Veröffentlicht am: Do, 22. März, 2018

Der Kanterabend in der Nationalliga A

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Im Anschluss an das Cup-Wochenende stand für die Nationalliga A wieder eine komplette Meisterschaftsrunde an. Bei eisiger Kälte spielten sich einige Teams in einen Torrausch. Nur auf einem Platz war die Entscheidung bis zum Ende eng.

Der FC Zürich Frauen empfing auf dem heimischen Heerenschürli Yverdon Féminin und spielte die Gäste aus der Westschweiz regelrecht an die Wand. Bereits nach 15 Minuten gingen die Einheimischen durch Malin Gut in Führung und legten mit einem Doppelschlag von Alissia Piperata (23.) und Fabienne Humm (24.) nach. Bis zum Seitenwechsel reduzierte der FCZ die Kadenz etwas und fand erst nach knapp einer Stunde zurück zum Toreschiessen. Wieder waren es Gut und Piperata, welche kurz nach einander die Tore Nummer 4 und 5 erzielten. Wenig hilfreich war es aus Sicht der Gäste, dass sie selbst für den fünften Treffer des Abends sorgten, nur gerade 3 Minuten danach. Für den Schlusspunkt des Abends und das 7:0 sorgte in der Reihenfolge der Torschützinnen aber nicht Fabienne Humm, welche in der 61. Minute Feierabend hatte, sondern Rahel Moser. Es hätte für Yverdon durchaus noch schlimmer kommen können. Da der FC Aarau aber seine Führung bei GC verspielte, hat sich am Ende der Tabelle nichts verändert.

Es hätte noch eines mehr werden können: Das Tor von Lesley Ramseier wurde aber wegen Abseits aberkannt (Bild: Peter Ganser)

Ähnlich wie in Zürich lief es auch für den FC Basel 1893, der Lugano Femminile empfing. Die Zweitplatzierten der Tabelle begannen zwar etwas früher mit dem Torreigen, verteilten die Treffer aber ungleichmässiger über die Partie. Vier der fünf Tore konnten bereits in den ersten 45 Minuten erzielt werden und sorgten so für ein komfortables Polster für die 2. Halbzeit. Ria Percival (10.), Kristina Sundov (18.) und Eunice Beckmann nach 21 Minuten brachten den FCB schon früh in Führung. Lugano versuchte nach Kräften dagegen zu halten, spürte aber wohl noch die harte Cup-Partie vom vergangenen Samstag (unser Bericht vom 19.03.2018). Mit dem zweiten Treffer von Sundov ging es in die Pause und in der zweiten Hälfte der Begegnung brauchte Basel sehr lange, um nochmals feiern zu können. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bejubelte Percival mit ihrem 2. Torerfolg das abschliessende 5:0 für das Team von Sissy Raith. Wie am Ende der Tabelle, veränderte sich damit auch nichts an der Spitze. Zürich führt weiterhin mit vier Punkten Vorsprung auf den FC Basel, diese wiederum werden aber nun von den Young Boys verfolgt.

Eine rote Karte, die keine war: Delia Lahmici muss den Platz verlassen (BIld: Ronny Frei)

Der Platzspeaker auf dem GC/Campus hielt das Publikum immer wieder auf dem Laufenden, wie es in den anderen Partien des Abends aussah. Die Grasshoppers empfingen den FC Aarau Frauen und mussten sich die Augen reiben, als sie nach 17 Minuten gegen das Tabellenschlusslicht  bereits mit 0:2 in Rückstand lagen. Denn eigentlich hätte der Zwischenstand nach einer Viertelstunde anders aussehen müssen. Torhütern Jill Schneider war es zu verdanken, dass es nicht 2:0 stand. Die Schlussfrau aus Aarau hielt ihr Team mit sehr schnellen Reflexen in der 1. und 7. Minute im Spiel. So konnte Lara Jenzer zunächst nach einem Gestocher den ersten Treffer des Abends erzielen, und Stephanie Ernie folgte unmittelbar danach mit einem schönen Weitschuss unter die Latte. Parallel stand es im Heerenschürli bereits 0:3 für Yverdon und Aarau zog in der virtuellen Tabelle mit den Westschweizerinnen gleich. GC spielte zu nervös und unkoordiniert, meist auch zu ideenlos. Mit den immer gleichen Spielzügen durch die Mitte konnte man die Aargauerinnen nicht bezwingen. Erst nach 40 Minuten konnte Caroline Müller nach einem langen Ball in die Spitze verkürzen. So manchem Zuschauer aus den Reihen der Gäste schwante wohl schon Schlimmeres. Auch Aarau hätte durchaus noch die eine oder andere Möglichkeit gehabt, traf in der zweiten Halbzeit gleich zweifach die Torumrandung, doch es reichte nicht, den ursprünglichen Abstand von zwei Toren wieder herzustellen. GC seinerseits erhöhte die Kadenz und wurde immer gefährlicher. Knapp eine Stunde war um, da fiel der Ausgleich durch Fiona Hubler. Zumindest blieb für die Aufsteigerinnen die Hoffnung, wenigstens einen Punkt aus Niederhasli mitnehmen zu können. Am Willen lag es nicht, allein die Fähigkeit kam abhanden. So wurde mit dem Tor von Annina Rauber zum 3:2 Endstand in der 84. Minute die Hierarchie doch wieder hergestellt. Auffällig war die erneut äusserst schwache Leistung der Schiedsrichter, welche aber beide Teams benachteiligte. Bis zur 89. Minute zumindest. Nach einem gewöhnlichen Zweikampf zückte der Unparteiische gegen Delia Lahmici direkt die rote Karte, zum grossen Erstaunen beider Teams. Spielentscheidend war dies aber nicht. Aarau stellte sich mit Abwehrfehlern und mangelnder Effizienz selbst das Bein und vermochte damit nicht zu Yverdon aufzurücken.

Ein regelrechtes Schützenfest veranstalteten auch die BSC Young Boys gegen den FC Luzern. Im Kampf um Platz drei wollten die Bernerinnen nichts anbrennen lassen. Dass es aber gleich einen solch hohen Sieg geben würde, hätte wohl auch Marisa Wunderlin nicht gedacht. In der ersten Halbzeit waren die Teams noch auf Augenhöhe. Charlotte Mayland traf zwar bereits nach fünf Minuten für YB, Kim Dubs und Julia Schassberger erhöhten bis zur 37. Minute auf 3:0, doch Chantal Ruf konnte noch vor der Pause für den FCL verkürzen. So schien die Partie noch offen zu sein. Das Feuerwerk auf dem Kunstrasenfeld im Wyler begann dann erst in den zweiten 45 Minuten. Florijana Ismaili (49.), Marilena Widmer (54.) und Alisha Lehmann (68.) verdoppelten das Skore und mit einem Doppelschlag von Melanie Müller (78.) und erneut Julia Schassberger (79.) wurde der FCL am Ende mit 8:1 deklassiert. Die Bernerinnen überholten damit ihre Gegnerinnen in der Tabelle und liegen neu auf dem 3. Rang, vier Punkte hinter dem FC Basel.


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