Veröffentlicht am: Do, 26. April, 2018

Nun ist es offiziell: Voss-Tecklenburg wechselt im Herbst zum DFB

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Bereits letzte Woche haben sich die Anzeichen verdichtet, doch der Fussballverband wollte die Meldung des Frauenfussball-Magazins (Bericht vom 20.04.2018) noch nicht bestätigen. Nun ist es aber offiziell. Martina Voss-Tecklenburg wird Nationaltrainerin in ihrem Heimatland.

Nach der WM-Qualifikation wird die Nationaltrainerin die Schweiz verlassen und ersetzt als neue Bundestrainerin Steffi Jones, die vom DFB vor rund fünf Wochen beurlaubt und interimistisch durch Horst Hrubesch ersetzt worden ist. Die 50-Jährige erhält beim DFB einen Vertrag bis einschliesslich zur EM 2021. Assistentin von Bundestrainerin Voss-Tecklenburg wird die 31-malige Nationalspielerin und Europameisterin Britta Carlson, die seit 2012 erfolgreich im Trainerstab des Champions-League-Siegers, Deutschen Meisters und DFB-Pokalsiegers VfL Wolfsburg arbeitet. Carlson wird bereits zum Länderspiel der DFB-Auswahl gegen Kanada am 10. Juni das Team um Horst Hrubesch ergänzen.

An der WM-Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli 2019) wird Martina Voss-Tecklenburg im Falle einer Qualifikation also nicht die Schweiz betreuen, mit der sie in der laufenden Qualifikation nach fünf von acht Spielen die Rangliste souverän mit dem Punktemaximum anführt, sondern höchstwahrscheinlich Deutschland, das dank zwei 4:0-Erfolgen vor wenigen Wochen gegen Tschechien und in Slowenien wieder Tabellenführer ist (knapp vor Island, Direktbegegnung am 1. September 2018 in Reykjavik).
«Die Berufung zur Bundestrainerin ist für Martina Voss-Tecklenburg mit 125 Länderspielen sowie vier EM-Titeln für und mit Deutschland eine Herzensangelegenheit», zeigt Laurent Prince ein gewisses Verständnis für die aktuelle Entwicklung. Der Sportdirektor des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) ergänzt auch, dass die Trainerin ihn jederzeit offen informiert und auch glaubhaft versichert habe, dass sie das Angebot ablehnen würde, wenn der DFB auf eine sofortige Verpflichtung bestünde. Voss-Tecklenburg liefert die Bestätigung umgehend: «Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Und es war für mich gar nie ein Thema, das Schweizer Team während der laufenden WM-Qualifikation zu verlassen.» Dennoch freut sie sich auf die neue Herausforderung: “Gerade die Umstrukturierung des DFB und die Verzahnung mit dem Männerfußball bieten riesige Chancen, um Synergien zu nutzen und innovative Wege zu gehen. Es ist eine große Ehre, aber auch Verantwortung und gleichzeitig Verpflichtung, das Amt der Cheftrainerin beim zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister zu übernehmen. Ich freue mich zudem, dass ich mit Britta Carlson eine erfahrene Kollegin in meinem Team habe, unsere Gedanken und Ideen werden sich gut ergänzen. Nach sechs Jahren als Trainerin für den Schweizerischen Fußballverband, mit dem ich viele sehr schöne Momente erleben durfte, hat mir der DFB den Weg geebnet für den nächsten Schritt. Meine Konzentration gilt aktuell noch der Schweizer Nationalmannschaft und unseren Zielen. Danach werde ich mit Elan und Leidenschaft meine neue Aufgabe angehen.”

Martina Voss-Tecklenburg wird die Schweiz endgültig verlassen (Archivbild: Andy Scherrer)

SFV-Zentralpräsident Peter Gilliéron führt zwei weitere Aspekte an: «Der Deutsche Fussballbund hat uns von Beginn weg sehr transparent und korrekt über sein Interesse an einer Verpflichtung von Martina Voss-Tecklenburg informiert. Der SFV und der DFB sind zudem seit vielen Jahren in tiefer Freundschaft miteinander verbunden.» Darum hat der SFV auch bereits die Zusicherung erhalten, dass die deutsche A-Nationalmannschaft der Männer im Rahmen der Feierlichkeiten 125 Jahre SFV im Jahr 2020 ein Freundschaftsspiel gegen die Schweiz bestreiten wird.

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagt: “Martina Voss-Tecklenburg ist eine erfahrene und hoch angesehene Trainerin. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie mit ihrer Expertise und Persönlichkeit die Richtige ist, um unsere Frauen-Nationalmannschaft gemeinsam mit Britta Carlson weiterzuentwickeln und erfolgreich zu führen. Es war mir wichtig, den Schweizerischen Fussballverband offen in unsere Überlegungen einzubeziehen, dazu habe ich auch persönlich mit SFV-Präsident Peter Gilliéron gesprochen und von ihm eine sehr positive Reaktion auf diesen transparenten und fairen Umgang miteinander bekommen. Mein Dank geht auch an dieser Stelle noch mal an Horst Hrubesch, der sich sofort bereit erklärt hat, unser Team bis zum Ende der WM-Qualifikation zu betreuen.”

Wer Martina Voss-Tecklenburg als Nationaltrainerin beerben wird, ist zurzeit noch nicht bekannt. Der SFV wird zum gegeben Zeitpunkt über die Nachfolgeregelung informieren.
Martina Voss-Tecklenburg begann ihre Arbeit beim SFV im Februar 2012 und führte neben dem Nationalteam auch die Credit Suisse Football Academy, das SFV-Ausbildungszentrum für den Frauenfussball. Die Deutsche führte das Schweizer Nationalteam 2015 erstmals an eine WM und 2017 erstmals an eine EURO. Zudem gelang in ihrer Amtsperiode mit dem Gewinn des Zypern Cup 2017 der erste Turniersieg des Schweizer Frauen-Nationalteams auf internationalem Parkett. (Mit Material von SFV und DFB)


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