Veröffentlicht am: Di, 13. März, 2018

Die Schlusslichter der NLA treten an Ort

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Nach der Nationalmannschaftspause und vor dem Cupwochenende wurde ausnahmsweise eine Montagsrunde in der Nationalliga A eingeschoben. Die ersten vier Teams der Tabelle konnten allesamt punkten, Zürich allerdings blieb im Tessin unter den Erwartungen.

Yverdon Féminin – BSC YB 1:4 (0:2)

(mb) Wie meistens, wenn die Bernerinnen zu Gast sind, regnete es in Yverdon. Was noch nicht im See war, kam von oben runter. Den misslichen Bedingungen gemäss, dauerte es eine Viertelstunde, bis die Partie so richtig begann. Zuerst klärte Estelle Zurkinden einen abgefälschten Weitschuss von Marilena Widmer reflexschnell, dann parierte sie einen flachen Abschluss von Charlotte Mayland mit einem Hechtsprung. In der Zwischenzeit hatte Qendresa Krasniqi die YB-Abwehr mit einer scharfen Hereingabe in Verlegenheit gebracht. Und obwohl die Berner Verteidigung sich nicht über alle Zwefel erhaben zeigte, blieb das die einzige Chance für die Gastgeberinnen. Nach einer halben Stunde setzte Florijana Ismaili den Ball scharf ans Lattenkreuz, kurz darauf servierte ihr Mayland eine Vorlage, die sie ohne Schwierigkeiten verwertete. Nun hatten die YB-Frauen das Spiel im Griff. Kurz vor der Pause hatte Yverdons Verteidigerin Elodie Annaheim Glück, für eine mutmassliche Notbremse keinen Platzverweis zu erhalten. Es war allerdings Glück im Unglück, denn Thaïs Hurni platzierte den fälligen Freistoss trocken ins Lattenkreuz. Das Waadtländer Publikum hat die ehemalige Yverdonnoise noch nicht vergessen und applaudierte sportlich.

Noch lauter brandete der Applaus zehn Minuten nach dem Wechsel auf. Audrey Riat nützte eine missglückte Abseitsfalle der Bernerinnen aus, indem sie einen hohen Ball zur Mitte schlug, der wohl als Flanke gedacht war. Er kam aber auf’s Tor und so wurde wider Erwarten der Anschlusstreffer daraus. Wann das genau geschah, blieb der Publikum allerdings etwas unklar, denn die Matchuhr im Municipal zeigte nicht die Spiel- sondern die Uhrzeit an. Und zwar eine Minute nach der mitteleuropäischen Standardzeit. Die Gastgeberinnen liessen davon aber nicht stören. Sie standen nun viel höher und brachten Tempo auf’s Feld, so dass sie zu einigen guten Abschlüssen kamen. YB gab in dieser Phase kein gutes Bild ab. Das besserte sich erst wieder eine Viertelstunde vor Schluss, als Alisha Lehmann mit einem Weitschuss die Latte traf. In der 84. Minute stolperte Ismaili bei einem Hacken im Strafraum über die Beine von Audrey Duclos. Francesca Calo verwandelte den fälligen Strafstoss sicher. Tief in der Nachspielzeit setzte sich Marilena Widmer noch einmal auf der rechten Seite durch und pfefferte den Ball zum 4:1 Schlussresultat in den Netzhimmel. Ein hoher Lohn für eine in der zweiten Halbzeit sehr mässige Leistung der Bernerinnen. Aber nicht deswegen verschwanden sie nach dem Schlusspfiff rasch in den Katakomben. Zum Dauerregen hatte sich unterdessen noch ein bissiger Wind gesellt.

Lugano Femminile – FC Zürich Frauen 1:1 (0:1)

Am Ende landete der letzte Angriff der Luganesi nur an der Latte (Bild: Peter Ganser)

Dass die Tessinerinnen eine Macht im eigenen Stadion sind, weiss man nicht erst seit dieser Saison. So mancher Favorit biss sich im Süden die Zähne aus. Die Zürcherinnen wollten heute aber das Gegenteil beweisen und auch in Lugano drei Punkte mit in den Norden nehmen. In der ersten Spielhälfte war der FCZ auch das spielbestimmende Spiel und konnte mittels eines präzisen Kopfballs von Fabienne Humm schon nach 18 Minuten in Führung gehen. Der Plan schien aufzugehen und die komfortable Tabellenführung vor dem FC Basel ungefährdet. In der zweiten Halbzeit verloren die Gäste aber ihre Dominanz und konnten nicht an die Leistungen der ersten 45 Minuten anknüpfen. Lugano glaubte an den Ausgleich und wurde nach 57 Minuten dafür belohnt. Wieder war es Cara Curtin, welche mit ihrem 9. Treffer im 16. Spiel ihre Torgefährlichkeit erneut unter Beweis stellen konnte. Für Zürich hätte es gar noch schlimmer kommen können. Kurz vor Ende des Spiels landete ein Abschluss der Luganesi nur an der Latte. Da parallel der FC Basel erwartungsgemäss Tabellenschlusslicht bezwingen konnte, reduziert sich der Vorsprung des FCZ auf nunmehr vier Punkte, Lugano bleibt auf Rang 5 der Tabelle.

FC Luzern – Grasshopper Club Zürich 3:2 (1:1)

Blickt man auf die bisherige Saison der beiden Teams, so sind viele Parallelen zu erkennen. Beide starteten gut, mussten aber danach eine ganze Reihe von Enttäuschungen in Kauf nehmen. GC konnte seit November mit Ausnahme der Spiele gegen die Tabellenschlusslichter Yverdon und Aarau keinen Sieg mehr feiern. Und gerade dieser letzte volle Punktgewinn war gegen den FC Luzern. Entsprechend hatten die Zentralschweizerinnen noch eine Rechnung offen, welche sie heute begleichen wollten. Zunächst waren aber die Zürcherinnen, welche näher am Führungstreffer waren. Die Hoppers konnten aber die anfänglichen Schwächen von Natascha Honegger im Tor des FCL nicht ausnutzen. Luzern versuchte immer wieder mit schnellen Zuspielen in die Spitze zum Erfolg zu kommen, doch in der 23. Minute jubelte dann doch GC. Nach einem Dribbling von Fiona Hubler und einem Fehler von Fabienne Lötscher im Zentrum brachte Laura Walker ihr Team in Führung. Bereits nach zehn Minuten folgte der Ausgleich. Géraldine Reuteler, welche eine Gegenspielerin im Regen stehen liess, bediente die bereit stehende Irina Brütsch, welche durch die Beine von Furrer ihren ersten Treffer des Abends feiern konnte. Nur gerade vier Minuten später hätte Reuteler gar die Führung herstellen können, verpasste aber das Tor nur knapp.

Nach dem Seitenwechsel bekämpften sich die beiden Teams weitgehend im Mittelfeld, der letzte Pass fehlte. Mit einem kuriosen Tor, als Furrer die heranstürmende Brütsch anspielte und der Ball über die Torhüterin ins Netz flog, gingen die Luzernerinnen nach 56 Minuten dann doch in Führung. Doch wieder konnte der Ausgleich erzielt werden. Diesmal waren es die Gäste, welche nach 77 Minuten dank eines Tores von Caroline Müller die Hoffnung auf einen Auswärtssieg wieder aufleben liessen. Und dies hätte sogar nur zwei Minuten später Realität werden können. Fiona Hubler spielte sich über den gesamten Platz, doch keine ihrer Mitspielerinnen waren bereit, den folgenden Pass auch abzunehmen. Oder auch zehn Minuten vor Ende der Partie, als Müller alleine vor Honegger scheiterte. So wurde es nichts mit dem Sieg für GC, sondern ein weiterer Dreier für Luzern, denn Chantal Wyser setzte der Partie nach einem Zuspiel von Reuteler die Krone auf, als sie kurz vor dem Schlusspfiff mit einem Schuss in die hohe linke Ecke alles klar machte. Luzern bleibt damit auf Tuchfühlung mit dem FC Basel, wird aber von YB bedrängt, welches mit nur zwei Punkten Rückstand auf Rang vier liegt.

FC Basel 1893 – FC Aarau 2:1 (2:1)

Es waren bittere Erfahrungen für den FC Aarau in diesem Jahr. Nach einem Hoch, dank des Sieges gegen Yverdon Féminin, folgte die Ernüchterung nach der Kanterniederlage gegen den FC Zürich Frauen und auch die folgende Niederlage gegen den FC Luzern. Dass sich daran etwas ändern sollte, war gegen den FC Basel nicht zu erwarten. Dies bewahrheitete sich auch schon nach 3 Minuten, als Rachel Rinast ihr Team in Führung bringen konnte. Doch wenigstens konnten die Aufsteigerinnen zwischenzeitlich an eine kleine Sensation glauben. Nach knapp einer halben Stunde konnte Lara Jenzer Nadine Böni, welche heute anstelle von Stenia Michel zwischen den Pfosten stand, mit einem Abschluss ins rechte Eck bezwingen. Jill Schneider auf der anderen Seite hatte alle Hände voll zu tun, um ihr Team im Spiel zu halten. Nach 38 Minuten musste sie sich aber dennoch erneut geschlagen geben. Ein Eckball von Rinast landete über Zwischenstationen auf dem Kopf von Ria Percival, welche nicht nur die Führung, sondern auch gleich den Endstand herstellte.

Viel Arbeit für Jill Schneider im Tor des FC Aarau (Bild: Florian Hepberger)

Nach dem Seitenwechsel war Basel zwar das spielbestimmende Team, biss sich aber an der Defensive der Aarauerinnen die Zähne aus. Nach 55 Minuten hätte Aarau gar erneut ausgleichen können, als Böni der Ball entglitt und die Hilfe ihrer Mitspielerinnen in Anspruch nehmen musste. Aarau glaubte danach wieder mehr an die Möglichkeit eines Zählers, scheiterte aber gleich mehrfach an mangelnder Präzision. So blieb es am Ende beim knappen Sieg des FCB, welcher aber den Rückstand auf Leader Zürich auf vier Punkte reduzierte.


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