Veröffentlicht am: So, 06. August, 2017

Holland ist Europameister

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Die Europameisterschaft 2017 in Holland fand mit dem Endspiel einen würdigen Abschluss. Im ausverkauften Stadion in Enschede konnten sich die Gastgeberinnen erstmals zum besten Team Europas krönen lassen.

Mit der Finalqualifikation von Dänemark und Holland stand schon vor dem heutigen Spiel fest, dass es einen neuen Europameister geben wird. Weder die Skandinavierinnen, noch die Gastgeberinnen standen bisher im Finale, Titelverteidiger Deutschland musste die Koffer bereits am 30. Juli packen, die weiteren Mitfavoriten England, Frankreich und Schweden strauchelten ebenfalls. Getragen von einer grossen Euphorie spielte sich Holland ungeschlagen ins Finale und konnte auch im Stadion von Twente Enschede überzeugen.

Von der ersten Minute an zeigten beide Teams, was man von ihnen erwartete. Mit temporeichem Offensivfussball begeisterten beide und machten unter der Leitung der Schweizerin Esther Staubli (unser Bericht vom 05.08.2017) beste Werbung für den Frauenfussball. Bereits nach 6 Minuten brachte Nadia Nadim Dänemark mittels Elfmeter in Führung. Ein Treffer, welcher bestens zum Turnier passte, wurden doch so manche Spiele mit Toren vom Punkt entschieden. Nur gerade vier Minuten später konnte Vivianne Miedema, welche erst zum Ende der Europameisterschaften zur Hochform auflief, nach einem Zuspiel der laufstarken van de Sanden ausgleichen. Knapp eine halbe Stunde war gespielt, als Lieke Martens Holland mit einer starken Einzelleistung die Gastgeberinnen erstmals in Führung brachte. Die 24-Jährige, welche soeben zum FC Barcelona wechselte, überzeugte während der gesamten EM und wurde am Ende auch zur besten Spielerin der Endrunde gekürt. Nach 33 Minuten vermochte Dänemark durch Pernille Harder den Ausgleich wieder herzustellen und sorgte dafür, dass es auch in der zweiten Halbzeit ein Spiel auf höchstem Niveau blieb.

Allerdings konnte Dänemark nicht ganz an die Leistung der ersten 45 Minuten anknüpfen. Mit einem eigentlich haltbaren Freistoss brachte Sherida Spitse die Niederländerinnen sechs Minuten nach Beginn der zweiten Spielhälfte erneut in Führung. Dänemark erarbeitete sich zwar eine ganze Reihe von Möglichkeiten, welche aber allesamt nicht genutzt werden konnten. Auf der anderen Seite hätte auch Holland die Führung noch ausbauen können, doch segelte beispielsweise der Abschluss von Jackie Groenen, Teamkollegin von Ana-Maria Crnogorcevic beim 1. FFC Frankfurt, knapp über die Torumrandung. Bis kurz vor Ende wurde die Partie zwar etwas ruppiger, doch blieb sie stets fair. Der zweite Treffer von Miedema, der ehemaligen FC Bayern und heutigen Arsenal-Akteurin, kurz vor Ende der Partie zum 4:2 setzte den Schlusspunkt eines würdigen Finales. Das sah auch die holländische Trainerin, Sarina Wiegmann, welche erst seit Januar im Amt ist, so: “Es war ein grossartiges Endspiel, beide Mannschaften wollten Fussball spielen und gewinnen. Sechs Tore in einem spannenden Spiel, das ist beste Werbung für den Frauenfussball.”

Torschützenkönigin des Turniers und damit Gewinnerin des “goldenen Schuhs” wurde die Engländerin Jodie Taylor mit fünf Treffern, vor Vivianne Miedema (4) und Lieke Martens (3). In 31 Spielen wurden 68 Tore erzielt, womit das Endspiel mit seinen 6 Toren deutlich über dem Durchschnitt lag. Holland ist, nach Deutschland, Norwegen und Schweden, erst die vierte Nation, welche den Europameistertitel gewinnen konnte.

Mirjam Strässle, Deborah Näpfli, Beat Steiner, Claudia Bürgler, Sandra Meier, Sabine Wittleben, Chris Vandoni, Karin Reuter, Rolf Kindlimann, Jacqueline Schauenberg, Monica Luraschi, Carone Gianluca, René Martin, Beat Linder, Katharina Bachofner, Hans Burri, Shani ten Siethoff gefällt dieser Artikel

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Displaying 2 Kommentare
Dein Kommentar
  1. Michi Lendi sagt:

    Grüezi Herr Stübi,
    Ohne hier irgendwelche Leistungen von Funktionärinnen oder gar Spielerinnen zu schmälern: Ich glaube der Frauenfussball wäre ohne männliche Unterstützung – und Form von Trainern, Betreuern, Funktionären etc. – noch lange nicht dort, wo er heute steht. In diesem Bereich ist halt die Qualität nach wie vor relevanter als das Geschlecht. Und das wird wohl schon noch ein paar Jahre dauern, ja…

    Freundliche Grüsse
    Michi Lendi, Luzern

  2. Werner Stübi sagt:

    Ich sah im Fernsehen teilweise einige der Vorspiele und das Endspiel in der ganzen Länge. Hervorragender, spannender Fussball! Bravo Holland! Meine Freude darüber wurde aber rasch sehr getrübt, als ich bei der Siegerinnen-Ehrung mitansehen musste, wie da unverhofft 5 oder 6 M ä n n e r auftauchten, um den Damen die Medaillen umzuhängen. Liebe Frauen: was ist da los? Gefällt Euch das? Ich finde das ziemlich skandalös! Soll diese üble Männerdominanz auch hier noch Jahre dauern?
    Herzliche Grüsse
    Werner Stübi, Luzern

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