Veröffentlicht am: Fr, 21. Juli, 2017

Island – Ein kleines Land mit grossem Potential

Eine Newsmeldung präsentiert von:

In Zusammenarbeit mit dem Morgunbladid aus Island, L’Equipe aus Frankreich und dem Standard aus Österreich stellen wir den Frauenfussball im Land des jeweiligen Gruppengegners vor. Nach dem Portrait aus Österreich folgt nun jenes aus Island, dem zweiten Gegner der Schweiz.

Island hat gerade einmal 334’000 Einwohner. Dennoch verzeichnet der Frauenfussball ein immer grösseres Interesse. Bereits für die Europameisterschaften 2009 und 2013 qualifiziert, ist der Sport seit über zehn Jahren sehr populär. Dies zeigen auch die Zuschauerzahlen. Bereits 2007 verzeichnete das Nationalteam einen Zuschauerrekord von rund 6’000 Fans, 2012 waren es gar 6’600 und in diesem Juni erreichte man eine neue Bestmarke mit 7’600 im Spiel gegen Brasilien in Reykjavik. Alle Spiele des Nationalteams werden vom staatlichen Sender RUV übertragen. Ein oder zwei Spiele pro Runde der nationalen Liga sind ebenso live bei 365 TV zu sehen, wie sämtliche Tore aller Spiele in einer speziell darauf ausgerichteten Sendung. Beinahe jeder Männerverein der obersten Ligen verfügen auch über ein Frauenteam.

Island ist bereit für Europa – mit noch mehr Zuschauern

Ein Portrait von Andri Yrkill Valsson, Morgunbladid (aus dem Englischen übersetzt von Chris Blattmann)

Island war der überraschende Star an der Euro in Frankreich im letzten Jahr, als das Nationalteam der Herren und die «Wikinger Klatsche» die Aufmerksamkeit aller auf sich zog. In diesem Sommer in den Niederlanden wird das Frauenteam nicht weniger Unterstützung der Isländerinnen und Isländer haben, da es zum dritten Mal in Folge an einer Europameisterschaft teilnimmt.

Viel hat sich seit dem Ende der Qualifikation im September allerdings geändert. Island wird mit einer komplett neuen Taktik im Vergleich mit jener, als es sich für die EM qualifizierte, auftreten. Nachdem das Ticket gesichert war, war die höchste Priorität für Nationaltrainer Freyr Alexandersson, das Rüstzeug des Teams zu erweitern. Nachdem in acht Spielen in der Qualifikation nur zwei Gegentore in Kauf genommen werden mussten, hat er das System von 4-3-3 auf 3-4-3 geändert und will dies auch für die EM beibehalten.

Auch wenn dies eine mutige Entscheidung war, führte sie doch zum Erfolg – insbesondere in Anbetracht der vielen Verletzungen, die das Team in den letzten sechs Monaten ereilt hatten. Wenige Tage bevor das endgültige EM-Team veröffentlicht wurde, musste man ausserdem mitteilen, dass Captain Margrét Lára Viðarsdóttir dem Team wegen einer Kreuzbandverletzung fehlen würde.

So wurde sie plötzlich zur dritten Spielerin, neben ihrer Schwester Elísa Viðarsdóttir, welche sich in der Qualifikation als rechte Aussenverteidigerin etablieren konnte, und Dóra María Lárusdóttir, der 114-fachen Nationalspielerin, die mit der gleichen Verletzung ausfiel.

Doch nicht nur mit Verletzungen musste sich Island herumschlagen. Auch  für Harpa Þorsteinsdóttir von Stjarnan, Topscorerin der Qualifikation mit 10 Treffern in 6 Spielen, war es ungewiss, ob sie in Holland mit dabei sein könnte. Sie wurde im Februar Mutter ihres Sohnes Ýmir und es war lange Zeit fraglich, ob sie für die EM bereits wieder leistungsfähig genug war.

Sie schaffte es, doch wird ihre Rolle die einer starken Ergänzungsspielerin sein. Ihre Teamkollegin Katrín Ásbjörnsdóttir wird im Angriff für sie in die Bresche springen können, unterstützt von Fanndís Friðriksdóttir von Breiðablik und Elín Metta Jensen von Valur oder Sandra María Jessen von Thór/KA.

In Sachen Stimmung sind die Isländer heute schon Europameister (Quelle: SRF)

Gunnarsdottir ist das Herz des Mittelfeldes

Mit drei Spielerinnen an der Spitze, spielen die Verbleibenden der zu erwartenden Startfromation alle im Ausland. Sara Björk Gunnarsdóttir vom VfL Wolfsburg wird das Mittelfeld kontrollieren und die Captainsbinde von Margrét Viðarsdóttir übernehmen.

Dagný Brynjarsdóttir von Portland Thorn ist nach schwierigen Verletzungen zurück und wird neben ihr Aufstellung beziehen. Die beiden Flügelspielerinnen, Gunnhildur Yrsa Jónsdóttir von Vålerenga auf der für sie neuen rechten Seite, und Hallbera Guðný Gísladóttir von Djurgården mit ihren gefährlichen Flanken links, sind gesetzt und müssen auch flexibel nach hinten agieren.

Die Verteidigung Islands hat einen schwedischen Anstrich. Guðbjörg Gunnarsdóttir, ebenfalls von Djurgården, im Tor, verlässt sich auf eine Linie von drei zentralen Abwehrspielerinnen, welche alle in Schweden spielen. Glódís Perla Viggósdóttir von Eskilstuna, Sif Atladóttir aus Kristianstad und Anna Björk Kristjánsdóttir von Limhamn Bunkeflo sind die drei Favoritinnen auf diese Position.

Islands erstes Ziel ist es, sich für die Viertelfinals zu qualifizieren und wie Trainer Alexandersson betonte, kann von da an alles passieren. Der Erfolg der Männer im letzten Sommer ist ein gutes Beispiel dafür und die Stimmung rund um das Team ist elektrisierend. Man geht davon aus, dass die Fans aus Island rund 20% der Sitzplätze belegen werden. Was auch immer passieren mag, Europa wird im zweiten Sommer in Folge von einer isländischen Fussball-Welle überrollt. Und man kann sicher sein, dass die berühmte «Wikinger Klatsche» und die «HUH»-Schreie nicht weit sein werden.

Dirk Buschmann, Pascal Oliver Hauser, Jens-Uwe Ludwig, Tatjana Viriato, Fabienne Schwarz, Marianne Wallimann Walter Wallimann, Hanspeter Schelbli, Petra Fischbacher, Beat Linder, WomensCup, Verena Aebi-Affolter, Monica Luraschi, Artemis Kapilidis, Miriam Bucher, Beat Steiner, Mirjam Strässle, Geser Hans Geser Laura, Michel Schauenberg, André Calligaris, Jacqueline Schauenberg, Nick Danny Sanchez, Oli Ottiger, Ma Nu, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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