Veröffentlicht am: Di, 28. November, 2017

Ein Sieg zum Jahresabschluss

Eine Newsmeldung präsentiert von:

Vor gut 1200 Zuschauerinnen und Zuschauern in Biel gewinnt die Schweiz in der WM-Qualifiaktion gegen Albanien 5:1. Das ist im vierten Spiel der vierte Sieg – und trotzdem überzeugen die Schweizerinnen nicht restlos.

Die Schweiz ist zwar gut in ihre Qualifikation gestartet, ganz leicht fallen will das Siegen der Schweiz aber doch nicht. Zum Beispiel das Tore schiessen macht ihnen Mühe. Das wollten sie eigentlich heute gegen Albanien, im letzten Spiel des Kalenderjahres, besser machen. Eine steife Brise ging bei Spielbeginn durch die Tissot Arena in Biel, den Fotografen flogen die Regenschirme davon. Und wie ein Wirbelwind kamen anfänglich auch die Schweizerinnen über Albanien. Dreimal kam allein Viola Calligaris zum Abschluss. Doch in Calligaris ihr schien sich die Schweizer Tormalaise personifiziert zu haben. Dreimal scheiterte sie an der Latte oder an Marigona Zani im albanischen Tor. Zani spielt im bürgerlichen Leben für den TSV Jahn Calden in der deutschen Hessenliga.

Die Tür zu den Toren machte in der 8. Minute dann aber Vanessa Bernauer auf. Mit einem magistralen Querpass zu Lia Wälti, die heute im rechten Mittelfeld anfing. Wälti lief zur Grundlinie, legte im Fallen zurück und fand Florijana Ismaili, die trocken zum 1:0 verwertete. Damit schien das Problem gelöst. Ismaili, deren Familie aus Albanien stammt, liess sich keine besondere Belastung anmerken. Für die Schweiz zu spielen sei für sie eine Selbstverständlichkeit, sagte sie nach der Partie. Trotzdem seien besondere Emotionen im Spiel gewesen, nicht zuletzt bei den Hymnen. Immerhin war heute einer der beiden Nationalfeiertage Albaniens.

Florijana Ismaili schiesst die Schweiz in Fürhung. (Bild: Peter Ganser)

Martina Voss-Tecklenburg liess fast die gleichen elf Spielerinnen wie gegen Weissrussland auflaufen. Einzig Lara Dickenmann tauschte sie gegen Ramona Bachmann aus. Diese Elf machte nach der Führung zwar weiterhin das Spiel, schien sich aber bereits in Sicherheit zu wähnen. Unweigerlich kam das engagierte Albanien auf. Um die 20. Minute kündigte ein guter Weitschuss von Megi Doci das Unheil an, das die Schweiz dann selbst herbei führte. Von den Albanerinnen nur einige Momente im Spielaufbau gestört, misslang ein Rückpass, dann der Befreiungsschlag von Gaëlle Thalmann, die dann so weit vor dem Tor stand, dass sie gegen den Schuss von Qendresa Krasniqi, in der Schweiz durch ihr Engagement in Yverdon bestens bekannt, nichts mehr ausrichten konnte.

Der Ausgleich war zwar glücklich, aber nicht einmal unverdient. Albanien hatte der Schweiz vorgemacht, was es heisst, mit Leidenschaft anzutreten. Immerhin realisierte das Heimteam nun, was es geschlagen hatte und nahm sich ein Beispiel an den Gästen. In der 35. Minute wagte die Kapitänin Lia Wälti einen Rush. Ihr Abschluss wurde zwar abgeblockt, der Ball sprang aber zu Bachmann, die ohne zu überlegen einschoss.

Wie nach dem Spiel zu erfahren war, wurde es in der Schweizer Kabine in der Pause laut. Martina Voss-Tecklenburg rief ihr Team zur Ordnung und tatsächlich hielten die Schweizerinnen das Spiel in der zweiten Halbzeit unter Kontrolle. Cinzia Zehnder kam für Vanessa Bernauer und interpretierte ihre Rolle überaus offensiv. Zuerst leitete sie einen Lattenschuss von Géraldine Reuteler ein, dann wurde ihr eigener Schuss im letzten Moment gestoppt. Die Schweiz gestand Albanien nun nichts mehr zu, musste aber trotzdem auf die Siegessicherung warten.

In der 73. Minute zirkelte Lia Wälti einen Freistoss auf den Kopf von Rahel Kiwic, die kurz zuvor schon knapp gescheitert war. Diesmal traf sie präzis. Für Wälti war es der dritte Assist an diesem Abend. Selber schoss sie zwar kein Tor, ohne sie wär den Schweizerinnen das Tore schiessen aber wohl noch schwerer gefallen. Nach dem Spiel konnte sich die Bernerin in Diensten Potsdams jedenfalls nicht daran erinnern, schon jemals drei Vorlagen geliefert zu haben, wobei sie die zweite nicht einmal richtig zählen lassen wollte.

Das ist keine Vorlage, trotzdem assistierte Lia Wälti bei drei Toren. (Bild: Peter Ganser)

Weil nun die Kräfte Albaniens nachliessen, jene der Schweiz aber nicht, erhöhte sich das Skore bis am Schluss auf 5:1. In der 80. Minute wetzte Viola Calligaris ihre Scharte aus der Startphase aus und traf per Kopf, wobei gleich Albanerinnen rutschend den Ball wie in Zeitlupe über die Linie begleiteten. Den Schlusspunkt setzte wiederum Ismaili, die ein Zuspiel der ebenfalls eingewechselten Eseosa Aigbogun verwertete. Ein drittes wäre für Ismaili auch noch möglich gewesen, mit dem Schlusspfiff traf sie aber nur die Latte und weil Aigbogun zuvor schon einmal ans Kreuz geköpfelt hatte, verzeichnete die Schweiz am Ende vier Gestängetreffer.

Nach dem Spiel zeigte sich Martina Voss-Tecklenburg zufrieden mit der Ausbeute an Punkten – nach vier Spielen resultiert das Maximum – und zum Teil auch an Toren, in der Qualität des Schweizer Spiels sah sie aber weiterhin Steigerungspotenzial: „Zu viele Fehler, zu viele lange Bälle, einiges Unerklärliches“. Unerklärlich fand sie zum Beispiel die erneute defensive Nachlässigkeit, die zum Gegentor führte. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass sich in diesem Team in einem Lernprozess befinde. Und die Zahlen geben ihr recht. Die Elf, mit der die Schweiz das Spiel beendete, hatte ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren.

Romina Hodel, Michèle Estermann, Marc-André Rauber, Luka Küste, Brigitte Marassi, Peter Trutmann, Lisi Relbud, Priska Müller, Daniela Apreda, Carone Gianluca, Melisa Demirayak, Pia Ammann, Anita Kunz-Jegerlehner, Beat Steiner, Rolf Rindlisbacher, Henry Mächler, Palma Nyffeler, Jacqueline Wyss, Susan A. Schnurrenberger, Stefanie Hollenstein, Marina Sprecher, Patrick Born, Conny Nigg, Joelle Schläfli, Knud Walter, Stephan Imoberdorf, Monica Luraschi, Fabienne Schwarz, Daniela Marti-Kunz, Michaela Marggi, Tanja Tamara Huggenberger, Emanuela Schürch, Andressa Stinson, Babsi Fit, Vanessa Pittet, Petra Schai, Beatrice Chevalley, Martina Kobi, Pippo Rino, Evi Marti, Melanie Fiebig, Roland Zimmermann, fairygoals, Marco Vflwf, Deborah Näpfli, Hans Burri, Stephanie Ramseier, Christian Müller, André Calligaris, Vinh Nägeli Päukerli, Gerd Gruendl, Silvano Monn, Audrey Š. Corminboeuf, Drandofile Ramadani, Andrea Schneider, Karen Gutscher, Regula Trüeb, Beat Linder, Stefan Theis, Kathrin Lehmann, Eileen Aigbe, Marco Furrer, Daria Sina Tanner, Yanick Bühler, Eva-Maria Lucena, Markus Schärer, Annamarie Diethelm, Leandra Schegg, WomensCup, Sylvia Ruscher, Nick Danny Sanchez, Marianne van Weezenbeek, Colette Zurschmiede, Katharina Bachofner, Claudia Donatsch-Kreis gefällt dieser Artikel

Holen Sie sich die App des Frauenfussball-Magazins und bleiben Sie immer bestens informiert:

Dein Kommentar

XHTML: Du kannst diese html tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Log in here!