Veröffentlicht am: So, 03. Dezember, 2017

Torreicher Auftakt in eine Englische Woche

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Zum Abschluss des Fussballjahres 2017 absolviert die Nationalliga A nochmals eine Englische Woche. In den vier Partien bei winterlichen Temperaturen fielen nicht weniger als 19 Tore.

Yverdon Féminin – FC Zürich Frauen 0:3 (0:2)

Die Zürcherinnen liessen in Yverdon nichts anbrennen. Bereits nach 17 Minuten konnten sie durch einen Sololauf von Patricia Willi in Führung gehen. Nur fünf Minuten danach hätten Lesley Ramseier etwas später auch Federica Cavicchia gar noch erhöhen können, doch stand einerseits der Pfosten im Weg, und andererseits fehlte es etwas an der Präzision. Aber auch so konnte Zürich den ungefährdeten Sieg schon in der ersten Halbzeit vorbereiten. Mit dem zweiten Treffer von Willi, unterstützt von Fabienne Humm, nach 35 Minuten waren die Weichen gestellt.

Unbedrängt bringt Patricia Willi den FCZ in Führung. Estelle Zurkinden kann nur noch zusehen (Bild: Peter Ganser)

Die Gäste hatten die schwierigen Verhältnisse, bei welchen auch der starke Wind eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte, besser im Griff. Den Siegeszug endgültig in den Bahnhof fahren konnte dann Karin Bernet mit ihrem Tor zum 3:0 nach 77 Minuten. Nach der schwachen Vorstellung gegen Lugano vor der Länderspielpause konnte sich das Team von Luca Fiorina gegen die Westschweizerinnen nun rehabilitieren und die Tabellenspitze behaupten. Yverdon kommt weiterhin nicht vom Fleck und profitiert davon, dass es dem FC Aarau bislang noch schlechter läuft. Yverdon belegt unverändert den vorletzten Tabellenplatz, 8 Punkte hinter Lugano Femminile.

FC Luzern – BSC Young Boys 1:3 (1:2)

Der November war der Monat der BSC Young Boys. Sieben von vierzehn Punkten generierten sie im letzten Monat. Und diesen Trend wollten sie am ersten Wochenende des Dezembers unbedingt fortsetzen. Der FC Luzern war noch vor wenigen Wochen Tabellenführer und damit sicher kein einfacher Gegner. Die Zentralschweizerinnen schwächelten allerdings zuletzt etwas und mussten sich in einer intensiven Partie gegen die Grasshoppers geschlagen geben. Das Team von Glenn Meier wollte insbesondere die Defensive verbessern und setzte dabei auf die ehemalige Nationalspielerin Rahel Graf, welche sich aber im Abschlusstraining verletzte und von Valérie Zürny ersetzt werden musste. Die ersten Szenen gehörten dann aber doch den Gästen. Alisha Lehmann scheiterte gleich zu Beginn noch knapp, nach vier Minuten gingen sie aber dann dank eines Treffers von Charlotte Mayland doch in Führung. Dies hielt jedoch nur kurz, denn auch Géraldine Reuteler traf auf der Gegenseite. Und dies nur gerade zwei Minuten später. Die Partie war damit so richtig lanciert. Das Glück war dem FCL danach aber nicht mehr hold. Eine Schwächephase der Hauptstädterinnen konnten sie nicht ausnutzen, Irina Brütsch scheiterte an einer starken Nicole Studer. So war es Lehmann, welche kurz vor der Pause, bedient von Melanie Müller, YB wieder in Führung bringen konnte. Auch für den letzten Treffer der Partie war Lehmann verantwortlich, allerdings erst drei Minuten vor Ende der Partie, und rückt damit in der Torschützinnenliste auf ein Tor an ihre Gegenspielerin Reuteler heran.

Auch die vorübergehende Rückkehr von Torhüterin Antonia Albisser konnte die Niederlage des FCL nicht verhindern (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Grasshopper Club Zürich – FC Aarau Frauen 5:1 (2:0)

An der Spitze der Liste der besten Torschützinnen steht, neben Eunice Beckmann, Caroline Müller mit 11 Treffern. Drei davon konnte sie sich gegen den FC Aarau an diesem Wochenende gutschreiben lassen. Beckmann traf allerdings heute noch einmal mehr. Doch dazu später mehr. Das Resultat spiegelt die Leistungen der Partie nur beschränkt wieder. Der Sieg der Hoppers war durchaus verdient. Vorallem aber deshalb, weil sie einmal mehr wesentlich effizienter waren, als die Aargauerinnen. Aarau hatte schon in der ersten Halbzeit mehrere Möglichkeiten, scheiterte aber mehrfach. So wurde der Abschluss von Julia Höltschi nach sieben Minuten von Jasmin Wirthner auf der Linie entschärft. Auch Mara Gloor war 10 Minuten später erfolglos. Nach gut einer halben Stunde wurde Fabienne Kohler im Tor der Aarauerinnen gleich mehrfach gefordert und konnte ihr Team im Spiel behalten. In Führung gingen die Gäste aber auch nicht, denn wieder vermochte Höltischi, in der Nationalliga B noch Torgarantin, ihren ersten NLA-Treffer nicht zu erzielen. Als knapp vierzig Minuten gespielt waren, war Kohler dann erstmal bezwungen. Zwar konnte sie den ersten Abschlussversuch von Müller noch entschärfen, den Abpraller setzte die Zürcherin aber derart präzise ins linke Lattenkreuz, dass auch Kohler machtlos war. Kaum war das Spiel wieder aufgenommen, wusste sich Aarau im eigenen Strafraum nur mit einem Foul zu helfen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Müller souverän. “Wir haben durch Eigentore verloren”, beschrieb es Andreas Zürcher vom FC Aarau danach. Nötig wäre der Rückstand zum Seitenwechsel in dieser Höhe sicher nicht gewesen.

18 Minuten konnte Aarau das 0:2 verteidigen und sich auch einige Torchancen erarbeiten. Und endlich traf auch Höltschi, welche zuvor noch zuwenig Selbstvertrauen zeigte und lieber eine Mitspielerin bediente, als selbst abzuschliessen. Nun aber gelang das längst fällige Tor zum 1:2. Für die Hoppers war dies der Weckruf, nochmals mehr aufzuwenden, um den Abstand wieder herzustellen. In der 69. Minute wollte dies Caroline Müller erledigen, scheiterte aber an Fabienne Kohler. Der folgende Eckball segelte in den Strafraum und wurde ausgerechnet von einer Aarauerin ins eigene Tor geschoben. Nun war das Eigentor auch noch direkt und nicht nur im übertragenen Sinn Tatsache. Aarau drängte auf den erneuten Anschluss, GC nutzte die sich daraus bietenden Räume. In den letzten Minuten konnte zunächst Mirjam Betschart, assistiert von Carina Roscic, und anschliessend wieder Müller auf den 5:1 Endstand erhöhen. “Am Ende der Tabelle zu stehen bedeutet nicht, dass man schlechten Fussball spielt. Wir hatten Respekt vor dem Gegner. Die Höhe des Resultates ist nicht eine Folge unseres Spiels, und dennoch sind wir natürlich zufrieden mit dem Ergebnis”, so GC-Trainer Miodrag Tomanic im Anschluss. Die Hoppers überholen damit Lugano und ziehen mit den BSC Young Boys gleich. Beide Teams liegen nur noch zwei Punkte hinter dem FC Luzern auf Rang 3.

Lugano Femminile – FC Basel 1893 0:6 (0:1)

Die einzige Partie des Sonntags wurde vom FCB im Vorfeld als “schwieriges Auswärtsspiel” bezeichnet. Dies war es wohl auch in den ersten Minuten. Doch nach einer halben Stunde folgte die Machtdemonstration der Gäste vom Rheinknie, welche insbesondere eine von Eunice Beckmann war. Ihr persönliches Torfestival eröffnete sie nach 31 Minuten, und gewährte nur gerade Yasmin Bunter (58.) und Rachel Rinast (87.). Die restlichen Treffer des Kantersieges erzielte sie in der 70., 76. und 89. Minute dann gleich selbst. Basel unterstrich damit die Titelambitionen und bewies, dass sie die stärkste Offensive der Liga besitzen und auch in der Defensive mit nur zwei Gegentreffern mehr als der FCZ gut dastehen. Da die punktgleichen Zürcherinnen ein Spiel weniger absolviert haben, liegt der FCB daher aktuell auf dem 2. Tabellenplatz.

Luka Küste, Axl Klausecker, Peter Imhof, Sarah Giezendanner-Eugster, Vinh Nägeli Päukerli, Moni Rinast, Hubert Schill, Michèle Estermann, Sandra Meier, Beat Steiner, Pippo Rino, Beat Linder, Romina Hodel, Monica Luraschi, Markus Schärer, WomensCup, Nick Danny Sanchez, Rolf Rindlisbacher, Patrick Born, Jacqueline Schauenberg, Claudia Donatsch-Kreis, Laila Koch, Michi Lendi, Andressa Stinson, Dora Weibel gefällt dieser Artikel

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