Veröffentlicht am: Mi, 11. Oktober, 2017

Zürich scheitert an sich selbst

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Traditionsgemäss empfingen die Frauen des FC Zürich im Stadion Letzigrund zur Champions League. Mit einer guten Ausgangslage sollte das Ticket zum Achtelfinal gelöst werden. Das Vorhaben ging aber gründlich schief.

Der FC Zürich Frauen startete vor rund 2500 Zuschauerinnen und Zuschauern zwar mit viel Energie, aber wenig Ideen. Der Gegner aus Litauen war keineswegs übermächtig, man kannte sich aus dem Hinspiel. Der FCZ spielte sich in der ersten Halbzeit zwar immer wieder bis zum gegnerischen Strafraum durch, doch mehr resultierte daraus nicht. Zu gross waren die Räume, die man dem Gegner liess, zu inkonsequent waren die Aktionen. Dass ein verzweifelter Weitschuss von Barla Deplazes nach rund 10 Minuten als einzige Möglichkeit der ersten Spielhälfte verzeichnet werden konnte, spricht Bände. Nicht umsonst meinte Cinzia Zehnder nach dem Spiel, dass man die ersten 45 Minuten schlicht verschlafen habe. Gintra Universitetas spielte sein Spiel geschickt, die Pässe kamen mehrheitlich an und immer wieder wurde die schnelle und flinke Zenatha Coleman in der Spitze gesucht. Die Stürmerin aus Namibia konnte sich schon im Hinspiel in Szene setzen und tat dies auch heute wieder. Die Defensive von Trainer Luca Fiorina hat aus der ersten Partie offenbar zu wenig Lehren gezogen und konnte Coleman nicht aus dem Spiel nehmen. So war es kaum verwunderlich, dass auch sie für den ersten Treffer der Partie sorgte. Auf der linken Seite zu schnell für die Gegenspielerinnen verwandelte sie souverän zum 0:1. 27 Minuten waren gespielt und der FCZ hätte spätestens jetzt ein Konzept haben müssen, ob die nötigen zwei Tore zu erzielen. Bis zur Pause war davon aber wenig zu spüren.

Zentha Coleman (r) feiert jeweils ihre Treffer mit einer kleinen Tanzeinlage (Bild: Chris Blattmann)

Nach dem Seitenwechsel vermochte sich Zürich zwar etwas zu steigern, doch die Effizienz fehlte weiterhin. Anstatt dem Abschluss wurde die Mitspielerin gesucht, die Passgenauigkeit war ebenfalls verbesserungswürdig. Nach über einer Stunde fasste sich Malin Gut ein Herz und versuchte den Ausgleich zu erzielen. Doch auch bei ihr blieb es beim Versuch. In der 73. Minute wurde es dann erstmals laut im Stadion. Barla Deplazes lancierte Captain Fabienne Humm mit einem Pass in die Tiefe, diese spitzelte den Ball an Torhüterin Greta Kaselyte vorbei zum längst fälligen Ausgleich. Ein weiteres Tor und der FCZ wäre mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Zürcherinnen erhöhten den Druck und hofften, dass ein Standard zum Erfolg führen könnte. Ein Freistoss von Martina Moser nach einem Foul an Deplazes aus 18 Metern segelte aber nicht an der Mauer vorbei, sondern in sie hinein. Drei Minuten danach versuchte es Moser mit einem Kopfball, auch der fand den Weg nicht in die Maschen. Gintra lauerte auf den Konter, der dann in der 86. Minute auch möglich wurde. Rojas Pino war auf der rechten Seite schneller als die Verteidigung der Einheimischen, passte auf die in der Mitte wieder bereitstehende Coleman, welche mit ihrem insgesamt dritten Treffer der Runde der letzten 32 nicht nur den Sieg, sondern auch das Ausscheiden des FC Zürich Frauen aus der diesjährigen Champions League klar machte. Nüchtern analysiert Zehnder entsprechend, dass gefühlte 80% Ballbesitz auch nichts bringen, wenn der Gegner eine optimale Chancenauswertung zeigt. “Es stimmt noch nicht so ganz mit dem Zusammenspiel in unserem Team. Es muss sich alles noch etwas einpendeln, wir haben uns noch nicht gefunden”, so die Bundesliga-Rückkehrerin. Trainer Fiorina lässt dies allerdings nicht gelten. Für ihn ist die mangelnde Effizienz auch ein Problem des etwas knappen Kaders in der Offensive, bedingt durch die Verletzung von Sandrine Mauron und Meriame Terchoun, welche für ihn Schlüsselspielerinnen sind. Immerhin habe man aus den vier Halbzeiten zwei dominiert, so der neue Trainer des FCZ weiter. Eine Tatsache, die zwar sicher nicht wegzudiskutieren ist, für ein Weiterkommen in der UEFA Women’s Champions League allerdings nicht ausreicht.

Wolfsburg demütigt Atlético de Madrid

Neben dem FC Zürich Frauen standen auch heute wieder weitere Schweizerinnen im Einsatz. So traf Viola Calligaris mit Atlético de Madrid auf den VfL Wolfsburg und spielte die komplette Partie durch. Dies dürfte aber für die Obwaldnerin auch der einzige positive Aspekt gewesen sein. Denn nach der 0:3 Niederlage im Hinspiel, wurden die Spanierinnen in Wolfsburg regelrecht auseinandergenommen. Bereits zur Pause führte der Vfl mit 8:1, zwei Tore steuerte dabei auch Lara Dickenmann bei. Noelle Maritz spielte ebenfalls die gesamte Partie durch, Vanessa Bernauer wurde nach der Pause für Lena Goessling eingewechselt und konnte so ebenfalls ihren Beitrag zum 12:2 Sieg gegen ihre Nationalmannschaftskollegin beitragen.

Die mit grossen Ambitionen angetretenen Chelsea Ladies um Ramona Bachmann unterlagen zwar dem FC Bayern München mit 1:2 (1:0 im Hinspiel), qualifizieren sich aber dank der Auswärtstoreregel dennoch für die nächste Runde. Ramona Bachmann stand dabei während der gesamten Spielzeit im Einsatz.

WomensCup, Sandra Pribilova, Stefanie Hollenstein, Beat Linder, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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