Veröffentlicht am: Fr, 24. November, 2017

Ein Sieg für die Schweiz, der höher hätte ausfallen müssen

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Im vorletzten Ernstkampf des Jahres bezwang das A-Nationalteam Weissrussland klar und verdient mit 3:0. Ein Spiel, welches trotz des weiteren Punktgewinns auch Schwachstellen aufdeckte.

Dass Weissrussland kein übermächtiger Gegner sein würde, war schon vor der Partie klar. Den einzigen Dreier erspielte man sich mit einem knappen 1:0 gegen das bisher sieglose Albanien. Das Team von Martina Voss-Tecklenburg gab dann auch von Beginn an den Tarif durch und dominierte die Gegnerinnen, war taktisch und technisch überlegen. Gegen die massierte Defensive fanden sie immer wieder effiziente Mittel, sich bis vor die Torfrau durchzuspielen. Es hätte eigentlich ein Torfestival werden müssen. Doch die 2017 Zuschauer – was kein Schreibfehler ist – sahen ein Festival der vergebenen Chancen. Besonders unglücklich agierte in der ersten Spielhälfte Ana-Maria Crnogorcevic, welche bereits nach 3 Minuten die Schweiz hätte in Führung bringen können. Zunächst hebelte sie den Ball über das Tor, drei Minuten danach nach einem Zuspiel von Vanessa Bernauer ans Aussennetz. Aber nicht nur die Spielerin des 1. FFC Frankfurt, sondern auch Florijana Ismaili oder Julia Stierli hatten heute das Glück nicht gepachtet.

Erleichterung und Jubel bei Viola Calligaris (l) und Jana Brunner (Bild: Andy Scherrer)

Erlösung brachte dann in der 17. Minute das Tor von Viola Calligaris, nachdem sie ein Zuspiel von Lia Wälti aus spitzem Winkel verwerten konnte. Kaum war das Spiel von der Unparteiischen Cheryl Foster wieder angepfiffen, fiel bereits der zweite Treffer für das Heimteam. War sie zuvor noch Assistgeberin, feierte Lia Wälti nun selbst einen Treffer. Beim 2:0 sollte es bis zur Halbzeit dann auch bleiben. Die Weissrussinnen hatten unmittelbar nach den beiden Toren der Schweiz ihre einzigen Möglichkeiten, welche aber beide von Gaëlle Thalmann problemlos pariert werden konnten. Aus Sicht des Teams von Voss-Tecklenburg spielten sich die restlichen Minuten bis zur Pause so ab, wie auch diejenigen zuvor. Die Schweiz drückte, erarbeitete sich Möglichkeiten, scheiterte aber reihenweise.

Wir hätten höher gewinnen müssen

Géraldine Reuteler (l) konnte erneut ihr grosses Talent unter Beweis stellen (Bild: Andy Scherrer)

Frischen Wind brachte in der Offensive die 18-jährige Géraldine Reuteler vom FC Luzern. In der 41. Minute für die leicht angeschlagene Viola Calligaris eingewechselt, spielte sie so unbekümmert, wie wenn es sich um ein Ligaspiel handeln würde. “Es war schon ein rechter Unterschied”, meinte sie aber dennoch. Sie habe es einfach probiert, so locker wie beim FCL zu sein, denn klappe es ja im Moment ganz gut (8 Tore in 9 Spielen, Anm.d.Red.). Klare Worte findet sie aber in Bezug auf die Teamleistung: “Bei der Chancenauswertung haben wir ganz schön versagt. Wir hätten locker 7:0 gewinnen müssen. Aber schön ist, das wir drei Punkte haben.” Drei Minuten nach dem Seitenwechsel wurde ihr Abschlussversuch zwar noch abgeblockt, nach 56 Minuten konnte sie aber für die Schweiz auf 3:0 erhöhen. Eben noch nach einem Rempler am Boden liegend, stand sie auf, stürmte auf den sich ihr nähernden Ball zu und schloss eiskalt ab. Etwas, was danach auch die gestandenen Spielerinnen versuchten, allesamt aber erneut nicht zum Erfolg fanden. Weder mit Standards, noch aus dem Spiel heraus vermochten sie ein Resultat zu erspielen, welches anhand der Möglichkeiten und Spielanteile zu erwarten gewesen wäre. Dass die Spielerinnen mit ihrer Leistung nicht zufrieden waren, war dann auch nach dem Abpfiff offensichtlich, was die Nationaltrainerin auch bestätigte: “Wir hatten Phasen, wo die Konzentration fehlte und ich mir mehr Präzision gewünscht hätte. Wir hätten das Spiel nicht nur höher gewinnen können, sondern müssen. Ein Anspruch, den auch die Spielerinnen an sich selbst stellten. Man hat gesehen, dass sie nicht so zufrieden vom Platz kamen.” Das Team befinde sich nach den vielen Rücktritten noch immer in einem Umbruch. Die jungen Spielerinnen müssen integriert werden und Erfahrungen sammeln. Lara Dickenmann wird beispielsweise am kommenden Dienstag gegen Albanien nicht zum Einsatz kommen, auch eine Teilnahme von Ramona Bachmann ist fraglich. Ein weitere Gelegenheit, die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Trotz der ungenügenden Leistung kann sich die Schweiz weitere drei Punkte gutschreiben lassen und übernimmt vorübergehend die Tabellenführung in der Gruppe 2, wobei Schottland, aktuell auf Rang 2, erst zwei Partien ausgetragen hat. Die Direktbegegnung wird am 5. April 2018 in der Schweiz ausgetragen und wohl vorentscheidend für die direkte Qualifikation sein.

Luka Küste, Knud Walter, Marc-André Rauber, Sandra Bruderer, Beat Linder, Brigitte Marassi, Henry Mächler, Moni Fussballerin, Palma Nyffeler, Beatrice Rutishauser-Lustenberger, Mirjam Strässle, Laila Koch, Monica Luraschi, Daria Sina Tanner, Pia Ammann, Axl Klausecker, Markus Schärer, Andressa Stinson, Hector Hernandez, Yanick Bühler, Sandra Meier, Danka Fecková, Sandrine Wagner, Mirjam Züger, Beat Steiner, Anliker Rolf, Kathrin Lehmann, Audrey Š. Corminboeuf, Jürg Huggler, Petra Schai, Andi Haab, Jacqueline Wyss, Patrick Born, Roland Zimmermann, Annamarie Diethelm, Michaela Marggi, Bettina Brülhart, Barbara Vetsch, Deborah Näpfli, Eileen Aigbe, Hildegard Forster, Chantal Wyser, Marc Ribolla gefällt dieser Artikel

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