Veröffentlicht am: So, 29. Oktober, 2017

Basel behält im Spitzenkampf die Oberhand

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Der FC Basel zementierte in der siebten Meisterschaftsrunde seine Spitzenposition, Zürich bleibt ihm dank eines Aufbäumens in den letzten 30 Minuten auf den Fersen und Yverdon feiert den langersehnten ersten Saisonsieg.

FC Luzern – Lugano Femminile 3:2 (2:1)

Konnte sich einen weiteren Treffer gutschreiben lassen: Irina Brütsch vom FC Luzern (Bild: FCL/Andy Stocker)

Die Luzernerinnen gehören nach dem schwierigen Sommer zu den Überraschungsteams der Saison. Nur gerade gegen den aktuellen Leader, den FC Basel, setzte eine gewaltige Niederlage ab. Ansonsten konnten sich die Zentralschweizerinnen in der Spitzengruppe etablieren. Die Tessinerinnen starteten schwach in die Partie und ermöglichten den Gastgeberinnen einen ungehinderten Spielaufbau. Bereits nach 10 Minuten konnte Irina Brütsch den FCL verdient in Führung bringen. Die Angriffe mit langen Bällen der Luganesi waren zu unpräzise, um wirklich zur Gefahr werden zu können. Luzern vermochte aber aus den sich bietenden Chancen zu wenig zu machen, erhöhte aber wenigstens nach gut einer halben Stunde auf 2:0. Mit einem Weitschuss verkürzte Catherine Zimmerman vier Minuten vor der Pause auf 2:1. Nach dem Seitenwechsel waren es die Luganesi, welche nun ebenfalls in die Partie fanden und auf den Ausgleich drängten. Nach gut einer Stunde war es wieder Zimmerman, die die Gäste hoffen liess. Zumindest darauf, einen Punkt ins Tessin entführen zu können. Die Partie wurde danach noch intensiver, ruppiger. Neun Minuten vor Ende der regulären Spielzeit traf Chantal Wyser zum 3:2 Endstand, der allerdings nur dank Torhüterin Natascha Honegger beibehalten werden konnte. In der 93. Minute wurde den Gästen ein Elfmeter zugesprochen, welcher von Captain Emini getreten, von Honegger aber entschärft werden konnte. Damit bleibt der FCL in Tuchfühlung mit den Spitzenteams FC Basel und FC Zürich, Lugano verbleibt gemeinsam mit den Grasshoppers im Mittelfeld.

BSC Young Boys – FC Zürich Frauen 1:2 (1:0)

Den Anschluss zum Mittelfeld nicht verlieren wollten auch die Young Boys. Gegen den FC Zürich, welcher in dieser Saison den Nimbus der Unbezwingbarkeit etwas verloren hat, war dies dennoch keine leichte Aufgabe. Das Team von Marisa Wunderlin zeigte allerdings zuletzt einen leichten Aufwärtstrend und wollte diesen nun endlich auch in Punkte umwandeln. Zu Beginn der ersten Halbzeit sah es auch ganz danach aus, als würde dieses Vorhaben gelingen. Nach gut einer Viertelstunde verwandelten die Bernerinnen durch Francesca Caló einen Elfmeter und konnten die Führung während 50 Minuten auch behaupten. Dass der Ausgleich wieder durch einen Elfmeter erzielt wurde, war die Ironie des Schicksals. So fiel der einzige Treffer aus dem Spiel heraus in der 74. Minute durch Barla Deplazes und sicherte dem FCZ weiter drei Punkte, während YB erneut nach einer guten Leistung nichts Zählbares verbuchen konnte. Zürich bleibt damit auf dem 2. Tabellenplatz und führt, nach Verlustpunkten, die Rangliste gar an. YB seinerseits gerät allmählich unter Druck, da Yverdon nach dem ersten Saisonsieg den Rückstand auf nur noch drei Punkte verkürzen konnte.

Grasshopper Club Zürich – FC Basel 1893 0:3 (0:1)

Da war er also, der Spitzenkampf, mit dem vor der Saison wohl nur wenige gerechnet hätten. Die Grasshoppers empfingen in der 7. Runde der Meisterschaft den FC Basel. Die Zürcherinnen, welche in den letzten Jahren zu den Kellerteams gehörten, wuchsen unter dem neuen Trainer Miodrag Tomanic zu einem Team, das auch für Spitzenteams zur Herausforderung wird. Oder wie es FCB-Trainerin Sissy Raith formulierte: “Die Grasshoppers sind nun dort, wo sie hingehören. Deren Potential hatte ich schon lange gesehen, nun setzen sie es auch um.” Es war eine unterhaltsame Partie, in welcher sich insbesondere die Defensivabteilungen beider Seiten profilieren konnten. Die individuelle Klasse der Baslerinnen war sicherlich besser, doch konnte GC als Kollektiv den Gästen das Leben schwer machen. Zwar konnte Ria Percival schon nach 2 Minuten eine Duftmarke setzen, ihr Abschlussversuch segelte aber noch über die Torumrandung. Der FCB schien sich der guten Abwehr bewusst zu sein und versuchte aus allen möglichen Lagen den Führungstreffer zu erzielen. Mit einem schnellen Konter und einem langen Ball auf Eunice Beckmann gelang dies auch in der 13. Minute. Die Baslerin enteilte ihren Gegenspielerinnen und bezwang auch locker die herauseilende Nadja Furrer. GC verzeichnete zwar viel Ballbesitz, kreierte dabei aber zu wenig Gefahr vor dem Tor von Stenia Michel. Einzig ein Weitschuss von Celina Tenini zwang die ehemalige Nationaltorhüterin, sich zu strecken und den Ball über die Latte zu lenken. 33 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt und die Führung des FCB ging damit in Ordnung. Eine Minute vor Ende der ersten Spielhälfte hätten die Einheimischen den Ausgleich erzielen müssen. Nach einem Eckball traf Caroline Müller das Leder aus kürzester Distanz derart unglücklich, dass es am Aluminium und nicht im Netz landete.

Viele Zweikämpfe im Mittelfeld prägten die Partie zwischen GC und dem FC Basel (Bild: Ronny Frei)

Auch nach dem Seitenwechsel konnte sich GC zu wenige zwingende Möglichkeiten erarbeiten, scheiterte immer wieder an der starken Innenverteidigung um Jana Brunner. Nach knapp einer Stunde konnte diese zwar überwunden werden, doch war für Müller dann bei Michel Endstation. Eine Situation, welche sich nur gerade fünf Minuten später wiederholen sollte. Ein individueller Fehler im Mittelfeld der Hoppers, welche sich offensiver aufstellten und damit in der eigenen Hälfte Räume offen liessen, führte zum zweiten Tor des FCB. Die zuvor eingewechselte Kristina Šundov reagierte blitzschnell und trotz eines starken Reflexes konnte Furrer den Ball zwar mit den Fingern noch ablenken, das 2. Tor aber nicht mehr verhindern. Einen kurzen, aber starken Auftritt hatte Sarah Klotz am Ende der Partie. Nach 91 Minuten kaum eingewechselt, gelang ihr der entscheidende Pass zur Šundov, welche mit ihrem zweiten persönlichen Treffer den Endstand klar machte. Der Sieg der Baslerinnen war sicher aufgrund des Spielverlaufs gerechtfertigt, wenn auch in dieser Höhe nicht ganz den Kräfteverhältnissen entsprechend. “Für mich war es das erwartet schwere Spiel. Grössten Respekt für die Leistung der Gegnerinnen. Umso mehr freue ich mich über den Sieg. Dennoch haben wir GC phasenweise zu stark ins Spiel kommen lassen und Glück gehabt, dass es nicht anders herauskam”, so Raith rückblickend. Tomanic seinerseits haderte etwas mit dem Resultat und suchte den Grund auch zum Teil bei den aufgrund einer Verletzung fehlenden Spielerinnen wie Iseli oder Schärz. “Der Gegner war heute auch einfach effizienter und konnte aus unseren Fehlern profitieren, was aber nicht bedeutet, dass sie den Sieg nicht verdient hätten. Da kann man einfach nur gratulieren und nach vorne schauen”, meinte der GC-Trainer abschliessend.

Yverdon Féminin – FC Aarau 4:0 (0:0)

Die wohl grösste Chance für die Aufsteigerinnen aus Aarau, die ersten Punkte in der Nationalliga A zu generieren, bot sich aufgrund der Tabellenlage im Kellerduell gegen Yverdon Féminin. Während der FCA sich in den ersten Runden erst einmal an den höheren Rhythmus der höchsten Spielklasse gewöhnen musste, litt Yverdon an einer hohen Ineffizienz. Das erste Tor überhaupt erzielten die Westschweizerinnen vor zwei Wochen gegen Lugano und holten sich dabei auch den ersten Punkt. Da hatten die Aargauerinnen etwas Vorsprung, konnten sie doch wenigstens schon Tor erzielen. Wenn auch die Punkte fehlten. Diesmal war es aber umgekehrt. Während der gesamten ersten Halbzeit schien Yverdon noch an der alten Krankheit zu leiden und konnte keine der sich bietenden Möglichkeiten nutzen. Nach dem Seitenwechsel löste sich der Knoten aber. Chloé Nicaty brachte ihr Team mit einem Doppelpack innert 6 Minuten in Führung. Kurz vor Ende der Partie erhöhte Qendresa Krasniqi auf 3:0 (86.), doch damit nicht genug. Unter Mithilfe von Neuverpflichtung Run Fridriksdottir und deren Eigentor eine Minute vor Ende des Spiels konnte Yverdon das Torverhältnis deutlich verbessern und den ersten Sieg der Saison feiern. Aarau bleibt damit Schlusslicht, vier Punkte hinter dem Gegner dieser Runde.

Beat Steiner, Daniel Metzger, Michael Paffrath, Amanda Stahl, Robert Schürch, Sabin Daniela Frick, Jürg Huggler, Patrick Born, Sandra Meier, WomensCup, Jeff Schmidi, Ulrike Klausecker, Gerd Gruendl, Chantal Wyser, Markus Schärer, Babsi Fit, Romina Hodel, Glenn Meier, Marc-André Rauber, Sile Pozzi El Aati, Andi Haab, Monica Luraschi, Heike Janetzky, Anna Katharina Hess gefällt dieser Artikel

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