Veröffentlicht am: Mo, 04. September, 2017

Zürich, Basel und Luzern siegen zum Start

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Saisonstart in der NLA: Die Favoriten setzen sich durch, wo es keinen klaren Favoriten gibt, wird es knapp.

FC Zürich Frauen – FC Aarau 2:0 (0:0)

(cb) Es war einer jener seltenen Momente, an denen das unterlegene Team mehr strahlen konnte, als die Siegerinnen. Der FC Aarau hatte in der ersten Partie in der Nationalliga A gleich ein Auswärtsspiel gegen die Meisterschaftsfavoritinnen aus Zürich. Allgemein, auch von den Offiziellen der Aargauerinnen, wurde davon ausgegangen, dass es zu einer Lehrstunde und Kanterniederlage kommen würde. Zürich allerdings hatte die Strapazen des Champions League Qualifikationsturniers offenbar noch nicht ganz verdaut. Was auch Luca Fiorina, der neue Trainer des FCZ bemerkte: „Wir haben aus dieser Woche in Slowenien eine gewisse Müdigkeit mitgenommen“.

Lesley Ramseier (links) gegen Julia Höltschi (rechts): Aarau hielt mit. (Bild: Chris Blattmann)

Die Einheimischen starteten, wie es von ihnen erwartet wurde. Mit viel Druck und schnellen Kombinationen versuchte Zürich den frühen Führungstreffer zu erzielen. Von den hochkarätigen Neuverpflichtungen musste einzig Cinzia Zehnder zunächst auf der Bank Platz nehmen, kam dann aber in der 58. Minute für Lesley Ramseier ebenfalls zum Einsatz. Gegen die gut organisierte, und solidarisch kämpfende Abwehr der Gäste konnte sich der FCZ aber nur schwer durchsetzen. Erst als Fabienne Humm mit der Fussspitze eine Flanke auf die in der Mitte freistehende Barla Deplazes spielen konnte, ging der Meister in Führung. Aarau seinerseits konnte nicht mehr als Nadelstiche setzen, versuchte über Lara Jenzer und Julia Höltschi in der Mitte, respektive über Antje Notter auf der rechten Seite, die Zürcher Defensive zu bezwingen. Diese aber, dirigiert von Caroline Abbé, liess keine Gefahr zu und verschaffte Seraina Friedli eine ruhige erste Halbzeit. Ihr Pendant auf Seiten des FCA, Fabienne Kohler, zeigte eine herausragende Partie und hatte grossen Anteil daran, dass ihr Team am Ende so gut dastand. Sechs Minuten vor dem Pausenpfiff musste sie sich allerdings nochmals bezwingen lassen, als gleich eine ganze Reihe von Gegenspielerinnen einen Flankenball durchliess und die freistehende Malin Gut im Hintergrund das 2:0 erzielen konnte. Aarau hatte kurz vor dem Seitenwechsel seine erste Chance. Per Kopf versuchte Delia Lahmici, nach einem von Höltschi getretenen Eckball – dem ersten für Aarau in dieser Partie – den Anschlusstreffer zu erzielen, doch Friedli konnte mit einem schnellen Reflex auf der Linie klären.

Noch ein ungewohntes Bild: Caroline Abbé (links) im Dress des FC Zürich.  (Bild: Chris Blattmann)

Nach der Pause baute der FCZ etwas ab und Aarau glaubte noch an das erste NLA-Tor der Vereinsgeschichte. Schon nach zwei Minuten stimmte die Zuordnung in den Reihen der Zürcherinnen nicht und es war Friedli zu verdanken, dass dies nicht in diesem Spiel schon Tatsache wurde. Doch auch das Fiorina-Team vermochte keinen Treffer mehr zu erzielen. Stierli setzte einen Kopfball nach einer Ecke von Martina Moser über das Tor (52.), Abbé, ebenfalls per Kopf, traf nur die Latte (72.) und Zehnder scheiterte an Kohler (89.). So konnte sich der FCZ am Ende zwar die benötigten drei Punkte gutschreiben lassen, muss aber gegen die stärker einzuschätzenden Gegner wie Basel und YB, respektive in der Champions League gegen Gintra, noch einiges besser machen, um den eigenen Ansprüchen zu genügen. Aarau kann, trotz einer langen Verletzungsliste, zuversichtlich in die Zukunft schauen. Entsprechend stolz war Trainer Andreas Zürcher nach der Partie auch auf die Leistung seines Teams: „Es ist der Topfavorit auf die Meisterschaft, wir spielen auswärts und haben in der zweiten Halbzeit kein Tor erhalten. Natürlich hatten sie mehr vom Spiel und verdient gewonnen, aber nach dieser Leistung kann man nur stolz auf das Team sein.“ Die Zielsetzung des FCA bleibt umso mehr der Ligaerhalt, „auch wenn es eine schwierige Aufgabe ist“. FCZ-Trainer Fiona sah neben der Müdigkeit auch etwas die Platzverhältnisse als Grund dafür, dass das Resultat nicht wie erwartet höher ausfiel: „Wir hatten Mühe auf dem schweren Boden den Fussball zu spielen, den wir eigentlich vorhatten. Dennoch müssen wir die drei Punkte positiv werten, wir haben ja noch eine ganze Saison vor uns. Entsprechend bin ich zufrieden.“

Lugano Femminile – GC 3:3 (2:1)

Eine ideale Match-Vorbereitung sieht anders aus: Wegen eines Verkehrsunfalls dauerte die Anreise ins Tessin für GC fünf Stunden. Nicht überraschend, brauchten die Gäste etwas Zeit, um im Spiel anzukommen. Früh handelten sie sich einen 0:2 Rückstand ein. Das erste Tor der Partie fiel durch einen Weitschuss von Sharon Wojcik. Wojcik ist eine US-Amerikanerin mit koreanischen Wurzeln, die zuletzt versucht hatte, bei Washington Spirit unterzukommen, nun aber für Lugano spielt. Nach einer knappen halben Stunde führte Lugano bereits mit zwei Toren Vorsprung. Torschützin war nun Serena Capello, die mit einem Heber erfolgreich war. Capello ist im Sommer zusammen mit der noch verletzten Federica Tordella von ASD Juventus Femminile Torino, einem Klub aus der Serie B, der nicht zu Juventus Turin gehört, ins Tessin gewechselt.

Günstig für GC war, dass Selina Iseli noch vor der Pause der Anschlusstreffer gelang. Das gab GC Hoffnung, die die Zürcherinnen auch dann nicht verloren, als Sara Tonelli in der 47. Minute das 3:1 schoss. GC liess sich nämlich nicht abschütteln, im Besonderen nicht die routinierte Caroline Müller. Ihren beiden Toren, das zweite fiel erst drei Minuten vor Schluss, war es zu verdanken, dass GC trotz des anfänglichen Rückstands, doch noch mit einem Punkt aus dem Tessin abreisen konnte. Der initiale Unfall ging für die Zürcherinnen, wenn man so will, glimpflich aus.

Yverdon Féminin – FC Luzern 0:3 (0:2)

Keine leichte Saison zu erwarten hat Yverdon Féminin, das sich ja bereits im vergangenen Frühling mit Händen und Füssen gegen den Abstieg wehren musste. Die Waadtländerinnen haben erneut an Substanz verloren. Charlotte Schmoutz, Cristel Miocevic, Audrey Wuichet, Carolyn Mallaun, Caroline Monnin und Camille Monti haben alle aufgehört und mit Thaïs Hurni wechselte eine ehemalige Jugendnationalspielerin zu YB. Ersetzt hat Yverdon die Abgänge durch eigenen Nachwuchs oder Zuzügen von unterklassigen Klubs.

Auch das Eröffnungsspiel gegen Luzern gibt resultatmässig keinen besonderen Grund zur Zuversicht. Bereits in der Pause lagen die Gäste. Durch Tore von Chantal Wyser und Irina Brütsch vorentscheidend in Führung. Zehn Minuten vor Schluss komplettierte die 18-jährige Wyser mit ihrem zweiten Tor das Skore zum 3:0 Auswärtssieg für den effizienten FC Luzern.

FC Basel – YB 2:1 (1:1)

Wie es aufhört, so fängt es auch an: Mit Basel und YB trafen sich zur Saisoneröffnung zwei Teams, die sich bereits in der letzten Runde der letzten Saison gegenüber gestanden hatten. Damals gewann der FCB in Bern 3:2 und auch in der Revanche behielten die Baslerinnen die Oberhand, wenn auch wieder nur knapp. Basel trat mit den vier gewichtigen Neuzugängen Banecki, Ondusova, Rinast und Bunter an. Die drei letztgenannten bildeten zusammen eine komplett neue linke Seite beim FCB. Sie trafen auf der rechten Seite von YB mit Hurni, Arfaoui und Neuhaus auf drei Spielerinnen, die ebenfalls neu in ihr Team integriert worden sind, aber längst nicht über das Renommee der Basler Neulinge verfügen.

Die Gastgeber übernahmen das Spieldiktat, kamen aber erst nach einer halben Stunde zur Führung. Sabrina Horvat verwertete eine Hereingabe von Lucia Ondrusova per Kopf. Noch vor der Pause gelang den Bernerinnen der Ausgleich, die Verteidigerin Carola Fasel verwandelte einen Freistoss direkt. Gebremst wurde YB durch mehrere Verletzungen, die zum Teil frühe Wechsel nötig machten. Basels Bemühungen wiederum wurden zusehens unstrukturierter – fruchteten am Ende aber doch. Tief in der Nachspielzeit drückte die eingewechselte Eunice Beckmann einen Eckball zum Siegestor über die Linie.

Silvano Monn, Petra Fischbacher, Marc-André Rauber, Francesco Paciocco, Jeff Schmidi, Sandra Meier, Beat Steiner, Babsi Fit, Monica Luraschi, Axl Klausecker, Rolf Rindlisbacher, Stefanie Hollenstein, Patrick Born, WomensCup, Chantal Wyser, Jacqueline Schauenberg, Lourdes Dominguez, Michi Lendi, Laila Koch gefällt dieser Artikel

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Dein Kommentar
  1. Daniel Abbühl sagt:

    Zum Spielbericht FCZ vs Aarau
    Der Bericht entspricht den Tatsachen. So weit so gut. Am Rande bemerkt wartet Aarau nicht auf das erste NLA-Tor der Vereinsgeschichte. Waren sie doch schon mehrfache Schweizermeisterinnen. Ich freue mich auf das erste NLA-Tor der Aarauerinnen in der LAUFENDEN Saison.

    Sportliche Grüsse
    Daniel Abbühl

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