Veröffentlicht am: Sa, 14. Oktober, 2017

Basel übernimmt die Spitze, Yverdon mit erstem Punkt

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In der sechsten Runde der Nationalliga A konnte sich der FC Basel vom Zehnerclub verabschieden und die alleinige Spitze übernehmen. Yverdon holt sich mit einem späten Tor den ersten Punkt und tritt die rote Laterne an Aarau ab.

FC Zürich Frauen – Grasshopper Club Zürich 2:2 (2:1)

Nach der ungenügenden Leistung des FC Zürich Frauen am Mittwoch in der Champions League (unser Bericht vom 11.10.2017) wurde eine deutliche Reaktion des Rekordmeisters erwartet. Diese blieb allerdings aus. Gegen aufsässige Grasshoppers holte sich der favorisierte FCZ lediglich einen Punkt, der über die gesamte Spieldauer gesehen, auch in Ordnung geht. Die Partie war über weite Strecken ausgeglichen, wobei das Heimteam durchaus spielbestimmend war. Die Hoppers ihrerseits spielten aber die sich bietenden Konter schnell und präzise und brachten immer wieder Gefahr vor dem Tor von Seraina Friedli. Der erste Treffer fiel allerdings nach 9 Minuten bei Nadja Furrer, dies nach einem Missverständnis zwischen der Torhüterin und der neu in der Innenverteidigung eingesetzten Sarah Steinmann, welches Fabienne Humm clever auszunutzen wusste. Bereits nach 20 Minuten vermochte GC auszugleichen. Ein Abschlussversuch von Bettina Brülhart landete dabei an der Latte, den Abpraller verwertete Celina Tenini per Kopf. Allerdings war dies derart knapp, dass Friedli den Ball noch auf der Linie zu sichern versuchte. Der Unparteiische sah den Treffer aber als gegeben. Auch das zweite Tor von Fabienne Humm liess Torhüterin Furrer nicht gut aussehen. Einen von ihr beanspruchten Ball vermochte sie nicht zu halten, wieder reagierte Humm blitzschnell und stellte die Führung wieder her.

Bettina Brülhart (l.) war gegen Zürich omnipräsent (Archivbild: Chris Blattmann)

Nach dem Seitenwechsel erspielten sich beide Teams noch die eine oder andere Möglichkeit, nutzen konnte sie aber nur noch Caroline Müller (70.). So endete das Zürcher Derby mit einem leistungsgerechten 2:2. Neben der zweifachen Torschützin Humm, welche sehr viel Laufarbeit absolvierte, stachen erneut Caroline Müller und Bettina Brülhart heraus, die alle drei das Spiel zu prägen vermochten. Der FCZ belegt weiterhin den 2. Tabellenplatz, allerdings mit einem Spiel weniger. Dabei profitiert das Team von Luca Fiorina allerdings davon, dass Lugano in Yverdon Punkte liegen liess und Luzern in Basel regelrecht unterging. Die Hoppers klettern auf den 3 Rang der Tabelle.

FC Basel – FC Luzern 7:0 (2:0)

(ms) Auf dem Gelände des Nachwuchs-Campus des FC Basel bekamen die rund 250 Zuschauer zwei komplett verschiedene Halbzeiten zu sehen. Beide Mannschaften zeigten sich von Beginn weg von ihrer kämpferischen Seite. Das Spiel war schnell und bereits früh ergaben sich Chancen für beide Teams. In der 10. Minute flankte Basels Yasmin Bunter von rechts vor das Tor. Kristina Sundov stand genau richtig und verwertete mit einem Kopfball zur frühen 1:0-Führung für die Heimmannschaft. Die Luzernerinnen versuchten ihrerseits genauso den Ball ins Netz zu bringen. Es kam auf beiden Seiten mehrmals zu Torchancen und Abschlüssen. Géraldine Reuteler erzielte für Luzern sogar den vermeintlichen Anschlusstreffer. Wegen ihrer Offside-Position wurde der Treffer jedoch nicht gewertet.

Auch wenn die Partie spielerisch sehr ausgeglichen war, so hatten beide Mannschaften ihre Defizite. Die FCB-Spielerinnen hatten, wie bereits im Spiel gegen Lugano (unser Bericht vom 30.09.2017), Mühe, präzise Pässe zu spielen. Und die Luzernerinnen mussten sich damit begnügen, dass sie im gegnerischen Strafraum kaum an der Basler Verteidigung vorbeikamen. Der FCB stand defensiv gut und vermochte der starken Luzerner Sturmspitze um Irina Brütsch und Géraldine Reuteler standzuhalten. Beim nächsten Angriff von Seiten des FCB wurde es erneut gefährlich. Rachel Rinast spielte von der Mittellinie einen langen Pass nach vorne. Beckmann umrannte die Luzerner Torfrau Natascha Honegger und spielt einen Pass in die Mitte. Yasmin Bunter erwischte den Ball zwar nicht ganz wie gewollt, platzierte den Ball aber via Pfosten im Tor – 2:0 für den FCB nach knapp 25 Minuten. Vor der Pause flaute das Spieltempo etwas ab. Es wurde vor allem in der mittleren Platzhälfte gespielt und die Mannschaften schienen die Halbzeit herbeizusehnen. Beide Mannschaften kamen jeweils noch zu einer gefährlichen Torchance, doch es blieb beim 2:0 für Basel.

Die erste Niederlage der Saison wurde für FCL-Trainer Glenn Meier und sein Team gleich zur grossen Klatsche (Archivbild: Dominik Stegemann / fan-Fotos.ch)

Die zweite Halbzeit glich in keinster Weise der ersten. Die Stimmung auf dem Platz wurde aggressiv und die Spielerinnen riefen sich teils böse Sätze zu. Dennoch, an Spektakel fehlte es auch die zweiten 45 Minuten nicht. In der 62. Minute trat Eunice Beckmann in Aktion. Sie erhielt den Ball an der Mittellinie, lief auf das Tor zu und schoss in aller Selbstverständlichkeit den dritten Treffer für Basel. Nach einer misslungenen Aktion von Luzerns Stürmerin Irina Brütsch, nahmen die Luzernerinnen eine eher bemitleidenswerte Rolle ein. In der 71. Minute führte ein Torhüterfehler dazu, dass Basel durch Kristina Sundov zum nächsten Tor kam. Luzerns Trainer Glenn Meier sagte nach dem Spiel, dass das vierte Tor für das Team sozusagen der Genickbruch war, denn in den letzten 20 Minuten blieben sie zwar kämpferisch und versuchten vehement, das Ehrentor zu erzielen, fanden jedoch gegen die spielfreudigen Baslerinnen kein Rezept mehr. In den Minuten 74, 88 und 92 schossen Fabienne Bangerter, Nicole Banecki und Eunice Beckmann noch drei Tore für Basel und verpassten ihren Gästen somit eine saftige 7:0-Niederlage.

Trotz dieser deutlichen Niederlage war Luzern nicht chancenlos. Im Gegenteil: Die Zentralschweizerinnen versuchten viel und gaben bis zum Abpfiff nicht auf. Dem entsprechend kam auch Lob von Basels Trainerin Sissy Raith: «Ich muss Luzern ein grosses Kompliment machen. Sie haben bis zum Schluss gefightet und bis zum Schluss an sich geglaubt. Diese Moral muss man auch erst einmal zeigen.» Man habe heute einfach das geschafft, was man in den letzten drei Spielen weniger gemacht hatte, nämlich die Chancen genutzt. Gleicher Meinung ist auch der Trainer von Luzern, Glenn Meier: «Ich habe sie gut analysiert in den letzten Spielen und dort gesehen, dass sie ein paar Mal hätten höher gewinnen sollen, aber einfach die Chancen nicht genutzt haben und jetzt waren sie halt gegen uns sehr effizient. «Es ist bitter, aber schlussendlich verliert man nur drei Punkte, egal wie hoch man verliert. Wir müssen dies jetzt abhaken und die Fehler analysieren.» Basel übernimmt damit die alleinige Spitze der Tabelle, Luzern rutscht auf den 5. Tabellenplatz ab.

FC Aarau – BSC Young Boys 0:4 (0:1)

Am mangelnden Willen hat es beim FC Aarau sicherlich nicht gefehlt. Die Aufsteigerinnen um Trainer Andreas Zürcher nahmen sich gegen die BSC Young Boys erneut viel vor, wohl wissend, dass es gegen diesen Gegner nicht einfach würde. Während der ersten Spielhälfte konnte dann auch genügend Gegenwehr geleistet werden, um die Bernerinnen in Schach zu halten. Nur gerade das Tor von Kim Dubs in der 33. Minute musste man in Kauf nehmen. Die Gäste hatten nach der Leistung gegen die Grasshoppers allerdings einiges besser zu machen, um den eigenen Ansprüchen zu genügen. Aarau versuchte gleich mit einem Dreifachwechsel zu Beginn der zweiten Halbzeit die Kräfteverhältnisse zu ändern und den schnellen Ausgleich zu erzielen. Dabei setzte Zürcher auf Jehona Mehmeti, welche für Run Fridriksdottir kam, sowie auf Mara Gloor (für Martina Trutmann) und Maria Bonmati (für Nicole Tiller). Zu mehr als weiterer Gegenwehr reichte dies allerdings nicht. Zwischen der 65. und 80. Minute erhöhte YB auf den Endstand von 0:4 und konnte den zweiten Sieg in der Meisterschaft sichern. Aarau übernimmt nach dieser erneuten Niederlage und dem ersten Punkt von Yverdon im Parallelspiel alleine den letzten Tabellenplatz.

Yverdon Féminin – Lugano Femminile 1:1 (0:0)

Lugano zeigte einen ausgezeichneten in die Saison und musste sich erst einmal – gegen den FC Zürich (0:3) – geschlagen geben. Damit gehörten auch die Tessinerinnen zum Zehnerclub, welcher vor dieser Runde aus 5 Teams bestand. Yverdon hatte bislang nicht nur keine Punkte, auch die Offensive war in den ersten fünf Runden derart ineffizient, dass die Westschweizerinnen noch keinen einzigen Treffer erzielen konnten. Beides sollte sich heute ändern. Während der ersten Halbzeit allerdings neutralisierten sich beide Teams und das Publikum im Stade Municipal musste sich bis zur 55. Minute gedulden, ehe ein Tor fiel. Dieses wurde allerdings wieder nicht von einer Einheimischen, sondern von Rebecca Raber auf Seiten der Luganesi bejubelt. Für das erste Tor von Yverdon Féminin sorgte 9 Minuten für Ende der Partie dann aber Audrey Riat, welche damit auch gleich das Unentschieden klarmachen konnte. Dank dieses ersten Zählers klettert Yverdon über den Strich, verfügt allerdings noch über einen Rückstand von 6 Punkten auf die Young Boys, welche derzeit Rang 6 belegen.

Sandra Meier, Deborah Näpfli, Babsi Fit, Romina Hodel, Markus Schärer, Michèle Estermann, Pippo Rino, Beat Steiner, René Humm, Claudia Donatsch-Kreis, Chantal Wyser, Axl Klausecker, Saranda Hashani, Emanuela Schürch, WomensCup, fairygoals, Michi Lendi, Laila Koch, Amanda Stahl gefällt dieser Artikel

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