Veröffentlicht am: So, 11. Februar, 2018

YB bremst Zürich

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Nach einer Nachholpartie am vergangenen Mittwoch zwischen dem FC Luzern und dem FC Zürich Frauen (0:2) hat an diesem Samstag auch der reguläre Spielbetrieb wieder begonnen. Sowohl am oberen, wie auch am unteren Ende der Tabelle sind die Teams zusammen gerückt.

FC Basel – Grasshopper Club Zürich 3:1 (2:1)

Das erklärte Ziel des FCB ist, den Leader aus Zürich unter Druck zu setzen und idealerweise den ersten Meistertitel feiern zu können. Die Messlatte wird damit hoch gesetzt. Voraussetzung dafür ist, dass das Team von Sissy Raith mindestens im Gleichschritt mit dem FCZ gehen kann. Eine erste Hürde in diesem Unterfangen waren die Grasshoppers, welche zwar einen guten Start in die Meisterschaft verzeichnen konnten, zuletzt aber Schwächen zeigten. Dies sollte auch nach der Winterpause nicht anders werden. Basel ging dank eines Treffers von Fabienne Bangerter bereits nach fünf Minuten in Führung, erhöhte diese durch Eunice Beckmann nur 8 Minuten später. Der Rückstand der Hoppers hätte schon zur Pause durchaus höher sein können, wären die Baslerinnen etwas effizienter gewesen. So stand es nach 45 Minuten nur 2:1, da Caroline Müller zwei Minute vor Ende der ersten Spielhälfte auf 2:1 verkürzen konnte. Basel lief also Gefahr, die dringend benötigten Punkte nicht am Rheinknie behalten zu können. GC schien vom Anschlusstreffer beflügelt zu sein und drängte auf den Ausgleich. Nach knapp einer Stunde scheiterte Caroline Müller an der Latte und nicht an Stenia Michel. Etwas, was ihr kurz vor Ende des Spiels nochmals passieren sollte. Das zweite Tor der Zürcherinnen wäre längst verdient gewesen. Den Schlusspunkt setzte aber die eben erst eingewechselte Kristina Sundov in der 71. Minute und sicherte dem FCB die volle Punktzahl. Basel behielt damit den Anschluss an den FCZ, der überraschend gegen die BSC Young Boys unterlag.

FC Zürich Frauen – BSC Young Boys 0:2 (0:1)

Der FCZ konnte mit stolzer Brust in die Partie starten. Am Mittwoch konnte der FC Luzern mit 2:0 geschlagen werden, auch wenn man dabei eine weitere Verletzte beklagen musste. Lorena Baumann brach sich das Schlüsselbein und reihte sich damit in die lange Liste der Verletzten beim Leader ein. Dennoch stand ein Kader zur Verfügung, der sich nicht zu verstecken brauchte. Passend dazu war Zürich auch das spielbestimmende Team. Die vielen Angriffsversuche scheiterten aber gleich reihenweise an einer gut organisierten Defensive und deren Abseitsfalle der Gäste aus Bern. “Dennoch haben wir einige Chancen zuviel zugelassen”, meinte Wunderlin kritisch. YB konnte zwar einige Nadelstiche setzen, zu echter Gefahr vor dem Tor von Seraina Friedli reichte es aber nicht. So passte es zum Bild, dass ein von Francesca Calo verwandelter Elfmeter das Team von Marisa Wunderlin in Führung brachte. Zürich versuchte noch vor der Pause den Ausgleich zu erzielen, mit vereinten Kräften wussten die Young Boys dies aber zu verhindern.

Melanie Müller (Mitte) konnte mit YB gegen die ehemaligen Teamkolleginnen triumphieren (Bild: Peter Ganser)

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild. YB trat selbstbewusster auf und suchte den zweiten Treffer, Zürich wirkte zu unkoordiniert. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichener und Chancen konnten auf beiden Seiten kreiert werden, wobei sich auch beide Torhüterinnen immer wieder auszeichnen konnten. In den letzten Minuten stellte FCZ-Trainer Luca Fiorina das System um und reduzierte die Defensive. In der 82. Minute ersetzte Wunderlin die stark aufspielende Charlotte Mayland mit Joker Camille Surdez. Dieser Joker sollte nach nur fünf Minuten auch stechen. Surdez spielte sich durch die Abwehr der Zürcherinnen und entschied mit ihrem Tor zum 0:2 die Partie. Der Jubel auf Seiten der Gäste hätte kaum grösser sein können. “Noch keine der im Einsatz stehenden Spielerinnen konnte in der Nationalliga A den FCZ besiegen”, so Wunderlin nach dem Spiel. Damit ging wohl ein kleiner Traum in Erfüllung. Ganz zufrieden war die Perfektionistin mit der Leistung ihres Teams aber dennoch nicht. “Mit dem Resultat bin ich natürlich zufrieden, mit der Leistung nicht ganz so. In anderen Spielen gegen Zürich war ich allerdings mit der Leistung zufrieden, mit dem Resultat dafür nicht. Heute war das glücklichere Ende auf unserer Seite. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber mehr agiert und weniger reagiert. In diesem Sinne hat es gepasst.” YB bleibt damit nur zwei Punkte hinter Basel auf dem dritten Platz und kann sich berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation zur Champions League machen. Die wohl entscheidende Partie in dieser Hinsicht findet am kommenden Samstag mit der Direktbegegnung statt.

FC Aarau Frauen – FC Yverdon Féminin 3:0 (0:0)

Erster Sieg in der Nationalliga A für Andreas Zürcher (links, Archivbild: Dominik Stegemann / fan-Fotos.ch)

‘Mission Ligaerhalt’, so heisst es nun beim FC Aarau. Ein Ziel, welches auch die Gäste aus der Westschweiz haben. Entsprechend wegweisend war auch die Direktbegegnung, welche gleich zu Beginn des Fussballjahres 2018 im Aarauer Schachen ausgetragen wurde. Mit einem Sieg – dem ersten Dreier in dieser Saison – bliebe für Aarau die Hoffnung bestehen, mit einer Niederlage wäre der Abstand zu Yverdon, das zum Jahresende über ein Polster von sechs Punkten verfügte, wohl zu gross gewesen, um nicht gleich wieder abzusteigen. Der FCA verstärkte sich mit einigen altbekannten Namen, welche allerdings im Spitzenfussball schon einige Zeit nicht mehr präsent waren. Allen voran Jasmine Imboden, aber auch Alina Grüter und Larissa Weber. Andreas Zürcher verspricht sich damit mehr Selbstbewusstsein im ansonsten jungen Kader und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. In der ersten Spielhälfte war noch nicht viel davon zu sehen. Zu gross war wohl die Nervosität im Wissen um die Bedeutung dieses Spiels. Verantwortung übernahm dann allerdings eine Spielerin, welche ihren Torinstinkt wieder gefunden zu haben scheint. In der Nationalliga B gehörte sie zu den torgefährlichsten Stürmerinnen des Landes, in der höchsten Spielklasse verliess sie aber der Riecher. Im Schlüsselspiel gegen Yverdon war es aber Julia Höltschi, die mit einem lupenreinen Hattrick innert 18 Minuten ihrem Team den ersten Sieg in der Nationalliga A sicherte. Und damit auch die drei Punkte, welche den Abstand zum heutigen Konkurrenten nicht auf neun Zähler erhöhten, sondern auf lediglich deren drei reduzierten. Die Hoffnung lebt nun umso mehr in Aarau, wenn auch noch grössere Hürden bevorstehen.

Lugano Femminile – FC Luzern 0:0

Im Sonntagsspiel trennten sich die beiden Teams des Mittelfelds mit einem torlosen Unentschieden. Die Luganesi, welche das leicht bessere Team der Partie waren, verpassten es damit, sich von den Grasshoppers auf Rang sechs deutlicher abzusetzen, Luzern hätte mit einem Sieg mit nur einem Punkt Rückstand zu den BSC Young Boys aufschliessen können. So änderte sich auch auf diesen Positionen der Tabelle am ersten Spielwochenende im neuen Jahr nichts. Die Teams rückten allerdings an der Tabellenspitze und im Keller wieder etwas näher zusammen und halten damit die Spannung für den weiteren Verlauf der Meisterschaft hoch.


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