränkt ausspielen (Bild: Chris Blattmann)

Nach dem Seitenwechsel überraschte Lugano mit einem Blitzstart. Cara Curtin nutze es aus, dass Yverdon sich noch nicht sortiert hatte, zog über die linke Seite und bezwang Zurkinden mit einem feinen Heber. Es sollte das einzige Tor der Partie bleiben. Yverdon hatte eine Reihe weiterer Möglichkeiten, wie beispielsweise nach 54 Minuten, als Nkamo Horn per Kopf zu einer weiteren Parade zwang. Nachdem in der ersten Halbzeit Yverdon ein Elfmeter nicht zugesprochen wurde, erhielten die Westschweizerinnen dafür in der 83. Minute die Gelegenheit, den Ausgleich vom Punkt zu erzielen. Nach einem Tackling entschied sich der Unparteiische diesmal auf einen Elfer, Riat zeigte allerdings Nerven. Ihr Abschluss war deutlich zu harmlos und landete in den Armen von Horn. Insbesondere in der letzten halben Stunde gingen die Emotionen auf dem Platz und auf der gut gefüllten Tribüne hoch. Am Resultat änderte sich nicht. Yverdon war zwar das bessere Team, verfügte über mehr Spielanteile und vermochte einmal mehr die sich bietenden Möglichkeiten nicht zu nutzen. Entsprechend enttäuscht war Trainer Frédéric Mauron am Ende auch. “Am Anfang, in der Mitte, am Ende, wir haben mehr für das Spiel getan, die besseren Möglichkeiten gehabt. Lugano hat nur auf Konter gespielt. Ich bin verärgert über die Schiedsrichterleistung, was aber auch für die Gegnerinnen ein Nachteil war. Es war ein Spiel auf gutem Niveau, mit dem glücklicheren Ende für die Gäste”, so Mauron gegenüber dem Frauenfussball-Magazin. Lugano zieht mit diesem knappen 1:0-Sieg in den Final ein und wird am 2. Juni 2018 auf den FC Zürich Frauen treffen.

Meisterschaft, 21. Runde: BSC Young Boys – FC Basel 1893 1:5 (0:4)

In Bern fand ein vorgezogenes Spiel der 21. Runde zwischen YB und dem FC Basel statt. Dem FCB bot sich die Gelegenheit, am FC Zürich, der zeitgleich im Cup engagiert war, vorbeizuziehen und die Tabellenführung zu übernehmen.

Tatsächlich traten die Gäste auf dem Sportplatz Wyler wie ein Team auf, das gewillt ist, das letzte Saisonquartal in einen echtes Wettrennen um die Meisterschaft zu verwandeln. Das machten sie von der ersten Minute an klar – oder jedenfalls von der zweiten: da traf nämlich Eunice Beckmann mit einem satten Schuss die Latte. In der nächsten halben Stunde überrannte der FC Basel die YB-Frauen: Rachel Rinast mit einem wuchtigen Kopfball, Eunice Beckmann per Konter, Kristina Sundov einmal mit einem schönen Volley und einmal im Nachschuss. In der Zeit, in der Basel vier Tore erzielte, schoss YB einmal auf’s Basler Tor. Zwar konnten sich die Gäste durchaus etwas auf ihre Effizienz einbilden, die Bernerinnen mussten sich aber auch fragen, wie sie den schnellen Angreiferinnen des Gegners so Tür und Tor öffnen konnten.

Einmal mehr war Eunice Beckmann eine der Schlüsselspielerinnen des FCB (Bild: Florian Hepberger)

Dabei hatten sie bisher keine unwesentliche Rolle im erwähnten Titelrennen gespielt. Sowohl dem FC Zürich wie wie dem FC Basel haben sie bereits Punkte abgenommen. Das erklärt sicher das engagierte Auftreten der Baslerinnen, so dass den Gastgeberinnen nach der Pause nur noch das Ziel blieb, wenigstens die zweite Halbzeit zu gewinnen. Das gelang nicht, sie gestalteten sie aber ausgeglichen sowohl spielerisch wie resultatmässig. In der 57. Minute lenkte Marion Rey nach einem Corner den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Später musste Nicole Studer einen weiteren Volley von Sundov parieren, was sie mit Bravour tat. Dass sie nicht ganz auf verlorenem Posten standen, bewiesen die YB-Frauen in der 66. Minute, als ein weiter Diagonalpass von Thaïs Hurni Alisha Lehmann fand, die via Innenpfosten das Berner Ehrentor erzielte.


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