Die deutschen Jahre: Martina Moser blickt zurück

Nach zehn Jahren in Deutschland kehrt die Bernerin Martina Moser auf die kommende Saison hin in die Schweiz zurück und schliesst sich dem FC Zürich an. Die Schweizer Rekordnationalspielerin rekapituliert. 

Martina Moser, sie haben in den beiden obersten Bundesligen für den SC Freiburg, den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim gespielt. Welchen Moment werden sie als ihren glücklichsten in Erinnerung behalten? 

Sicher der Aufstieg mit Hoffenheim 2013. Ich war zu Beginn der Saison von Wolfsburg gekommen, in die 2.Liga. Mancher dachte wohl: ein Rückschritt. Für mich war die Entscheidung aber richtig und das hat sich mit dem Aufstieg bewahrheitet. Als Captain ein Team zu führen hat mir entsprochen.

In Deutschland sind sie von schlimmen Verletzungen verschont geblieben. Gab es sonst Enttäuschung, die ihnen noch präsent sind?

Traurig war natürlich der Abstieg mit dem SC Freiburg 2010. Etwas weniger lang her ist ein Spiel mit Hoffenheim zuhause gegen Cloppeburg. Das war im November 2013. Wir waren eben erst aufgestiegen und wussten, dass wir Cloppenburg, den Mitaufsteiger, schlagen mussten, um wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Nach einer guten halben Stunde führten wir zu Hause verdient 2:0, verloren am Ende aber 2:4. Das war eine herbe Enttäuschung und ein bitterer Rückschlag. Mit einem denkwürdigen Sieg beim FC Bayern am zweitletzten Spieltag haben wir aber dann die nötigen Punkte doch noch geholt und den Klassenerhalt geschafft.

Ob im Dress des Nationalteams oder mit ihren Klubs: Martina Moser hat viel erlebt. (Archivbild: Peter Ganser)

In den letzten zehn Jahren haben es ihnen nicht nur viele Schweizerinnen gleichgetan und sind in Deutschland Profis geworden, die Bundesliga hat sich auch zu einer Ansammlung internationaler Stars entwickelt. Wer war die beste Spielerin, gegen die sie angetreten sind?

Zuletzt hat mir die Dänin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg Eindruck gemacht. Wir haben zwar nur einmal gegeneinander gespielt, aber was ich da gesehen habe, war Weltklasse.

Und die beste Mitspielerin?

In Wolfsburg habe ich ein Jahr lang mit der ehemaligen deutschen Internationalen Nadine Kessler gespielt. Leider musste sie unterdessen ihre Karriere beenden. In Hoffenheim fand ich Kristin Demann ganz stark. Sie wurde soeben ins deutsche EM-Kader berufen und wechselt nächste Saison zu Bayern München. Die Qualität der Pässe, die sie mir aus der Innenverteidigung nach vorne ins Mittelfeld gespielt hat, hat mich immer wieder beeindruckt. Das hat wirklich Spass gemacht.

Hat sie das Auslandengagement persönlich verändert?

Ja. Das Auswandern an sich war die prägendste Erfahrung. Als ich 2010 nach Wolfsburg ging, habe ich mich von zu Hause gelöst. Ich bin selbstständig geworden und habe gelernt wirklich auf eigenen Beinen zu stehen. Das war keine einfache Zeit, aber eine wichtige Erfahrung.

Sie haben zwar nie für YB gespielt, als Bernerin wäre ein Engagement bei den YB-Frauen aber naheliegend gewesen. Warum wechseln sie jetzt, da sie in die Schweiz zurückkehren, zum FC Zürich?

Das hat einerseits private Gründe. Anderseits war das Angebot des FCZ einfach sehr gut. Ich hatte rasch konkrete Gespräche mit den Verantwortliche, auch mit dem Präsidenten Ancillo Canepa, der sich für die Frauenabteilung einsetzt. Ich werde beim FCZ im Talentmanagement und auf der Geschäftsstelle arbeiten können. Nicht, dass sich YB nicht um mich bemüht hätte, aber was mir Zürich bot, hatte einfach Hand und Fuss.

Sulamith Bertschi, Michèle Estermann, Mi Winter, Sandra Pribilova, Sandra Bruderer, Céline Frei-Shaqiri Plée, Bastien Aebischer, Mirjam Strässle, Petra Fischbacher, Peter Schell, Angela Zosso, Beat Steiner, Daniela Schwarz, Michaela Marggi, Colette Wittwer, Monika Klöckner, Anliker Rolf, Romina Hodel, Chantal Wyser, Hans Burri, fairygoals, Monica Luraschi, Tanja Tamara Huggenberger, Michi Lendi, Frederic Mauron, Carlos Enrique Girnt gefällt dieser Artikel

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