Veröffentlicht am: So, 24. September, 2017

Zwei Nationalligisten weniger im Cup

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Die zweite Hauptrunde des Schweizer Cups barg wenige Überraschungen. Wenn auch der Spielverlauf bei manchen Partien das Potential dafür gehabt hätte.

FC Rapperswil-Jona – FC Schlieren 5:4 (2:0, 4:4)

Beide Vereine haben eine Vergangenheit in der Nationalliga A. Während der FC Schlieren mittlerweile zu einem konstanten Wert in der zweithöchsten Liga wurde, rutschten die St. Gallerinnen bis in die 1. Liga ab. Rapperswil-Jona konnte in dieser Saison aber überzeugen und startete mit 5 Siegen aus 5 Spielen und einem Torverhältnis von 25:1 souverän. Dies ist nicht zuletzt auch den Neuzuzügen Sanja Djokic (FC Luzern) und Jessica Berger (Grasshoppers) zu verdanken, welche gemeinsam mit den gestandenen Kräften – ebenfalls mit einer Vergangenheit in der NLA – Fabienne Rochaix, Sidonia Scheiber und Rita Mazukelyte einen starken Block bilden. Schlieren seinerseits konnte erst einen Punkt, im letzten Meisterschaftsspiel gegen Derendingen Solothurn, erkämpfen. So war es wenig erstaunlich, dass die Einheimischen die erste Partie dominierten und bereits in der 1. Minuten nach einem Sololauf von Sina Cavelti in Führung gehen konnten. Der FCRJ spielte ein starkes Pressing und liess Schlieren kaum aus der eigenen Hälfte kommen. So war auch der zweite Treffer nach einer halben Stunde hoch verdient. Auf einen Patzer von Annina Eigenmann reagierte Jessica Berger blitzschnell und stocherte den Ball über die Linie.

Rapperswil-Jona hatte, wenn auch knapp, die Nase immer vorne (Bild: Chris Blattmann)

Nach dem Seitenwechsel allerdings besann sich auch endlich der FC Schlieren seiner Fähigkeiten und verstand es, die Partie nun ausgeglichen zu gestalten. Zwei Zeigerumdrehungen nach den Anpfiff gelang den Limmattalerinnen der Anschlusstreffer, Rapperswil-Jona öffnete die Räume, was Schlieren auszunutzen verstand. Entsprechend war auch der Ausgleich mittels eines Weitschusses acht Minuten später keine Überraschung. Die Führung konnten die Oberklassigen aber in der gesamten Partie nie übernehmen. Nach gut einer Stunde erhöhte Sidonia Scheiber mit einem Kopfballtor auf 3:2, allerdings glich Schlieren unmittelbar nach dem Anpfiff erneut aus. Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war es wieder Scheiber, diesmal nach einem Freistoss, welche nur noch einschieben musste und die Führung wieder herstellen konnte. Schlieren zeigte Moral und kämpfte sich zurück, übertölpete Schärer erneut mit einem Heber und glich durch Münever Akyol wieder aus. Zwei Minuten wären noch zu spielen gewesen und der Unparteiische erhöhte die Spielzeit gar um volle 5 Minuten. Rapperswil-Jona hätte, über die gesamte Spielzeit betrachtet, die Partie schon nach 95 Minuten für sich entscheiden müssen. In der zweiten Minuten der Verlängerung gelang dann, abgefälscht von den Gegnerinnen, auch der Treffer zum 5:4 Endstand. Schlieren versuchte den Ausgleich zwar in einer temporeichen und intensiven Verlängerung nochmals zu erzielen, scheiterte aber an sich selbst und an der von Fabienne Rochaix gut geführten Defensive. Rapperswil-Jona eliminierte damit im Cup, nach Amriswil, den zweiten B-Ligisten in Folge und beweist das Potential, erneut in die Nationalliga aufzusteigen. Ein Thema, was für Rapperswil-Jona aber noch nicht spruchreif ist: “Wir wollen schon vorne dabei sein. Für die Nationalliga B braucht es aber viel Planung, damit haben wir ja Erfahrung. Dafür müssten wir dann wirklich bereit sein”, so Trainer Christof Helbling.

Keine Blösse gab sich hingegen Yverdon Féminin in Brig-Glis. Gegen die Zweitligisten aus dem Wallis konnten die NLA-Vertreterinnen diskussionslos mit 9:1 gewinnen. Bereits zur Halbzeit führten sie mit 5:0 und machten damit die Sache klar. Die Nationalspielerin Albaniens, Qendresa Krasniqi, steuerte gleich drei Tore bei, Tanja Bodenmann liess sich zweifach in die Skrorerliste eintragen. Den Ehrentreffer für die Gastgeberinnen erzielte Livia Guntern in der 81. Minute.

Deutlich mehr Mühe hatte das Frauenteam Thun Berner-Oberland gegen Stans-Engelberg. Die Spielgemeinschaft aus Unterwalden, auch sie Zweitligistinnen, stemmte sich gegen die Niederlage, liess in der ersten Halbzeit nur gerade ein Tor zu und konnten innerhalb der regulären Spielzeit zum 1:1 und später in letzter Minute zum 2:2 ausgleichen. In der Verlängerung bejubelten sie noch zwei weitere Tore und hatten die grosse Überraschung auf dem Fuss. Mit einem Doppelpack von Anne Sophie Blunier in der 110. und 118. Minute vermochten die Berner Oberländerinnen die Partie aber nochmals zu drehen und ziehen glücklich in die nächste Runde ein.

Die FC Zürich Frauen taten sich gegen den letztjährigen A-Ligisten Derendingen Solothurn während der gesamten ersten Halbzeit schwer. Auch wenn Caroline Abbé oder Cinzia Zehnder auf der Bank Platz nehmen mussten, stand den Solothurnerinnen dennoch ein starker Kader gegenüber. Das junge Team der Einheimischen wehrte sich aber bis zum Seitenwechsel gegen den Rückstand und konnte das 0:0 auch eine Stunde halten. Mit dem ersten Tor für den FCZ durch Lesley Ramseier war aber der Widerstand gebrochen. Patricia Willi, Barla Deplazes, Fabienne Humm und Federica Cavicchia reihten sich bis zum Ende der Partie ebenfalls in die Reihe der Torschützinnen ein und machten damit einen am Ende deutlichen Sieg klar.

Gleich mehrfach musste die Torhüterin von Blustavia gegen den FC Luzern hinter sich greifen (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Der FC Neckertal Bütschwil musste sich den B-Ligistinnen aus Walperswil knapp mit 0:1 geschlagen geben. Den einzigen Treffer der Partie erzielte Andrea Wüthrich in der 69. Minute. Etwas klarer war die Begegnung zwischen Concordia und Therwil. Nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich mussten die Unterklassigen am Ende ein 1:3 akzeptieren. Sämtliche Tore fielen dabei in der zweiten Halbzeit, angefangen mit einem Tor der ehemaligen FCB-Spielerin Egzona Seljimi. Klare Siege konnten die NLA-Vereine Lugano (5:1 gegen Aïre-le-Lignon) und Basel (6:0 gegen Altstetten) einfahren. Den höchsten Sieg dieser Runde feierten die BSC Young Boys in Courgevaux, wobei die Gegnerinnen beim 9:0 chancenlos waren.

Ähnlich hoch wie das FCB-Team von Sissy Raith gewann der FC Luzern auswärts. Gegen den SC Blustavia war der Ausgang der Partie zu keiner Zeit fraglich. Die Zentralschweizerinnen gewannen im Kanton Solothurn klar und deutlich mit 6:0. Chênois, das seit dieser Saison unter dem Dach von Servette als Servette FC Chênois Féminin antritt, benötigte etwas Anlaufzeit gegen die Erstligistinnen von Renens, ehe mit einem Treffer von Yasmina Laaaroussi  nach 54. Minute der Torreigen eröffnet werden konnte. Nach knapp einer Stunde schafften die Gastgeberinnen zwar noch den Ausgleich, die beiden Treffer von Ana Lucia Grosso (75., 92.) regelten die Verhältnisse aber noch während der regulären Spielzeit.

FC St. Gallen-Staad – Grasshopper Club Zürich 0:2 (0:1)

Das Tor von Patricia Gsell wurde nach Kräften abgeschirmt (Bild: Chris Blattmann)

Die neu geformte Interessensgemeinschaft aus Staad und St. Gallen bündelte die Kräfte, um schnellstmöglich wieder in der höchsten Spielklasse ein Team aus der Ostschweiz stellen zu können. Der Start in die Meisterschaft gelang vielversprechend. Mit zwei Siegen in zwei Partien grüsst das neu geformte Team von der Tabellenspitze und erhielt im Cup nun die Möglichkeit, sich mit einem Gegner zu messen, welchen man auch in der Meisterschaft in Zukunft wieder antreffen möchte. Schnell stellte sich aber Ernüchterung ein. Die Gäste aus Zürich waren während der gesamten Partie das spielbestimmende Team, nur selten kam man vor das gegnerische Tor. Die einstudierten Konter gelangen zwar gut, die Defensive war stabil. Aber je näher der Strafraum kam, desto ideenloser wurden die Ostschweizerinnen. So war das Tor von Caroline Müller nach 23 Minuten durchaus verdient, wenn auch in der Ausführung etwas glücklich. GC seinerseits fand gegen die geballte Verteidigung, das tief stehende Team, zu wenige Mittel um weitere Tore zu erzielen. Auch dank Torhüterin Patricia Gsell blieb damit die Hoffnung, dennoch den Ausgleich zu erzielen. Auch nach dem zweiten Treffer, diesmal durch einen Heber von Gianna Klucker, drängten die Einheimischen zumindest auf den Ehrentreffer, vermochten aber die Spielzüge nicht so zu Ende zu führen, dass dabei auch etwas Zählbares heraus kam. Für das Trainergespannt Rüst/Simonelli war dennoch das Resultat nicht zufriedenstellend: “Wir wurden für unser Laufpensum nicht belohnt. Was wir uns vorgenommen haben, wurde vollumfänglich umgesetzt.” Dennoch übt er auch etwas Selbstkritik: “Die letzte Konsequenz beim Abschluss fehlte. Sobald wir in die Nähe der Box kamen, war die Kraft, oder vielleicht auch die Entschlossenheit, nicht mehr da.”

Wie Rapperswil-Jona gegen Schlieren packte auch der FC Gossau die Chance, mit einem Sieg gegen die Femina Kickers Worb einen Oberklassigen aus dem Wettbewerb zu werfen. Dabei reichte ein 1:0 für die Ostschweizerinnen. Anders als bei vielen anderen Partien, in denen die Tore erst in der zweiten Halbzeit fielen, entschieden die FC Aarau Frauen die Partie gleich in den ersten Minuten. Nach den beiden Toren von Julia Höltschi (9., 11.) vermochten sie keinen weiteren Treffer zu erzielen. Insbesondere auch, weil Torhüterin Déborah Mathey von Pied du Jura die Aargauerinnen zur Verzweiflung trieb. Im reinen Erstligaderby zwischen dem FC Küssnacht am Rigi und dem Breitensportteam des FC Luzern konnten obsiegten die Gäste aus der Kantonshauptstadt mit 5:2, mussten aber nach knapp einer Stunde nach einem Ausgleich die Führung erst wieder herstellen. Die Mehrheit der Tore fiel dabei zwischen innert 11 Minuten.

Eine Partie, diejenige zwischen dem FC Bühler und Oerlikon Polizei, beide aus der 1. Liga, wird erst am Mittwoch um 20:00 ausgetragen.

Peter Trutmann, Carlos Enrique Girnt, Jacqueline Schauenberg, Sanja Djokic, Beat Steiner, Vanessa Pittet, Patrick Born, Deborah Näpfli, Emanuela Schürch, Glenn Meier, Laila Koch, Chantal Wyser, Michaela Marggi, Dominik Stegemann, Leandra Schegg, Markus Schärer, Martina Stirnimann, WomensCup, Babsi Fit, Sara Brechet, Sandra Pribilova, Monica Luraschi gefällt dieser Artikel

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