Veröffentlicht am: Do, 24. August, 2017

Lieke Martens Saison wird gekrönt

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Mit Spannung wurde die diesjährige Prämierung der besten Spielerin Europas erwartet. Im Rahmen der Auslosung der UEFA Champions League Gruppenphase in Monaco erhielt ein neues Gesicht die Krone.

Bereits als die besten zehn Spielerinnen bekannt gegeben wurden, wunderte man sich, dass einige Namen fehlten. Allen voran Vorjahressiegerin Ada Hegerberg, welche aus Rang und Traktanden fiel. Zum Verhängnis wurde ihr wohl, dass sie mit Norwegen anlässlich der Europameisterschaft keine bleibenden Erinnerungen schaffen konnte. Gleich ging es auch Dzsenifer Marozsán, welche zwar bei Lyon eine herausragende Saison spielte, an der EM mit Deutschland aber deutlich unter den Erwartungen abschnitt. Dies schien auch bei einer Mehrheit der Mitglieder der Jury einen Einfluss auf deren Entscheidung gehabt zu haben. Wenngleich die gesamte Saison beurteilt werden sollte, war es wohl das erst kürzlich beendete Turnier, welches den Ausschlag für die Stimmen gehabt hatte. Zum Vorteil der diesjährigen Siegerin. Das Überraschungsteam aus Holland, welches mit seiner geschlossenen Teamleistung eine Euphorie weit über die Grenzen des Gastgeberlandes entfachte, wurde angeführt von einigen zweifellos ausgezeichneten Spielerinnen wie Vivianne Miedema, Shanice van de Sanden und eben Lieke Martens. Martens, wurde bereits anlässlich des Turniers zur besten Spielerin gekürt und ist nun Nachfolgerin von Ada Hegerberg. “Einen unglaublichen Sommer” nannte sie es und war sich der ihr soeben erteilten Ehre noch gar nicht so bewusst.

Lieke Martens, die frischgebackene Spielerin des Jahres, kann ihr Glück kaum fassen (Bild: Harold Cunningham – UEFA/UEFA via Getty Images)

Lieber die Champions League

Neben Martens waren auch Pernille Harder, Teamkollegin von Lara Dickenmann, Vanessa Bernauer und Noelle Maritz, vom VfL Wolfsburg, und zum dritten Mal in Folge Dzsenifer Marozsán nominiert. Die Deutsche mit ungarischen Wurzeln spielt heute bei Olympique Lyonnais und konnte sich dort bereits in ihrer ersten Saison zur Schlüsselspielerin entwickeln. Entsprechend wäre ein Titel in Europa für sie durchaus verdient gewesen. Doch auch in diesem Jahr fliegt sie mit leeren Händen aus Monaco ab, nimmt es aber mit Humor. “Das ist nicht so schlimm. Ich gewinne dann lieber die Trophäe der Champions League”, kommentierte sie die erneute Niederlage mit einem Lachen. Lieke Martens hat nach diesem Sommer nicht nur einen weiteren Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere zu verarbeiten, sie wird neu auch beim FC Barcelona ihre Schuhe schnüren. So war es anlässlich der Pressekonferenz ein rein spanisches Podium, sass doch neben ihr der männliche Gewinner des Preises, Cristiano Ronaldo von Real Madrid. Dieser stellte sie dann auch in den Vordergrund und forderte von der versammelten Presse einen grossen Applaus für Martens, sei es doch ihr erster persönlicher Titel dieser Art. “Noch vor fünf Wochen hatten wir natürlich den Traum, die EM zu gewinnen, doch da waren doch die grossen Gegner wie Deutschland, England oder Schweden. Alles was ich jetzt erlebe ist wie in einem Traum, ich geniesse jeden Moment”, so eine noch leicht unsichere Martens neben ihrem “Mentor” Ronaldo. Wie alle Spielerinnen vor ihr betont auch die 24-Jährige, dass sie ohne ihr Team nicht da stehen würde, wo sie jetzt sei. Etwas, was übrigens auch Ronaldo zu betonen pflegt. Einen kleinen Patzer leistete sich Martens dann aber doch. Gefragt, wer denn früher ihr grosses Vorbild gewesen sei, erzählte sie, dass sie als Kind immer Ronaldinho zugesehen habe, was Ronaldo prompt zu einer Grimasse verleitete. Worauf Martens schnell korrigieren wollte, erwähnte, dass sie doch damals noch jung gewesen sei und nun natürlich Ronaldo – und Messi – gerne zusehe. Fettnäpfchen Nummer 2 einer offensichtlich in solchem Umfeld sympathisch unerfahrenen Holländerin, welche sich gleich zur nächsten Entschuldigung genötigt sah. Ronaldo relativierte allerdings gleich und betonte, dass er doch nur zu Witzen aufgelegt sei.

Zurück im etwas ernsteren Teil des Gesprächs wollte Martens dann doch noch erwähnen, dass die Länder Europas im Frauenfussball näher zusammen gerückt seien. Wichtig dabei sei sicher auch, dass viele grosse Vereine in Europa den Frauenfussball nun unterstützen und der Sport sich damit stark entwickeln könne. Entsprechend sei sie sehr glücklich, nun für Barcelona spielen zu dürfen. Ihre grössere Berühmtheit sorge aber bestimmt auch dafür, dass sie auf dem Platz nun anders gesehen werde. Sicherlich mit mehr Respekt, aber auch von Gegnerinnen, welche motivierter sein würden, gegen Europas Fussballerin des Jahres 2017 spielen und sich behaupten zu können. “Alles ist neu für mich, und so berühmt wie Cristiano Ronaldo werde ich ja nie sein”, schloss Martens lachend ab.

Silvia Gschwind, Anita Battilana, Sulamith Bertschi, Tatjana Viriato, Lara Bolliger, Susan A. Schnurrenberger, Marianne van Weezenbeek, Rachel Miriam Rinast, Melanie Niederberger, Laila Koch, Marina Jakob, Michèle Jacot, Monica Luraschi, Kathrin Lehmann, Hans-Peter Friedli, Marion Naef, Pippo Rino, Beat Steiner, Carsten Schwede, Sarah Giezendanner-Eugster, Fabienne Adam, Philipp Forcher, Aurelia Meier, WomensCup, Sarah Akanji, Fabienne Moscon, Jeff Schmidi, Henry Mächler, Sybille Lehmann, Stefan Theis, Oli Ottiger, Nina Sardu, Jasna Džananović, Ramona Miotti, Indira Djegoja, Romina Hodel, Beat Linder, Babsi Fit, Edith ten Siethoff gefällt dieser Artikel

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