Veröffentlicht am: So, 12. November, 2017

Luzern wird vom Tabellendritten zum lachenden Dritten

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Erst sah es nach keinem Sieger, dann nach einem Sieg für Basel aus. Doch Zürich hatte noch ein Ass im Ärmel: Der intensive Spitzenkampf zwischen dem FCB und dem FCZ endete unentschieden. Von dem Remis profitierte der FC Luzern. Er hievt sich an die Spitze der NLA.

FC Basel – FC Zürich 1:1 (0:0)

(sd) Als wohl viele Zuschauerinnen und Zuschauer dachten, heute sei der Tag, an dem die FC Basel Frauen tatsächlich den ewigen Rivalen aus Zürich schlagen würden, da fand ein langes Zuspiel Fabienne Humm. Diese lupfte den Ball an der Strafraumgrenze im Fallen und somit in bester Beachsoccer-Manier über FCB-Goalie Stenia Michel und traf zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich. Vielleicht fiel der Jubel bei den Gästen gar noch etwas stärker aus als sonst. Denn viel hätte nicht gefehlt und die Zürcherinnen wären ohne Punkte aus dem regnerischen und kalten Basel abgereist.

Vor 150 Zuschauern neutralisierten sich beide Teams in der ersten Halbzeit weitgehend. Basel wie auch Zürich waren bemüht, das Tempo trotz tiefem Boden hoch zu halten. Die Zweikämpfe wurden intensiv geführt. Es gab auch schöne Spielzüge zu sehen – nur der letzte, entscheidende Pass kam selten an. Deshalb gab es keine entscheidende Torszene.

Nach der Pause zuerst ein ähnliches Bild: Basel aggressiv in der Störarbeit, Zürich mit der Ruhe am Ball. In der 65. Minute wurde ein Freistoss von Riana Fischer im Strafraum abgelenkt, Stenia Michel reagierte glänzend und lenkte den Ball um den Pfosten. Keine zwei Minuten später hatte Patricia Willi mit einem Weitschuss eine gute Möglichkeit. Und beim nächsten Zürcher Angriff foulte Franzsika Jaser im Strafraum die davon stürmende Fabienne Humm. Ess gab folgerichtig Penalty. Willi nahm Anlauf, Michel tänzelte und – entschied sich für die richtige Ecke. Penalty verschossen, weiterhin 0:0.

Stenia Michel hält den Elfmeter von Patricia Willi. (Bild: Florian Hepberger)

Diese drei Zürcher Chancen läuteten eine spannende Schlussphase ein. Basel riss sich zusammen und wurde nun offensiv wieder mutiger. In der 87. gelangte der Ball auf die linke Seite zu Rachel Rinast, diese fackelte nicht lange, zog ab, der Flatterball senkte sich hinter Seraina Friedli im hohen Eck ins Tor. 1:0 für das Heimteam. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, da Humm kurze Zeit später das 1:1 erzielte. Eunice Beckmann hatte in der Nachspielzeit gar noch die Chance auf den Siegtreffer, doch wie auch ihre Kollegin Stenia Michel war Friedli heute glänzend aufgelegt und parierte diesen Ball prima.

Somit trennen sich Basel und Zürich im Spitzenkampf mit 1:1. Damit muss Zürich die Tabellenführung abgeben, bleibt aber vor dem FC Basel klassiert. Doch die Baslerinnen haben gezeigt, dass sie dem Meister nicht zufällig so dicht auf den Fersen sind.

FC Luzern – FC Aarau Frauen 5:1 (2:1)

(cb) Innert Wochenfrist hatten die Aarauerinnen erneut die Reise an die Stätte des jüngsten Misserfolgs anzutreten. Nach der bitteren Niederlage im Cup gegen die Erstligistinnen, standen sie nun dem Überraschungsteam aus Luzern gegenüber. Das Team von Andreas Zürcher schien zunächst seine Lehren gezogen zu haben. Für Zürcher war das aber die einzige positive Seite des Spiels: „Besser war es. Aber hinten sind wir einfach zu schwach. So geht es nicht und wir lernen auch nicht aus unseren Fehlern.“

Ungenauigkeiten gab es allerdings zumindest in der Startphase auf beiden Seiten. Aarau hätte in den ersten Minuten gar in Führung gehen können, so beispielsweise nach 14 Minuten, als Lara Jenzer Natascha Honegger zu einer Parade zwang. Drei Minuten zuvor vergab allerdings auch Raquel Branco Videira auf der Gegenseite eine zwingende Chance. Effizienter war dann aber doch Luzern, das nach 22 Minuten und einer blitzsauberen Kombination durch die gegnerischen Reihen dank eines Treffers von Géraldine Reuteler in Führung ging. Danach hatte der FCL die Partie im Griff. Auch beim nächsten Treffer liess sich die Abwehr der Gegnerinnen übertölpeln. Lediglich die Torschützin hiess bei diesem Treffer nicht Reuteler, sondern Irina Brütsch. Diese Problematik sprach auch Zürcher an: „Würden wir hinten sicher stehen, könnten wir das Spiel offen halten.“ Nach knapp einer halben Stunde folgte ein nicht gerade zwingender Angriff der Aargauerinnen, ein Foul und ein daraus folgender Elfmeter, welcher von Chloé Sylvestre verwandelt werden konnte. Dies brachte Aarau wider Erwarten heran. Bis zur Halbzeit neutralisierten sich die beiden Teams, wobei sie auch mit dem durchtränkten Boden ihre liebe Mühe hatten.

Sorgte wiederholt für Unruhe in der gegnerische Abwehr: Irina Brütsch (m.) im Abschluss. (Bild: Dominik Stegemann)

Aarau konnte sich glücklich schätzen, dass die sonst so torgefährliche Géraldine Reuteler einen Abend der Höhen und Tiefen erlebte. Verzog sie einen Abschluss vor der Pause über das Tor, gelang ihr dieses „Kunststück“ fünf Minuten nach dem Seitenwechsel erneut. Den zweiten Fehler korrigierte die Nationalspielerin allerdings in der 54. Minute. Nach einem schnellen Gegenstoss zog sie bis in den Strafraum, bediente mit einem Hackentrick Rahel Sager, welche unbedrängt auf 3:1 erhöhen konnte. Im Anschluss blieben die Möglichkeiten des FCA Mangelware. Anders beim FCL, welcher höher hätte gewinnen können, ja müssen. Dies sah auch Trainer Glenn Meier so: „Gegen Spitzenteams erhalten wir nicht so viele Möglichkeiten. Da müssen wir deutlich effizienter sein. Dennoch ist es hervorragend, was das Team leistet, bei dieser knappen Personaldecke, die wir im Moment haben.“

Für das Highlight des Abends sorgte dann doch noch Reuteler. Eine Flanke in der 77. Minute verwandelte sie fliegend und volley zum 4:1, unhaltbar für Fabienne Kohler. Die kurz zuvor eingewechselte Leandra Schegg erhöhte mit dem Schlusspfiff auf 5:1. Aarau zeigte zwar eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Cupspiel, für eine Überraschung und die ersten Punkte gegen den neuen Leader der Nationalliga A reichte es aber nicht. Zu harmlos waren die Aufsteigerinnen in der Offensive. Diese Harmlosigkeit im Angriff hat aus Sicht des Aarau-Trainers auch mentale Gründe. „Acht verlorene Spiele in Folge gehen nicht spurlos an den Spielerinnen vorbei“, sagte Zürcher am Ende. Anders Luzern: Das Remis in Basel, der verdiente Heimsieg und und die Tabellenführung sorgten für gute Laune beim Heimteam.

Yverdon Féminin – GC 2:1 (0:1)

Die Situation der Aarauerinnen verschlimmert sich noch durch das 2:1 von Yverdon gegen GC. Durch den zweiten Saisonsieg haben die Waadtländerinnen als Tabellenvorletzte nun sieben Punkte auf dem Konto und ebenso viele Vorsprung auf das Schlusslicht Aarau.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich das Team von Frédéric Mauron zuletzt etwas stabilisiert. Die besagten sieben Punkte hat Yverdon in den letzten drei Heimspielen eingefahren. Dabei sah es im im Spiel gegen GC lange gar nicht nach einem Erfolg für die Grünweissen aus. Die Gäste lagen nach einem Tor von Laura Walker in der 16. Minute bis tief in die zweite Halbzeit in Führung. Durch einen Doppelschlag von Lena Schneuwly und Elodie Annaheim rund zwanzig Minuten vor Schluss riss Yverdon den Sieg aber doch noch an sich – hatte ganz am Ende aber Glück, weil Jasmin Wirthner für GC nur den Pfosten traf.

Für das eigentlich gut in die Saison gestartete GC ist es die dritte Niederlage in Folge. Dadurch rutschen die Zürcherinnen in der Tabelle nach unten und stehen nun unmittelbar vor Yverdon auf Rang sechs.

Lugano Femminile – BSC YB 0:2 (0:1)

Mit den Erinnerungen an das dramatische Cup-Out gegen Chênois und die Last-Minute-Niederlage im ersten Spiel gegen Lugano im Gepäck, reisten die YB-Frauen ins Tessin. Zudem fehlte den Bernerinnen mit Calo, Fai, Mayland und Fasel, letztere wegen eines Kreuzbandrisses, eine komplette Abwehr. Nicht die besten Voraussetzungen für das schwierige Auswärtsspiel im Cornaredo.

Doch die Bernerinnen machten das Beste aus der wenig verheissungsvollen Ausgangslage und siegten durch Tore von Kim Dubs (25.) und Florijana Ismaili (57.) mit 2:0. Durch diesen Vollerfolg rücken sie in der Tabelle ins Mittelfeld vor und sind das einzige Team unterhalb der ersten Drei, das ein positives Torverhältnis aufweist. Lugano zeichnet sich nach wie vor durch eine auffällige Inkonstanz aus, was Reisen ins Tessin für die Auswärtsteams nicht unbedingt leichter macht. Als nächster Gast wird in zwei Wochen der FC Basel erwartet.

 

 

 

Lu Ciano Er Più, Marianne van Weezenbeek, Sandra Meier, Axl Klausecker, Claudia Dettwiler, Beat Steiner, Marc-André Rauber, Stefanie Hollenstein, Kathrin Lehmann, Feminin Feminin, Deborah Näpfli, Teuta Ameti, Chantal Wyser, Leandra Schegg, Melanie Niederberger, Markus Schärer, WomensCup, Hector Hernandez, Henry Mächler, Laila Koch, Emanuela Schürch, Vivienne Steiner, Annamarie Diethelm, Glenn Meier, Michèle Estermann, Antonia Albisser, Arthur Bless gefällt dieser Artikel

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Dein Kommentar
  1. Erwin sagt:

    Danke für die tolle Berichterstattung rund um den Frauenfussball!! Gruss aus Luzern

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