Veröffentlicht am: So, 23. Juli, 2017

Wir hatten gezeigt, dass es geht

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Einen Tag nach dem Sieg gegen Island stellten sich Lara Dickenmann, Noelle Maritz und Cinzia Zehnder nochmals den Fragen der Medien. Dabei ging es nicht nur um einen Rückblick auf die ersten beiden Partien, sondern ebenso um einen Ausblick auf das alles entscheidende Spiel gegen Frankreich vom kommenden Mittwoch.

Die bittere Startniederlage gegen Österreich müsste längst verdaut sein, doch immernoch ist sie in den Köpfen sehr präsent. Die Schmach war einer der Auslöser für die grosse Leistungssteigerung gegen Island. Viel wurde seither im mentalen Bereich gearbeitet. Es wurde so viel gesprochen, dass Lara Dickenmann danach „müde gewesen“ sei. Doch dies sei sehr wichtig gewesen, wie sie gleich auch anfügt. Man wollte den Fans zeigen, dass dies nicht das Leistungsniveau sei, welches man sich seit der Weltmeisterschaft 2015 erarbeitet habe. Oder wie Dickenmann es ausdrückt: „Wir wollten zeigen, dass wir es können. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie reagiert hat und natürlich auch, dass es geklappt hat.“ Und weiter: „Gegen Österreich hatten wir einfach vorausgesetzt, dass es mental funktioniert.“ Dies war eine Fehleinschätzung, welche auch für Maritz und Zehnder im Zentrum der Analyse steht. „Nun wollten wir der Öffentlichkeit eine Reaktion zeigen. Und wir bewiesen, dass es geht“, so die Wolfsburgerin. Entsprechend seien alle erleichtert und zufrieden. Doch darauf ausruhen kann und will sich das Team nicht. Natürlich wolle man am heutigen Tag den Sieg geniessen und sich etwas ausruhen. Viele taten dies mit ihren Familien und Freunden. Doch ab morgen gilt der Fokus ganz der entscheidenden Partie gegen Frankreich.

Vorsichtiger Optimismus bei Cinzia Zehnder (l.) und Noelle Maritz (Bild: Chris Blattmann)

Im Nationalteam fehlen die Ausländerinnen

Viele der Akteurinnen kennt Dickenmann aus ihren sechs Jahren bei Olympique Lyonnais.  Man sehe, dass auch Frankreich Schwierigkeiten hat. Nach dem Spiel von gestern (1:1 Unentschieden gegen Österreich, Anm.d.Red.) hat sie grosse Hoffnungen, dass es zu schaffen ist. So hätte auch Zehnder ein Unentschieden Frankreichs nicht erwartet. Denn nur ein Sieg kann für die Schweiz gegen die Drittplatzierten der Weltrangliste genug sein. „Es ist schon speziell gegen Frankreich. Ich liebe das Land, den französischen Fussball und kenne noch viele des Nationalteams“, so Dickenmann. Doch am Ende sei es ein Gegner wie jeder andere. „Natürlich gehört Frankreich immer zu den Favoriten, doch schaffen sie es nicht, das eigene Potential auch umzusetzen“, analysiert die Teamälteste. Entsprechend glaubt sie fest daran, dass man sie schlagen kann. Man dürfe nicht vergessen, dass zwar die beiden Topteams aus Frankreich das Finale der Champions League unter sich ausmachten, doch spielten dabei mit Hegerberg, Marozsan und anderen viele Ausländerinnen eine zentrale Rolle. Hinzu komme, dass es in der Meisterschaft beinahe langweilig zu und her gehe. Der Graben zwischen den Topteams und dem Rest sei zu gross. Während man mit Wolfsburg an jedem Wochenende einen Kampf habe, auch mal 0:1 zurückliegen könne, kennen dies die Französinnen nicht. Ein nicht zu unterschätzender mentaler Vorteil für die Schweizerinnen. Ähnlich sieht es auch Maritz, dennoch dürfe man die Gegner nicht vergleichen. Frankreich spiele einen technischen, schnellen Fussball und setze nicht auf Pressing wie Österreich oder Defensive und Konter wie Island. Klar sei aber, dass man genauso Gas geben, den Spielfluss der Gegnerinnen unterbrechen müsse und es von jeder Spielerin eine „sehr gute Leistung brauche“, um bestehen zu können.  Denn Frankreich sei ja nicht so dominant, wie man dies erwartet hätte. Der Optimismus ist also zurück im Schweizer Team, das Selbstbewusstsein wieder angestiegen. Doch überheblich wird man nun bestimmt nicht, wenn auch ein Faktor den Schweizerinnen in die Hände spielt: Anders als gegen Österreich ist man nun in der Aussenseiterrolle. Was dem Team von Martina Voss-Tecklenburg ja bekanntlich mehr behagt. „Als Underdog spielen wir immer befreiter“, fügt Zehnder an und definiert weiterhin den Einzug in den Viertelfinal als klares Ziel für die Europameisterschaft in Holland.

Das Schweizer Fernsehen überträgt das dritte und letzte Gruppenspiel der Schweizerinnen gegen Frankreich am Mittwoch, 26.07.2017, um 20:45 Uhr.

Gisel Koffi, Barbara Krcmar Meyer, Yolanda Oluoma, Michelle Blattmann Oetiker, Céline Frei-Shaqiri Plée, Osei Gifty, Peter Trutmann, Marion Naef, Francesco Paciocco, Susan A. Schnurrenberger, Deborah Näpfli, Beat Steiner, Evelyn Baumann, Henry Mächler, André Calligaris, WomensCup, Fabienne Schwarz, Monica Luraschi, Tobias Pretsch, Petra Fischbacher, Arthur Bless, Jens-Uwe Ludwig, Michi Lendi, Markus Schärer, Verena Aebi-Affolter, Kathrin Lehmann, Romina Hodel, Patrick Born, Stefan Theis, Hans Burri, Tanja Tamara Huggenberger, Jeff Schmidi, Nick Danny Sanchez, Roman Dettwiler, Michaela Marggi, Beat Linder, Bastien Aebischer gefällt dieser Artikel

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