Veröffentlicht am: Do, 28. September, 2017

Luzern makellos, Yverdon chancenlos

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Für sechs von acht NLA-Teams ist die aktuelle Woche eine englische. Luzern wahrte seine Ungeschlagenheit, YB punktete erstmals, der FC Zürich gewann in Lugano. Aarau und Basel spielen erst nächsten Mittwoch.

FC Luzern – GC 3:2 (1:0)

Eine ereignisreiche und spannende Partei sah das Publikum auf der Luzerner Allmend. Die junge Lynn Häring schoss das Heimteam in ihrem ersten Saisoineinsatz früh 1:0 in Führung. So gut die erste Halbzeit für Luzern begann, so schwierig gestaltete sich der Beginn der zweiten. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel entglitt Luzern die Führung nämlich. Bettina Brülhart und Caroline Müller drehten das Spiel innerhalb von nur vier Minuten.

Ein Gesicht spricht Bände: Lilia Rüegg (l.) foult Géraldine Reutler (r.) im Strafraum und scheint schont zu wissen, was das bedeutet. (Bild: Dominik Stegemann)

Luzern musste sich bis zur 79. Minute gedulden, bis es die Partie wieder ausgleichen konnte. Rahel Graf verwandelte einen von Lilia Rüegg an Géraldine Reuteler verursachten Elfmeter. Und tatsächlich vermochte der FC Luzern das Spiel wieder zu seinen Gunsten zu drehen. In der 90. Minute nämlich schoss Marie-Andrea Egli das umjubelte 3:2 Siegestor nach einer hohen Hereingabe und anschliessendem Abpraller. Zusätzliche Würze gewann die intensive Schlussphase durch den Platzverweis von Naja Glanzmann. Sie handelte sich innerhalb von drei Minuten zwei gelbe Karten ein.

Gleich werden sie jubeln: Rahel Graf (r.) und Marie-Andrea Egli (l.), unmittelbar bevor Egli den Siegestreffer für ihr Team schiesst. (Bild: Dominik Stegemann)

Damit verlor GC erstmals in der laufenden Saison. Luzern hingegen steht mit dem Punktmaximum an der Tabellenspitze. Den guten Saisonstart haben die Luzernerinnen allerdings auch dem Spielplan zu verdanken. Bisher trafen sie mit GC, Aarau und Yverdon auf jene drei Teams, die sie in der Tabelle nominelle wohl ohnehin hinter sich lassen sollten. Trotzdem: Von alleine kommen auch diese Siege nicht.

Yverdon Féminin – BSC YB 0:4 (0:1)

In Ifferten trafen heute zwei Habenichtse aufeinander. Yverdon: zwei Spiele, null Punkte, null Tore. Und YB, das in den ersten beide Partien keine zehn Minuten im Rückstand lag, aber trotzdem zweimal verlor. Wollten die Bernerinnen irgendwann mit dem Punktesammeln anfangen, musste es heute sein.

Für Thaïs Hurni war es die erste Rückkehr zu ihrem früheren Klub, bei dem sie noch im zentralen Mittelfeld gespielt hatte. Bei YB ist sie Aussenverteidigerin. Die anderen Bernerinnen mit Vergangenheit in Yverdon Camille Surdez und Gwendoline Fai, kamen hingegen nicht zum Einsatz.

In der ersten Halbzeit taten sich die Gäste noch einigermassen schwer. Nicht, dass von Yverdon besonders fiel Gefahr ausgegangen wäre, aber YB wirkte nicht wie ein Team, das vollständig von sich selbst überzeugt ist. Die ersten Gelegenheiten hatten Kim Dubs, die fast alleine auf Estelle Zurkinden zu lief, mit ihrem Flachschuss aber an der Waadtländer Hüterin scheiterte. Auf der anderen Seite bekam Alison Fallet nach einem Ausrutscher von Jana Neuhaus die Chance, auf das Berner Tor zuzulaufen. Sie verzog aber.

Die Führung für YB fiel in der 34. Minute nach einem langen Diagonalball von Florijana Ismaili, der nicht nur die Waadtländer Abwehr, sondern auch die eigenen Mitspielerinnen überraschte. Melanie Müller, Captain der Bernerinnen, stand eigentlich für einen Doppelpass bereit. Doch der Ball flog in hohem Bogen über sie hinweg zu Dubs, die sich kein drittes Mal bitten lassen wollte und diesmal flach einschoss.

Nun war es um Yverdon geschehen. Die Gastgeberinnen hatten Glück, vollzählig in die Pause zu kommen, weil Zurkinden Ismaili ausserhalb des Strafraums in einer Weise stoppte, die bei den meisten Anwesenden ziemliches Stirnrunzeln verursachte. Kurz nach dem Seitenwechsel lenkte Zurkinden dann einen weder besonders harten noch platzierten Schuss von Alisha Lehmann über sich hinweg ins eigene Tor.

Hätte Tanja Bodenmann, die sich später verletzte, unmittelbar danach nicht knapp neben, sondern auf das Tor geschossen, wäre Yverdon womöglich noch einmal in die Partie zurückgekommen. Doch das blieb der einzige Abschluss Yverdons in der ganzen zweiten Halbzeit. YB erhöhte nach einer Stunde durch eine Direktabnahme von Marilena Widmer auf 3:0, Ismaili verbuchte in der 78. Minute noch das 4:0.

Ohne zu brillieren kamen die Bernerinnen so zu ihren ersten Punkten und taten zudem etwas für Selbstvertrauen und Torverhältnis. Letzteres lautet bei den Waadtländerinnen nun 0:8, womit sie am Tabellenende verbleiben. Dort wieder weg zu kommen, dürfte vorderhand ihr dringlichstes Ziel sein, viel mehr von sich zu erwarten wäre in der gegenwärtigen Verfassung wohl zu hoch gegriffen.

Lugano Femminile – FC Zürich 0:3 (0:1)

Das heikle Auswärtsspiel in Lugano begann für den FC Zürich gut. Bereits in der Startviertelstunde brachte Fabienne Humm die Gäste in Führung. Humm war auch für das zweite Zürcher Tor besorgt, das in der 51. Minute fiel. Beide Male lieferte Barla Deplazes die Vorlage. Ein Kopfballtor von Julia Stierli in der 72. Minute komplettierte das diskussionslose Skore.

Jede Hoffnungen auf eine späte Aufholjagd erledigte sich für Lugano, als Carolyn Greco in der 78. Minute des Feldes verwiesen wurde. Einen Verlust hatte auch der FCZ zu beklagen: Meriame Terchoun musste nach einer knappen Stunde verletzt ausgewechselt werden.

 

Jerry Milano, Celina Birchler, Emanuele Onza, Sandra Meier, Markku Runne, Emanuela Schürch, WomensCup, Laila Koch, Rolf Ingold, Mirjam Strässle, Henry Mächler, Chantal Wyser, Deborah Näpfli, Beat Steiner, Thaïs Hurni, Markus Schärer, Marie-Louise von Werdt, Beat Häring, Monica Luraschi, Beat Linder, Pippo Rino, Verena Aebi-Affolter, fairygoals, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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