Veröffentlicht am: Sa, 27. Mai, 2017

Neunkirch holt sich den ersten Titel in extremis

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Im Final des Schweizer Pokalwettbewerbs duellierten sich in Biel die beiden besten Teams der Saison. Das bessere Team nutzte seine Chancen weniger effizient und musste sich am Ende geschlagen geben. Neunkirch bezwang den FC Zürich Frauen mit 8:7 nach Elfmeterschiessen.

Die Tissot Arena in Biel war spärlich besetzt, als die Unparteiische an diesem Samstag den Cupfinal 2017 anpfiff. Nur gerade 534 Zuschauerinnen und Zuschauer fanden den Weg ins Stadion. Immerhin standen sich die beiden besten Teams der noch laufenden Saison gegenüber. In der letzten Partie der Meisterschaft endete die Begegnung zwischen dem FC Zürich Frauen und dem FC Neunkirch im Lipo Park in Schaffhausen mit einem 1:1 Unentschieden (unser Bericht vom 21.05.2017). Die Startaufstellungen waren beinahe identisch. Während auf Seiten des FC Neunkirch Patricia Hmirova die verletzte Sandy Maendly ersetzte, kam beim FCZ Barla Dezplazes für Sara Krisztin zum Einsatz. Die Zürcherinnen starteten erneut besser in die Partie und dominierten die Gegnerinnen während der gesamten ersten Halbzeit. Die zahlreichen sich bietenden Chancen konnten sie allerdings nicht nutzen. Bereits nach drei Minuten hätte Riana Fischer ihr Team vor den Augen des FCZ-Präsidentenpaares Heliane und Ancillo Canepa mit einem Freistoss aus aussichtsreicher Position in Führung bringen können. Bei der Ausführung zögerte sie leicht, zirkelte den Ball um die Mauer, doch Korenciova konnte ihn mit den Fingerspitzen noch über die Latte lenken. Es dauerte gut 10 weitere Minuten, ehe das erste Lebenszeichen der Gegnerinnen kam. Der Weitschuss von Valentina Bergamaschi war jedoch zu unpräzise, um auch nur ansatzweise Gefahr für Seraina Friedli zu bringen. Nach genau einer halben Stunde hätte der FCZ verdientermassen in Führung gehen müssen. Eine Flanke von Julia Stierli landete präzise auf dem Kopf von Barla Dezplazes, deren Abschluss aber nur an der Torumrandung. Zwei Zeigerumdrehungen später die nächste ungenutzte Chance, als Sanni Franssi aus spitzem Winkel den Ball an gegnerischer Torhüterin und Tor vorbei schob. Neunkirch konnte sein Spiel nicht aufziehen und so war der Führungstreffer unmittelbar vor der Pause das Resultat einer Unachtsamkeit des FCZ. Neunkirch konnte sich im Strafraum der Zürcherinnen durchkombinieren und die von hinten heranstürmende Valentina Bergamaschi wurde einfach übersehen. Für FCZ-Trainer Dorjee Tsawa ein Déjà-Vu: “Jedes Spiel gegen Neunkirch in dieser Saison war mit unnötigen Punktverlusten verbunden. So auch dieses. Wir hatten Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden. Doch nie ist es uns gelungen, sie ‘in die Knie’ zu zwingen.”

Sandrine Mauron (links) hielt den FCZ dank ihres Ausgleichstreffers im Spiel (Bild: Peter Ganser)

Auch in der zweiten Spielhälfte war Zürich die dominierende Mannschaft. Vier Minuten nach Wiederanpfiff hätte bereits der Ausgleich fallen müssen. Sanni Franssi konnte alleine auf Korenciova laufen, links lief Sandrine Mauron mit, doch die Finnin war zu eigensinnig und scheiterte am Ende an der gegnerischen Schlussfrau. Eine Stunde war gespielt, als der Final so richtig lanciert wurde. Nathalie Lienhard spielte sich an der rechten Aussenlinie frei, wieder wartete Mauron in der Mitte und erhielt das Leder diesmal auch. Souverän konnte sie zum längst fälligen Ausgleich einschieben. Danach verlief die ohnehin schon intensive Partie noch ruppiger. Klare Möglichkeiten konnten sich die beiden Teams in der regulären Spielzeit nicht mehr erarbeiten, einmal abgesehen davon, dass Patricia Hmirova in der 84. Minuten im Flug ihr Team erneut in Führung bringen wollte, aber am Ball vorbei segelte.

Viel Betrieb vor dem Neunkircher Tor, doch keine zählbaren Ergebnisse (Bild: Peter Ganser)

So ging die Partie in die Verlängerung, welche, wie bei den bisherigen Spielabschnitten, von den Zürcherinnen dominiert wurde. Allerdings schwanden die Kräfte auf beiden Seiten spürbar und entsprechend wurden die Möglichkeiten auch rarer. Die beste Chance hatte Lesley Ramseier in der 106. Minute, doch auch sie verfehlte ihr Ziel knapp. So endete dieser Abnützungskampf torlos und führte zur Entscheidung im Elfmeterschiessen. Auch die zwingende Endausmarchung dauerte eine ganze Weile, bis die Entscheidung da war. Die ersten sechs Schützinnen der beiden Teams konnten ihren Elfmeter klar verwerten, auch wenn die Torhüterinnen meist die Ecke ahnten. Die unglückliche Schützin auf Seiten der Titelverteidigerinnen war erneut Lesley Ramseier, welche ihren Schuss ins untere linke Eck setzen wollte, Korenciova dies ahnte und parieren konnte. Entschieden war zu diesem Zeitpunkt noch nichts, denn auch Hmirova musste erst noch ihren Elfer verwandeln, was sie gegen Seraina Friedli auch problemlos tat. So endet eine Serie des FCZ, der avisierte Hattrick wurde vom grössten Konkurrenten der Saison zunichte gemacht. Neunkirch seinerseits feiert den ersten nationalen Titel der Vereinsgeschichte. Für Captain Alyssa Lagonia wurde ein Traum wahr: “Ich bin so stolz auf dieses Team. Wir hatten dieses Ziel seit Beginn der Saison. Dies erreicht zu haben bedeutet die Welt für uns. Ich bin so glücklich!” Das Märchen aus Schaffhausen könnte noch weiter gehen. Nicht nur der Sieg des Pokals ist erreicht, auch das Double wäre möglich. Noch stehen zwei Spiele an. “Dies ist unser zweites Ziel. Daher werden wir zwar heute etwas feiern, morgen regenerieren und uns dann ganz auf die nächsten zwei Spiele konzentrieren”, schaut die Kanadierin voraus. In den letzten Spielen der Meisterschaft wäre der FCZ auf Schützenhilfe aus Basel und Lugano angewiesen, um zumindest den Meistertitel noch verteidigen zu können.

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Displaying 3 Kommentare
Dein Kommentar
  1. Priska Baumer sagt:

    Zürich hat eine wirklich tolle Mannschaft. Trotzdem ging der Cupsieg nach Neunkirch, wo die Freude, auch bei mir, riesig ist. Was überhaupt keinen Spass macht, ist das Auftreten von Fabienne Humm. Die Mätzchen mit den sie zu Werke geht, sind unterste Schublade. Sie lamentiert die ganze Zeit und ebenso nimmt sie Verletungen ihrer Gegnerinnen in Kauf. Zu allem Überfluss geniest sie bei den Schiedsrichtern einen unverständlichen Denkmalschutz. Vielleicht würde eine gelbe Karte sie mal wieder auf den Boden zurück holen. Das müssen die Schiedsrichter dringend über die Bücher!
    Das hat doch eine so brillante Fussballerin nicht nötig, oder?

    • Eine brillante Fussballerin hat das nicht nötig. Aber ist Fabienne Humm brillant? Ich denke nicht. Oder ist es notwendig das eine so gute Torhüterin wie seraina friedli die Ärmel über die Schultern machen muss obwohl das von der FIFA verboten ist und von den drei Schiedsrichterinnen nicht geahndet wurde . Nein es wäre alles nicht nötig aber bei den Männern spricht man ja vom sogenannten Bayern Bonus, diesen haben halt leider die Frauen des fc Zürich in der Schweiz. Es ist einfach traurig das es so offensichtlich sein muss.

      • Schäri sagt:

        Abräumer 9000: Ein solcher Kommentar ist armselig. Hier in diesem Forum persönliche Angriffe zu starten ist auch unterste Schublade.
        Und dann noch den Namen verheimlichen. So weit unten gibt es nicht einmal mehr eine Schublade, in welche sich Abräumer 9000 verkriechen sollte!
        Nimm dir ein Beispiel an Priska Baumer!!!

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