Veröffentlicht am: Mo, 28. August, 2017

Der Ball rollt wieder: Cupwochenende

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Noch vor Beginn der Meisterschaft in der NLA startete an diesem Wochenende der Schweizer Cup. Zu einer Überraschung kam es in der Ostschweiz, wo Neckertal-Bütschwil den FC Kloten bezwang. Das Frauenfussball-Magazin hat sich zwei Partien genauer angeschaut.

Die Spiele vom Samstag

Die am Samstag gespielte Portion der Partien brachte keine Überraschungen in Form von Siegen unterklassiger Teams, aber doch einige knappe Resultate.

Amriswil und Rapperswil-Jona kannten sich aus jüngerer Vergangenheit noch als Ligagenossen, nach dem Aufstieg Amriswils in die NLB trat der Gast nun aber als Favorit an. Nichtsdestotrotz legte Rapperswil-Jona rasch zwei Tore vor. Neuzugang Jessica Berger, eben erst von GC gekommen, und die unverwüstliche Rita Mazukelyte sorgten in der ersten Halbzeit für einen 2:0 Vorsprung. Laura Geering konnte in der 74. Minute zwar noch den Anschluss erzielen, mehr lag für Amriswil aber nicht mehr drin, so dass der FCA dem FCRJ den Platz in der zweiten Cuprunde überlassen musste.

In allen anderen Spielen am Samstag gewannen die Oberklassigen. Derendingen (NLB) schlug Schwyz (1.L) 6:0, Walperswil (NLB) gewann im Berner Oberland beim FC Interlaken (2.L) 3:1, GC (NLA) siegte in Eschenbach 7:0, Therwil (NLB) in Muri (2.L) 8:1. Das 1:0 für Therwil schoss Andrea Frei schon in der allerersten Minute des Spiels.

Gäste aus Genf hatten die Old Boys-Frauen. Sie empfingen den B-Ligisten Aïre-le-Lignon, der sich gegen die eine Liga tiefer spielenden Baslerinnen erst spät durchsetzten konnte. Die Tore zum 2:0 Sieg der Westschweizerinnen fielen in der 73. und 82. Minute durch Maude Santoretti und Grace Gnaore.

Knapp war das Westschweizer-Duell zwischen Châtel-St-Denis und Courgevaux. Châtel forderte dem Erstligisten Courgeveaus alles ab und musste sich nur 3:4 geschlagen geben. Keine Chance hatte dagegen der FC Vuisternens/Mézières gegen den FC Basel aus der NLA. Vuisternens/Mézières, vor gut 20 Jahren aus einer Fusion hervorgegangen und in der Nähe von Romont zuhause, unterlag dem FCB 1:12.

Zwei ligainterne Direktduelle gab es am Samatag. Gambarogno, noch vor wenigen Jahren in der NLB engagiert und in der letzten Saison aus der 1.Liga abgestiegen, unterlag dabei Blustavia, ebenfalls aus der 2.Liga, 0:3, Küssnacht aus der 1.Liga schlug Balerna dank dreier Tore von Luana Hongler 4:1.

Beinahe zu einer Überraschung kam es in Wädenswil, wo der örtliche FC am Sieg schnupperte.

FC Wädenswil – FC Bühler 4:5 n.V. (4:3, 4:4)

(cd) Auf dem Papier war es eine klare Sache: Die Erstligistinnen des FC Bühler trafen in der ersten Hauptrunde des Pokals auf die Zweitligistinnen des FC Wädenswil, welche mehrheitlich aus Spielerinnen des Drittliga-Teams bestanden. Vor wenigen Wochen mussten die Verantwortlichen des FC Wädenswil mitteilen, dass sie aufgrund einer ganzen Reihe von Abgängen und Auslandsaufenthalten der 1. Mannschaft die Teams zusammenlegen und in der 2. Liga antreten werden. „Wir wussten nicht, wie das Spiel sein wird. Es war die erste Partie in dieser Zusammenstellung, auch im Testspiel waren die neuen Spielerinnen noch nicht dabei“, so Captain Lillo Geiger.

Romy Geiger (Mitte) gegen die Bühler Abwehr. (Bild: Chris Blattmann)

Von diesem Klassenunterschied war aber nichts zu merken. Zwar gehörte die erste Aktion den Gästen aus dem Appenzellerland, nach 9 Minuten gingen aber die Einheimischen in Führung. Patricia Haefeli umlief Torhüterin Livia D’Agostina und schloss sicher ab. Bühler wirkte fahrig und war insbesondere in der Defensive sehr anfällig, was Wädenswil schnell realisierte und immer wieder auszunutzen versuchte. Die Gäste agierten mit meist von der Mittelfeldregisseurin Jasmina Bronja ausgehenden langen Bällen.

Ein solcher langer Freistoss führte auch zum Ausgleich, nur gerade vier Minuten nach der Wädenswiler Führung. Nach weiteren vier Minuten ging Bühler sogar erstmals in Führung, wieder war es Bronja, die nun aus 18 Metern selbst unhaltbar und die Latte traf. Wädenswil liess sich durch diesen erstmaligen Rückstand aber nicht einschüchtern und konnte das Unentschieden in der 22. Minute durch Romy Geiger wieder herstellen. Die 17-Jährige umlief die Torhüterin und schob locker ein. Dieses Szenario versuchte sie im Laufe der Partie gleich mehrfach, setzte sich immer wieder in Szene und scheiterte aber dann jeweils an Torhüterin D’Agostina, die dies längst durchschaute.

Wirbelte auf der Aussenbahn: Sharon Mizrahi (l, Wädenswil), hier gegen Leana Quarella. (Bild: Chris Blattmann)

Die zweite auffällige Akteurin bei den Zürcherinnen war Sharon Mizrahi. Auch sie liess ihre Gegnerinnen an der rechten Aussenbahn reihenweise aussteigen, doch meist fehlte es dann am letzen Pass zur Mitte, womit die Partie früh hätte entschieden werden können. Nur einmal, gute zehn Minuten vor der Pause, änderte Romy Geiger ihre Strategie, zeigte ein lupenreines Dribbling bis vor die Torhüterin und schob gleich ein, anstatt sie auch noch zu umspielen.

Ein Fehler der Torhüterin des FCW, welche in der 40. Minute die Situation unterschätzte, den Ball verpasste und Desirée Drittenbass in die Lage versetzte, via Pfosten den Ausgleich zu erzielen, öffnete die Partie erneut. Romy Geiger setzte mit ihrem Hattrick den Schlusspunkt der ersten Halbzeit und liess Wädenswil wieder hoffen.

Der torreichen ersten Halbzeit folgte eine sehr intensive zweite. Bronja traf, erneut aus der Distanz, nach 55 Minuten nur die Latte. Drei Minuten später scheiterte Drittenbass zwar an der Torhüterin, den Nachschuss konnte Leana Quarella aber locker zum erneuten Ausgleich verwerten. Noch in der regulären Spielzeit hätte Wädenswil das Spiel für sich entscheiden können. Romy Geiger scheiterte aber zunächst wieder an der Torhüterin, danach segelte ihr Ball am Pfosten vorbei.

So ging es in die Verlängerung, welche in diesem attraktiven Spiel mit einem Sonntagsschuss entschieden wurde. Auf beiden Seiten schwanden die Kräfte, doch es wurde solidarisch gekämpft. Dies insbesondere von Wädenswil, das aber die vielen Unzulänglichkeiten der Gegnerinnen nicht nutzen konnte. In der 102. Minute zog Leana Quarella aus rund 35 Metern einfach ab und erzielte den Treffer zum 4:5 Endstand.

Wädenswil warf zwar in den letzten Minuten alles nach vorne, um wenigstens noch ein Elfmeterschiessen erzwingen zu können. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr. So war für Captain Lillo Geiger dann die Enttäuschung auch grösser, als der Stolz, einem Oberklassigen so lange die Stirn geboten zu haben: „Es ist schon etwas Frust da. Wir haben alles gegeben, konnten so lange dagegen halten und gut ausgesehen. Doch hatten wir so viele Chancen, welche wir einfach nicht verwerten konnten. Wir hatten mehr Reserven, konnten immer pushen.“ Nach ersten Zweifeln aufgrund der Reorganisation zeigte der FC Wädenswil aber, dass auch in dieser Saison der 2. Liga mit ihnen zu rechnen ist. Der FC Bühler seinerseits, der nur mit einer Ersatzspielerin antreten konnte, wird in der 1. Liga noch zulegen müssen, um sich dort zu behaupten.

Die Spiele vom Sonntag

Am Sonntag, im zweiten Teil der ersten Cuprunde, stolperte dann doch der eine oder andere Favorit.

Am grössten war die Überraschung in der Partie Neckertal-Bütschwil gegen Kloten. Der B-Ligist aus Kloten könnte zwar behaupten, man habe gleich gegen zwei Klubs antreten müssen, denn Neckertal und Bütschwil bilden zusammen eine Gruppierung, diese bestreitet seine Meisterschaft aber in der 2. Liga. Und doch: Mit vereinten Kräften schlug Neckertal-Bütschwil Kloten mit 4:2.

Auch Stans-Engelberg, ebenfalls Zweitligist, gelang es, mit dem FC Baar einen Oberklassigen, nämlich einen Erstligisten, auszuschalten. 3:2 setzten sich die Nidwaldnerinnen durch. Grosse Mühe hatte im Duell der Doppelklubs, St.Gallen-Staad, gegen Thusis-Cazis, setzten sich am Ende aber mit 1:0 durch. Südost Zürich gab forfait, so dass Gossau kampflos in die nächste Runde einzog.

Die Femina Kickers Worb gewannen bei Onex 14:0. wobei Elena Van Niekerk innerhalb einer Viertelstunde vier Tore gelangen, unterbrochen wurde sie nur von der Halbzeitpause. Noch höher siegte Lugano gegen die Niederamt Selection aus der 3.Liga, nämlich 15:0. Den höchsten Sieg feierte indessen Luzern mit einem 17:1 beim FC Baden. Auch die anderen A-Ligisten hatten keine Mühe. Die YB-Frauen zum Beispiel setzten sich bei Concordia Basel mit 8:0 durch.

Concordia Basel – BSC YB 0:8 (0:3)

(sd) Am Ende war das Resultat zwar klar und deutlich, doch das Heimteam aus Basel zeigte im Rahmen seiner Möglichkeiten einen guten Auftritt.

Auch wenn die Bernerinnen technisch versierter, flinker und unberechenbarer waren, spielten die Baslerinnen in der Anfangsphase ein aggressives Pressing und konnten so die Gefahr vor dem eigenen Tor zuerst noch fern halten. Es war dann Nationalstürmerin Florijana Ismaili, die nach einem Pass in die Tiefe nach rund 20 Minuten das Skore für die Bernerinnen eröffnete und zum 1:0 traf. Die 22-Jährige war allgegenwärtig, flink und schnell in der Berner Offensive. Defensiv hatte die Abwehr rund um Captain Francesca Calò die Lage stets im Griff. Die Baslerinnen hingegen hielten in der ersten Halbzeit gut dagegen, vor allem auch, weil mit Captain Rebekka Nüscheler und Sabrina Ming im Mittelfeld zwei ehemalige Nationalliga-A-Spielerinnen auf dem Feld standen.

Nachdem Alisha Lehmann in der 39. Minute nur den Pfosten traf, war sie dann kurz vor der Pause erfolgreich und traf mit einem satten Schuss unter die Latte zum 2:0. Und noch kürzer vor der Pause war es nochmals Ismaili, die zum 3:0 traf.

Nach dem Tee verliess die Kraft die Congeli-Spielerinnen kontinuierlich. Sie waren bemüht, doch wenn der Körper müde wird, wird es auch der Kopf. Und so waren die Bernerinnen stets einen oder mehrere Schritt schneller. Das sah auch Rebekka Nüscheler nach dem Spiel so: “YB war athletisch besser und schneller. Unser Pressing hat zu Beginn gut funktioniert, in der zweiten Halbzeit haben wir dann abgebaut. Wir hätten es dennoch verdient gehabt, nicht ganz so hoch zu verlieren.”

Die Young Boys hatten auch nach der Pause noch mehrere gute Chancen, wovon sie fünf in Tore ummünzten. Prägende Figur war dabei Ismaili, die insgesamt fünft Tore beisteuerte. In der zweiten Halbzeit trafen auch noch Alisha Lehmann und die junge Jana Neuhaus in ihrem ersten Spiel für YB. Die YB-Trainerin Marisa Wunderlin war zufrieden mit dem Auftritt ihres Teams: “Hinten haben wir nichts zugelassen, vorne hätten wir noch effizienter sein können. Da müssen wir noch kaltblütiger werden. Insgesamt war es ein guter Auftritt. Die Hauptsache ist, dass wir eine Runde weiter sind.”

Alle Resultate:

SC Schwyz (1.L (F)) – Frauen SC Derendingen Solothurn (NLB (F)) 0 : 6
BSC Old Boys (1.L (F)) – FC Aïre-le-Lignon (NLB (F)) 0 : 2
AS Gambarogno (2.L(F)) – SC Blustavia (2.L(F)) 0 : 3
FC Rapperswil-Jona (1.L (F)) – FC Amriswil (NLB (F)) 2 : 1
FC Interlaken (2.L(F)) – FC Walperswil (NLB (F)) 1 : 3
FC Eschenbach 1 (1.L (F)) – Grasshopper Club Zürich (NLA (F)) 0 : 7
FC Wädenswil 1 (2.L(F)) – FC Bühler (1.L (F)) 4 : 5
FC Muri (2.L(F)) – FC Therwil (NLB (F)) 1 : 8
FC Châtel-St-Denis I (2.L(F)int.) – FC Courgevaux 1 (1.L (F)) 3 : 4
FC Vuisternens/Mézières 1 (1.L (F)) – FC Basel 1893 (NLA (F)) 1 : 12
FC Küssnacht a/R (1.L (F)) – SC Balerna (1.L (F)) 4 : 1
FC Kirchberg (1.L (F)) – Servette FC Chênois Féminin (NLB (F)) 0 : 3
FC Affoltern a/A 1 (2.L(F)) – FC Oerlikon/Polizei ZH 1 (1.L (F)) 0 : 3
FC Gossau (1.L (F)) – FFC Südost Zürich (1.L (F)) 3 : 0 F
SC Steinen Basel (3.L(F)) – FC Renens (1.L (F)) 1 : 5
FC Champel Féminine 1 (3.L(F)) – FC Concordia I (2.L(F)int.) 0 : 8
FC Concordia Basel (1.L (F)) – BSC Young Boys (NLA (F)) 0 : 8
FC Willisau (2.L(F)) – FC Schlieren (NLB (F)) 0 : 2
FC Onex – Féminine 1 (2.L(F)int.) – Femina Kickers Worb (NLB (F)) 0 : 14
Niederamt Selection (3.L(F)) – Lugano Femminile (NLA (F)) 0 : 15
FCFF Piamont (3.L(F)) – FC Brig-Glis (2.L(F)int.) 1 : 9
FC Windisch (2.L(F)) – FC Luzern Frauen (1.L (F)) 0 : 2
FC Baden (1.L (F)) – FC Luzern (NLA (F)) 1 : 17
FC Pied du Jura (2.L(F)int.) – FC Lerchenfeld (2.L(F)) 2 : 0
FC Val-de-Ruz I (2.L(F)int.) – FC Yverdon Féminin (NLA (F)) 2 : 9
FC New Stars Basel 1934 (2.L(F)) – Frauenteam Thun Berner-Oberland (NLB (F)) 1 : 8
FC Appenzell 1 (2.L(F)) – FC Altstetten (1.L (F)) 2 : 3
FC Neckertal-Bütschwil 1 Grp. (2.L(F)) – FC Kloten (NLB (F)) 4 : 2
SG Stans-Engelberg (2.L(F)) – FC Baar 1 (1.L (F)) 3 : 2
FC Blue Stars ZH 1 (1.L (F)) – FC Aarau Frauen (NLA (F)) 0:10
FC Thusis – Cazis 1 (1.L (F)) – FC St.Gallen-Staad (NLB (F)) 0 : 1

 

Carla Hager, Stefanie Hollenstein, Karin Inauen, Monica Luraschi, Aykut Sakarya, Désirée Drittenbass, Rebecca Johnson, Romina Hodel, Michael Hunziker, Andrea Lamprecht, Beat Linder, Beat Steiner, Claudia Grüter, Sandra Meier, Babsi Fit, WomensCup, Iwan Schnüriger, Evelyne Reuteler, Sybille Lehmann, Martina Stirnimann, Francesca Calò, Jeff Schmidi, Patrick Born, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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