Veröffentlicht am: So, 18. Februar, 2018

Auftakt zur zweiten Saisonhälfte

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Durch den neu eingeführten Modus, indem es keine Finalrunde mehr geben wird, ist nach 14 Partien in diesem Jahr erst die Hälfte der Saison absolviert. Mit den Spielen dieses Wochenendes erfolgte damit der Start in die eigentliche Rückrunde, in der alle Teams noch je zwei Partien gegeneinander austragen werden.

FC Basel – BSC Young Boys 3:1 (2:0)

(mst) Bei ununterbrochenem Schneefall und dementsprechend rutschigen Verhältnissen trafen sich die FC Basel Frauen und die BSC Young Boys am Samstag zum Spitzenkampf. Das Spiel war für beide Teams wichtig. YB hätte bei einem Sieg den FCB als Zweitplatzierten in der Tabelle abgelöst, Basel seinerseits bei dem Gewinn von drei Punkten den Rückstand auf Leader Zürich gleich halten oder bestenfalls vermindern können.

Die Partie startete eher harzig und beide Mannschaften brauchten einige Zeit, bis sie so richtig auf Touren kamen. So war es nicht verwunderlich, dass sich die ersten 20 Minuten mehrheitlich in der Platzmitte abspielten. Mal mit etwas mehr Pressing seitens des FCB, mal von YB. Dann begannen die Baslerinnen das Spiel mehr und mehr zu kontrollieren und preschten des Öfteren mit weiten Pässen in die gegnerische Platzhälfte vor. Mit Erfolg: kurz vor der halben Stunde spielte Franziska Jaser einen langen Pass auf Eunice Beckmann, welche zum 1:0 für die Heimmannschaft traf. Der Führungstreffer schien bei den Baslerinnen einen Knoten gelöst zu haben. Sie erhöhten den Druck noch einmal und nur wenige Minuten nach dem ersten, verwertete Beckmann einen weiteren Pass kompromisslos zum zweiten Treffer für Basel. Die restliche erste Halbzeit wurde weiterhin von Basel kontrolliert, jedoch ohne dass ein weiterer Treffer erzielt werden konnte. YB versuchte trotz des starken Basler Pressings Gegenwehr zu zeigen und kam auch einige Male vor das Basler Tor. Die Chancen blieben jedoch ungefährlich.

In der zweiten Halbzeit legten beide Mannschaften etwas mehr Aggressivität an den Tag. Die winterlichen Verhältnisse verhinderten zwar weiterhin eine hundertprozentige Kampfbereitschaft, aber das Spiel wurde definitiv ausgeglichener und schneller. Nur kurz nach Wiederanpfiff kam Basel erneut zu einem Angriff. Fabienne Bangerter spielte eine perfekte Flanke von rechts aussen auf Ria Percival, welche zur 3:0-Führung traf. «Mit dem 3:0 ist der Druck von uns abgefallen und dann haben wir in unseren Reihen einiges besser zu Stande gebracht», sagte YB-Trainerin Marisa Wunderlin nach dem Match. Und genau das sah man auch von aussen. Denn nach dem dritten Gegentreffer erhöhte sich das Pressing der Gastmannschaft und YB konnte erste wirklich heisse Chancen verzeichnen. Die FCB-Frauen ihrerseits zeigten einige Unachtsamkeiten und hatten auch ein wenig das Glück auf ihrer Seite, als die Basler Torfrau Stenia Michel ein Tor mit einer Grätsche verhinderte. YB gab nicht auf, machte weiterhin Druck und kam in der 74. Minute zu einem Freistoss rund 20 Meter vor dem Basler Tor. Noemi Gillmann nutzte ihre Chance und traf zum 3:1 Ehrentreffer. Die letzte Viertelstunde bot sich den tapfer ausharrenden Zuschauern eine spannende Partie. YB schien gelöst und wurde dem FCB noch ziemlich gefährlich. Die Baslerinnen ihrerseits verzeichneten noch zwei gefährliche Chancen – beide Male flatterten bei Stürmerin Tyara Buser jedoch die Nerven und es blieb bei der 3:1-Führung.

FCB-Trainerin Sissy Raith zeigte sich über die Leistung ihres Teams sichtlich zufrieden: «Kämpferisch bin ich so was von zufrieden. Es war eine klasse Teamleistung und ich freue mich über die drei Punkte.» Marisa Wunderlin ihrerseits sah bei ihrer Mannschaft noch Verbesserungspotential: «Wir hatten sehr schwache erste 50 Minuten und wir haben über den ganzen Match hinweg nicht das gezeigt, was wir eigentlich können.» Durch den Sieg konnte Basel den zweiten Tabellenplatz verteidigen. YB bekundete etwas mehr Mühe mit der Unterlage und musste ohne Punkte nach Hause reisen.

FC Yverdon Féminin – FC Luzern 1:4 (0:0)

Géraldine Reuteler mit dem FC Luzern konnte sich in Yverdon am Ende klar durchsetzen (Bild: Andy Stocker)

Nach der Niederlage der Westschweizerinnen gegen den FC Aarau am letzten Samstag wurde die Luft zum Strich dünner. Niederlagen könnten in den kommenden Spielen gravierende Konsequenzen haben, sollte Aarau seinen Aufwärtstrend in der zweiten Saisonhälfte bestätigen können. Dass gegen Luzern etwas möglich sein würde, dachte man in Yverdon allerdings weniger. Zwischenzeitlich waren die Zentralschweizerinnen gar an der Tabellenspitze, mussten zuletzt aber einige Dämpfer in Kauf nehmen. In der ersten Spielhälfte versuchte man nach Kräften, auf dem heimischen Platz den Führungstreffer zu realisieren, konnte aber die zahlreichen sich nach Kontern bietenden Möglichkeiten nicht nutzen. Erst nach etwas mehr als einer Stunde gingen die Gastgeberinnen durch einen von Audrey Riat verwandelten Elfmeter in Führung. Dass dieses Tor nicht aus dem Spiel heraus erzielt werden konnte, war bezeichnend und zeigte die grosse Schwäche Yverdons auf. Mit etwas mehr Effizienz liefe man nicht Gefahr, sich aus der Nationalliga A verabschieden zu müssen. Wie man erfolgreicher arbeitet, zeigte der FCL, der nach dem Gegentreffer mit mehr Druck nach vorne spielte. Innert 21 Minuten konnte das Team von Glenn Meier die Partie nicht nur drehen, sondern mit vier Treffern auch klar für sich entscheiden. So währte die Hoffnung von Yverdon, sich wieder etwas von Aarau absetzen zu können, gerade einmal sechs Minuten. Luzern konnte zu den nun punktgleichen BSC Young Boys aufschliessen und könnte am kommenden Wochenende ausgerechnet den Gegnerinnen von heute auswärts gegen Aarau etwas Schützenhilfe leisten.

FC Zürich Frauen – FC Aarau 7:1 (2:0)

Eine Woche ist es her, seit Aarau seinen ersten Sieg in der Meisterschaft feiern konnte. Vom selbstbewussten Team von Andreas Zürcher war aber gegen den FC Zürich nichts zu sehen. Die gesamte Partie ging nur in Richtung des Tores von Jill Schneider, welche alle Hände voll zu tun hatte, ihre Kolleginnen im Spiel, und das Desaster in Grenzen zu halten. Ohne die Paraden der Torhüterin wären die Gäste schon zur Halbzeit deutlich weiter zurück gelegen. Ihr Pendant auf Seiten des FCZ, Seraina Friedli, kam nur selten zu einem Ballkontakt und musste sich bei den garstigen Bedingungen anderweitig warm halten. “Wir hatten wohl zu viel Respekt vor Zürich, was ich aber nicht verstehe. Man weiss doch, dass man gewonnen hat und es gibt keinen Grund dafür”, so Zürcher. Der FCZ zeigte seinerseits die Reaktion auf die Niederlage gegen YB, welche Luca Fiorina erwartet hat. Schon nach vier Minuten brachte Patricia Willi die Einheimischen nach einem schön herausgespielten Tor in Führung. Nach einer halben Stunde zirkelte Martina Moser einen Freistoss um die Mauer und erhöhte auf den Pausenstand von 2:0.

Jill Schneider musste die Tore nicht nur gegen Fabienne Humm verhindern (Bild: Peter Ganser)

Nach dem Seitenwechsel spielte sich Zürich in einen Rausch. In der 47. Minute traf Caroline Abbé per Kopf, nach 55 Minuten war es erneut Willi, welche auf 4:0 erhöhte. Mit einem Doppelschlag von Abbé und Humm innert drei Minuten stand es bereits 6:0. Einzig Julia Höltschi, die mit einem Hattrick gegen Yverdon wieder zum Toreschiessen zurück fand, versuchte Friedli zu prüfen, was ihr mit einem schönen Heber unter die Latte wenigstens einmal gelang (75.). Der Treffer von Seraina Piubel nach 78 Minuten war der Schlusspunkt einer höchst einseitigen Partie und der gelungene Test für den FCZ, der am kommenden Wochenende im Spitzenkampf gegen den FC Basel seine Führung ausbauen will. Zweckoptimismus gab es bei Andreas Zürcher dennoch: “Ich sah auch gute Ansätze. Wenn wir die Fehler eliminieren können, bin ich für den weiteren Verlauf der Saison guten Mutes.” Sogar Fiorina fand ein, wenn auch kleines, Lob für den FCA: “Der Gegner hat sich gut zurück gezogen.” Was die Spielanteile wohl treffend beschreibt. Sein Team sieht er auf dem richtigen Weg: “Ich bin zufrieden mit dem Spiel, mit dem Resultat und der Qualität. Wir haben die Niederlage gegen YB abgehakt, sind in Form und freuen uns auf das nächste Wochenende.”

Lugano Femminile – Grasshopper Club Zürich 2:0 (0:0)

Die Hoppers, welche gut in die Saison gestartet sind, verlieren den Anschluss an das Mittelfeld immer mehr. Dass es in Lugano kein einfaches Spiel werden würde, wusste man aus Erfahrung. Bis kurz vor Ende des Spiels sah es zumindest so aus, als würden sich die Tabellennachbarn mit einem Unentschieden verabschieden. Doch ein Elfmeter in der 79. Minute, verwandelt von Sonia Rada, sowie ein Treffer von Cara Curtin nur eine Minute später, veränderten die Tabellensituation deutlich. GC hat nun bereits einen Rückstand von 8 Punkten auf die Luganesi, allerdings auch einen komfortablen Vorsprung von 10 Punkten auf Yverdon Féminin. Lugano bildet nun zusammen mit Luzern und den BSC Young Boys ein kompaktes Mittelfeld mit 25, respektive 26 Punkten.


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