Veröffentlicht am: Di, 19. September, 2017

Der 100. Sieg im 300. Spiel

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Es war ein Tag der Jubiläen und Abschiede in Biel. Die Schweiz trat zum 300. Spiel eines A-Nationalteams der Frauen in der Geschichte an und wollte dabei auch gleich den 100. Sieg feiern. Im Vorfeld gab es aber zunächst eine ganze Reihe von Verabschiedungen, die an diesem Tag auch eine neue Ära offiziell machten.

Dass nach der Europameisterschaft in Holland eine ganze Reihe von Spielerinnen ihren Rücktritt aus dem Nationalteam erklärten, war schon vor dieser Partie bekannt (unsere Berichte vom 06. September 2017 und 11. September 2017). Vor dem Anpfiff des 300. Länderspiels des A-Nationalteams wurden diese nun offiziell verabschiedet und damit erhielt auch der Umbruch im Team von Martina Voss-Tecklenburg einen Stichtag, auch wenn dies ja eigentlich bereits zu Beginn der WM-Kampagne der Fall war. Der Entscheid des Rücktritts sei bereits nach der Europameisterschaft gefallen, erklärten alle Spielerinnen unisono. “Man wird nicht jünger und mit der Rückkehr in die Schweiz, dem Wiedereintritt ins Arbeitsleben und dem damit verbundenen, neuen Alltag, war dies der richtige Zeitpunkt”, so Martina Moser. Umstände, welche im Grundsatz für alle Zurückgetretenen gilt.

Gemeinsam mit den abtretenden Spielerinnen Martina Moser, Caroline Abbé, Sandra Betschart, Vanessa Bürki, Fabienne Humm und Stenia Michel wurde auch Assistenztrainer Simon Steiner (3.v.l.) verabschiedet (Bild: Chris Blattmann)

Im Anschluss stand aber vor 811 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Tissot-Arena in Biel wieder die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich im Fokus. Die Schweiz musste nach dem Auftaktsieg auch die zweite Partie gegen Polen, einen ungleich stärkeren Gegner als Albanien, gewinnen, um auf dem Weg zum erklärten Ziel, der dritten Teilnahme an einem Grossanlass in Folge, nicht die Spur zu verlieren. Bereits in der 1. Minute liessen die Schweizerinnen keinen Zweifel daran, dass sie die Partie dominieren wollen. Nach einer Balleroberung von Ramona Bachmann wurde der Freistoss von Lara Dickenmann noch abgeblockt. Nach zehn Minuten hätte sich Polen beinahe selbst in Rückstand gebracht, doch der Abpraller von Dudek verpasste das eigene Tor. Weitere zehn Minuten später dann das hochverdiente Tor nach einem Abschlussversuch von Ramona Bachmann, den Vanessa Bernauer dann mit etwas Glück verwandeln kann. Polen wurde zwar in die Defensive gedrängt, doch blieben sie mit ihren langen Bällen und Kontern gefährlich. Eine Tatsache, die auch Martina Voss-Tecklenburg bekannt war, und auf die man eingestellt gewesen sei. Insbesondere die Wolfsburgerin Ewa Pajor stellte die Abwehr der Schweiz mehrfach auf die Probe. Sie war es auch, die in der 33. Minute den Ausgleich bejubeln konnte. Nach einem von Lia Wälti verursachten Foul, bediente Dudek Tarczynska, diese wiederum Pajor. Unhaltbar für Gaëlle Thalmann, deren Partie einmal mehr von Licht und Schatten geprägt war. Auf eine souveräne Parade, wie in der 35. Minute gegen Pajor, folgte auch der eine oder andere unkontrollierte Pass, der durchaus ins Auge hätte gehen können. Mit einer schönen Kombination beendeten die Schweizerinnen dann aber die erste Spielhälfte, als Eseosa Aigbogun Vanessa Bernauer lancierte, diese Lara Dickenmann den Ball vorlegte und die Kapitänin auf den 2:1 Endstand erhöhte.

Vanessa Bernauer erzielt den ersten Heimspieltreffer der WM-Kampagne (Bild: Chris Blattmann)

Auch nach dem Seitenwechsel wären durchaus noch Tore möglich gewesen. Doch entweder scheiterten die Schweizerinnen an der ausgezeichnet aufspielenden Katarzyna Kiedrzynek im polnischen Tor, an der Torumrandung oder am eigenen Unvermögen. Eine ganze Reihe von Kopfbällen, meist ausgehend von von Lara Dickenmann getretenen Standards, fanden den Weg ins Tor nicht. Nach knapp einer Stunde scheiterte Zehnder per Kopf, doch auch Reuteler verzog den Nachschuss am Tor vorbei.

Ramona Bachmann feiert mit ihrem Team den zweiten Sieg im zweiten Spiel (Bild: Chris Blattmann)

Eine ganze Serie von Misserfolgen reihten Bernauer, Bachmann und Reuteler nur eine Minute danach aneinander. Bachmann traf den Pfosten, Reuteler mit dem ersten Nachschuss die Torhüterin und mit der zweiten sich bietenden Möglichkeit verzog sie den Abschluss. Doch auch Ana Maria Crnogorcevic konnte gleich mehrere Chancen nicht verwerten. So bleibt auch dies der einzige Kritikpunkt der Nationaltrainerin: “Es ist ein verdienter Sieg, doch die vielen Möglichkeiten hätten genutzt werden, das dritte und vierte Tor auch noch erzielt werden sollen.” Im teilweise neu formierten Team kam mit Julia Stierli lediglich eine Spielerin von Beginn weg zum Zug, welche zu den neuen Spielerinnen gezählt werden kann. Dass sie in der 53. Minute durch Jana Brunner ersetzt wurde, hat allerdings nichts mit ihrer Leistung zu tun: “Sie fühlte sich bereits in der Pause unwohl, weshalb wir sie auswechseln mussten. Sie hat ihre Arbeit sehr gut gemacht und wäre auch zum Einsatz gekommen, wenn Rahel Kiwic einsatzfähig gewesen wäre. Dann hätten wir einfach ein leicht anderes System gespielt”, so die Nationaltrainerin weiter. Ganz allgemein scheint Voss-Tecklenburg von den jungen Spielerinnen überzeugt zu sein. In Einzelgesprächen von rund 30 Minuten mit allen Spielerinnen hätte man sich besser kennen gelernt. Doch habe man auch noch weitere Spielerinnen “auf dem Radar”. In der langen Zeit der WM-Qualifikation hätten noch weitere Spielerinnen die Möglichkeit sich zu zeigen.

Im Oktober wird das Nationalteam für einen Test nach Japan reisen, ehe im November die nächsten Qualifikationsspiele anstehen. Am 24. November empfangen die Schweizerinnen in Schaffhausen Weissrussland, vier Tage danach Albanien, wieder in Biel.

Nicole Hägele, Renate Emch, Luka Küste, Sabine Wittleben, Sabrina Corbella, Juliana Chagas, Vinh Nägeli Päukerli, Evelyn Baumann, Sarah Giezendanner-Eugster, Barbara Vetsch, Roger Furrer, Antoinette Leuenberger, Sulamith Bertschi, Pascal Oliver Hauser, Lisi Relbud, Sandra Meier, Henry Mächler, Carone Gianluca, Vesna Crnogorcevic Ex Kormos, Rachel Miriam Rinast, Nelly Sauter, Silvano Monn, Philipp Forcher, Deborah Miriam Köchli, Pippo Rino, Vanessa Pittet, Sylvia David Figl, Beat Steiner, Fabienne Schwarz, Deborah Näpfli, Hans Burri, Patrick Born, Maria Gstöttner, Sandra Pribilova, Beat Linder, Peter Schell, Daniela Schwarz, Marina Sprecher, Rolf Kindlimann, Karen Gutscher, Karlheinz Piringer, Monika Moser, Michaela Marggi, Bastien Aebischer, Verena Aebi-Affolter, WomensCup, Carola Janutin, Hanna Christinet, Anliker Rolf, Peter Trutmann, Monica Luraschi, Leandra Schegg, Kathrin Lehmann, Laila Koch, Georg Vogelsanger, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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