Veröffentlicht am: Mo, 01. Mai, 2017

Worb komplettiert das Sextett

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Wie auch in der obersten Spielklasse ist die Qualifikation in der Nationalliga B absolviert. Während in der NLA vier Teams gegen den Abstieg kämpfen, sind es in der NLB in diesem Jahr zwei Teams, welche die Chance erhalten, einen der beiden Plätze im Oberhaus zu ergattern. Ein Rückblick.

Für den FC Aarau ist bereits seit einiger Zeit klar, dass er auch in diesem Jahr eines der beiden Teams stellen wird, welches sich in der Barrage mit den Oberklassigen messen wird. Anders als im letzten Jahr sind es aber nicht zwei, sondern gleich vier Teams aus der Nationalliga A, welche den Aargauerinnen gegenüber stehen werden. Aarau startete zwar mit einer Niederlage gegen die Aufsteigerinnen aus Aïre-le-Lignon, konnte dann aber den eigenen Erwartungen gerecht werden. Der härteste Gegner waren jeweils die Femina Kickers aus Worb, welche ihnen auch die erste Niederlage in diesem Jahr zufügten. Das Team Andreas Zürcher sicherte die Tabellenspitze bereits Ende März (unser Bericht vom 27.03.2017). Zu einem Zeitpunkt allerdings, als sich mit Sereina Villiger und Lara Zürcher gleich zwei Schlüsselspielerinnen innert 24 Stunden das Kreuzband gerissen hatten. Damit wird also ein geschwächter Leader erneut den Anlauf wagen, das erklärte Ziel, den Aufstieg in die Nationalliga A, zu erreichen.

Sichtbar grosse Erleichterung nach dem Unentschieden in Zürich: Worb qualifiziert sich erstmals für die Barrage (Bild: sportmoments.ch)

Femina Kickers Worb musste bis zuletzt zittern. Als Aarau als Spitzenreiter feststand, konnte man annehmen, dass auch die Bernerinnen erstmals in der Vereinsgeschichte um einen Platz im Oberhaus mitkämpfen würden. Mit einem Unentschieden gegen Thun und Niederlagen gegen Aïre-le-Lignon und Chênois wurde plötzlich das letzte Spiel gegen die U21 des FC Zürich Frauen zur entscheidenden Partie. Im Fernduell mit Therwil musste mindestens ein Punkt her – oder eine Niederlage der Baslerinnen – damit Marcello Conti mit seinen Frauen Vereinsgeschichte schreiben konnte. Die Femina Kickers, Partnerverein der BSC Young Boys, sind seit 2006 als reiner Frauenfussballverein tätig und verfügen über einige Spielerinnen, welche NLA-Erfahrung haben. Dennoch ist für Conti nicht das primäre Ziel, jetzt auch den Aufstieg zu realisieren: “Wir wollen jetzt in erster Linie Erfahrungen sammeln. Etwas, was mein Team benötigt. Sie müssen lernen, mehr mit dem Kopf, unter Druck den entscheidenden Ball zu spielen. Das sind Dinge, die gern für die Zukunft mitnehmen möchte.” Conti hat sich auch bezüglich der neuen Gegner schon etwas schlau gemacht. “Ich habe Yverdon gegen YB gesehen, sowie Derendingen gegen Staad. Das ist schon ein anderes Level. Da müssen wir noch kompakter, schneller sein. Es braucht noch zwei Schritte mehr.” Entsprechend hat er auch keine Erwartungen, was am Ende der Barrage herausschaut, denn die Prioritäten sind ganz anders gesetzt.

Die U21 des FC Zürich ist das einzige Team der Liga mit Ambitionen ohne Möglichkeiten. Das einzige Ziel kann nur der Ligaerhalt sein, damit das Nachwuchsteam des amtierenden Meisters auf bestmöglicher Stufe seine Spielerinnen ausbilden kann. Ein Aufstieg in die Nationalliga A ist nicht möglich. Entsprechend wird man mehrfach zum Spielverderber bei Teams, welche dringend auf Punkte angewiesen sind. Dem Team aus Zürich ist aber mangelnde Motivation nicht nachzusagen. Im Gegenteil, denn es ist deren Möglichkeit, sich vereinsintern für höhere Aufgaben zu empfehlen. Nur mit dem nötigen Einsatz und der Bereitschaft, private Dinge des Lebens dem Fussball unterzuordnen, besteht die Chance, einmal den Schritt in ein Topteam zu schaffen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Zürcherinnen auch in diesem Jahr vorne mitmischen und am Ende vier Punkte hinter dem FC Aarau Rang zwei in der Schlusstabelle der Qualifikation belegen.

Der FC Therwil wurde lange unter seinem Wert gehandelt. Als möglichen Barrage-Kandidaten hatte man die Baslerinnen kaum auf dem Radar. Vergessen wurde dabei die Qualität im Team, welches zum Teil auch aus ehemaligen Spielerinnen des FC Basel besteht. Unter ihnen beispielsweise Andrea Frei oder Kostoula Frangouli. Nach einer Niederlage gegen Zürich in diesem Jahr, folgten Siege gegen St. Gallen, Schlieren, Thun, Aïre-le-Lignon und Kloten, bei nur einer Niederlage gegen Aarau und in der letzten Partie gegen Chênois. Therwil geht damit hinter dem FC Zürich U21, der an der Barrage nicht teilnehmen darf, auf dem zweiten Platz in die Entscheidungsrunde und verfügt über einen Punktevorsprung von zwei Zählern auf den FC St. Gallen.

Nach dem Abstieg aus der Nationalliga A im letzten Jahr war sich der FC St. Gallen bewusst, dass es nicht einfach sein würde, den direkten Wiederaufstieg zu realisieren. Zu eng ist es an der Spitze der NLB, zu beschränkt sind die eigenen Mittel. Auch wenn sich die Ostschweizerinnen am Ende der Qualifikation solide im Mittelfeld etablieren konnten, so resultierte mit einem Rückstand von 6 Punkten auf Worb nur Rang 5. Zu wenig für die Ansprüche eines Vereins, der die Vorherrschaft im Frauenfussball der Ostschweiz für sich beanspruchte. Diese hat weiterhin aber der ungleich kleinere FC Staad inne, auch wenn die Seemädchen die Barrage bestreiten müssen. Gerade in den letzten beiden Spielen der Qualifikation, mit einer Niederlage gegen Aïre-le-Lignon und nur einem Unentschieden gegen die Tabellenletzten aus Kloten hat man sich endgültig aus dem Rennen genommen.

Ebenso inkonstant wie St. Gallen war in dieser Saison auch der FC Schlieren. Auch die Limmattalerinnen haben eine Vergangenheit in der Nationalliga A und strebten unter Trainer Robert Tonic in diesem Jahr zumindest die Barrage an. Furios in die Saison gestartet, folgte gegen Worb bereits der erste Dämpfer. Dennoch konnten sich die Schlieremerinnen im oberen Drittel halten und kamen erst im Spätherbst mit Niederlagen gegen den FCZ, Aarau und Thun aus dem Tritt. Gegen Ende der Qualifikation sorgte eine optimale Chancenauswertung gegen den FC Aarau zwar zu einem glücklichen Sieg, zum Erreichen des Saisonziels reichte es allerdings nicht mehr. Schlieren beendete die Qualifikation mit einem Punkt Rückstand auf St. Gallen auf Rang 6.

Noch vor dem etablierten Team aus Genf, Football Féminin Chênois, konnten sich die Aufsteigerinnen aus Aïre-le-Lignon positionieren. Die ehemals zweite Kraft aus der Region konnte mit Neuverpflichtungen punkten, welche einen wesentlichen Beitrag zum Ligaerhalt leisten dürften. Nur einen Punkt hinter dem Traditionsverein Schlieren konnten sich die Aufsteigerinnen positionieren. Chênois seinerseits vermochte zwar gerade am Ende mit den Siegen gegen Worb und Therwil wichtige sechs Punkte zu gewinnen, doch waren es in sämtlichen Spielen zuvor nur gerade deren 13. Entsprechend liegt Chênois auf dem vorletzten Rang, während die lokalen Rivalinnen noch vor Thun und nur einen Punkt hinter St. Gallen die Qualifikation auf Rang 7 beendeten.

In dieser Saison nicht auf Touren kam ein weiteres Team, welches früher eine feste Grösse in der Nationalliga A war. Thun Berner-Oberland krönte zwar den Abschluss der Qualifikation mit einem Sieg gegen den FC Aarau, zuvor passte aber nicht allzu viel zusammen. Man startete mit vier Siegen gegen den FCZ, Aïre-le-Lignon, Kloten und Chênois optimal in die Saison und konnte bis zur Winterpause auch eine ganze Reihe weiterer Punkte generieren. Das neue Jahr geriet aber dann nicht nach Wunsch. Gegen die Aufsteigerinnen aus Kloten beispielsweise resultierte nur ein 1:1, ebenso konnte man aus Genf gegen Chênois und im Derby gegen Worb nur einen Punkt mitnehmen. Die Ausbeute aus der Qualifikation reichte so am Ende nur zu Rang acht, zwei Punkte hinter den Aufsteigerinnen aus Aïre-le-Lignon.

Im letzten Juni galt es als kleine Sensation, dass der FC Kloten durch die 1. Liga durchmaschiert und gleich in die Nationalliga B aufgestiegen ist (unser Bericht vom 5. Juni 2016). Seither gab es einige Veränderungen bei den Flughafenstädterinnen. Auf der Trainerbank nahm, wie bereits in früheren Zeiten, wieder Peter Wartmann Platz. Der Kader wurde mit Akteurinnen ergänzt, welche bereits über einige Erfahrung auf nationaler Ebene verfügten. So tauchte mit Nadine Baker eine alte Bekannte wieder auf, Murielle Saxer kam von den Grasshoppers. Gereicht hat es aber dennoch nicht. Gerade einmal drei Punkte konnten die Zürcherinnen generieren, kein einziger Sieg wurde bejubelt und mit 57 Gegentoren hatte man auch klar die schwächste Defensive. So scheint es schon jetzt klar, dass das Abenteuer Nationalliga für Kloten bereits nach einem Jahr sein Ende finden dürfte.

Fabienne Schwarz, Beat Steiner, Sandra Meier, Verena Aebi-Affolter, Michelle Heule, Babsi Fit, Laila Koch, Simone Hofer, Donjeta Muji, Pippo Rino, Ony Salome Zogg, Tanja Bühler, Martina Suter, Beat Linder, Katrin Glarner gefällt dieser Artikel

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