Veröffentlicht am: Sa, 13. Mai, 2017

Kein Team mehr ohne Punkte in der Barrage, Zürich und Neunkirch im Gleichschritt

Eine Newsmeldung präsentiert von:

In der Finalrunde konnten die beiden Spitzenteams erneut die volle Punktzahl generieren, Staad kommt in der Barrage gegen Worb nicht über ein Unentschieden hinaus. Überschattet wird der gesamte Spieltag allerdings von einer schweren Verletzung.

Finalrunde

FC Zürich Frauen – FC Basel 1893 1:0 (1:0)

Der 13. Mai hat für den FC Zürich eine besondere Bedeutung. Vor 11 Jahren duellierten sich die Herren im Kampf um den Meistertitel, in der letzten Minute der Nachspielzeit konnte der FCZ den Treffer zum 2:1 erzielen und damit Basel den sicher geglaubten Titel zunichte machen. Das Spiel ging als “Schande von Basel” in die Geschichte ein, nachdem die einheimischen Anhänger den Platz stürmten und auch die gegnerischen Spielerin Gefahr brachten. So hitzig ging es heute zwischen den Frauen der beiden Vereine nicht zu, aber körperliche Härte dominierte auch diese Partie. Zürich dominierte allerdings die Partie und ging schon nach drei Minuten in Führung. Ein Zuspiel per Kopf an Stenia Michel wurde zu einem Rückpass, Michel war kurz irritiert und Fabienne Humm reagierte blitzschnell. Mit einem Lob über die ehemalige Teamkollegin vermochte sie den einzigen Treffer des Abends zu erzielen. Möglichkeiten hatten die Zürcherinnen insbesondere in der ersten Halbzeit noch mehrere, doch entweder landete der Ball an der Torumrandung, so geschehen nach einem Eckball von Riana Fischer in der 17. Minute, oder Michel verhinderte einen höheren Rückstand. Basel störte früh, erarbeitete sich aber keine zwingenden Chancen. “Wir brauchten die ganze erste Halbzeit, um uns vom Schock des frühen Gegentreffers zu erholen. Uns fehlten die entscheidenden Aktionen in der Box, also im Sechzehner”, so Sissy Raith im Anschluss an das Spiel.

Ria Percival (r.), hier gegen Lesley Ramseier, zeigte öfters vollen Körpereinsatz (Bild: Peter Ganser)

Nach der Pause kam Basel etwas offensiver in die Partie. Aggressiver gegen den Ball, beschrieb es Raith, doch nicht nur der Ball bekam die Aggressivität zu spüren, die Spielerinnen ebenso. Nach gut einer Stunde wurde Selina Kuster unsanft von den Beinen geholt. Mit der Bahre musste die Nationalspielerin vom Platz getragen werden. Nach ersten Erkenntnissen ist für sie nicht nur die Meisterschaft gelaufen, sondern auch die Europameisterschaft in Holland. Ein herber Verlust für das Nationalteam und den FCZ in der entscheidenden Phase. Nun war Zürich seinerseits geschockt und entsprechend ineffizient. Die Partie spielte sich in der Folge nur noch im Mittelfeld ab. Gefährliche Aktionen waren auf beiden Seiten keine mehr zu verzeichnen. Für den FCZ reichte dieser eine Treffer zum Erreichen der vollen Punktzahl. Dorjee Tsawa, Trainer des FCZ, ist selbstkritisch: “Wir haben es verpasst, das Spiel frühzeitig klar zu machen. Wir liefen mindestens dreimal vor das gegnerische Tor und hätten das Tor erzielen müssen. Die Begegnung war hart, manchmal gar überhart. Tragisch ist die Verletzung von Selina (Kuster), sie wird uns im Abschluss der Saison fehlen. Ich hoffe, dass der Gegner auch gegen die anderen Teams diese Energie zeigen wird.”

FC Lugano – BSC Young Boys 1:1 (0:1)

Die Bernerinnen von Marisa Wunderlin taten sich gegen die Luganesi zunächst schwer. Erst mit einer Hereingabe auf Alisha Lehmann, welche kurz vor der Pause den Führungstreffer erzielen konnte, wurden die Bemühungen belohnt. Die Freude hielt allerdings nicht lange. Gut 15 Minuten waren gespielt, als Veronika Emini über die rechte Seite per Kopf auf Cara Curtin spielen konnte, welche nur noch einzuschieben brauchte. Beiden Teams brachte der Punktgewinn nichts, liegen sie doch weiterhin punktgleich am Ende der Tabelle der Finalrunde. Nur einen Punkt allerdings hinter dem FC Luzern, der aktuell den vierten Rang belegt.

FC Luzern – FC Neunkirch 0:5 (0:3)

(mst) Beim Spiel zwischen dem Tabellenersten Neunkirch und dem FC Luzern übernahm die besser gesetzte Mannschaft von Beginn weg die Spielkontrolle. Denn bereits nach wenigen Minuten stand Neunkirch das erste Mal vor dem Luzerner Tor. Danach verloren beide Mannschaften etwas den Durchblick, was zu einem mehrheitlich unorganisierten und unmotivierten Spiel führte. Ein Freistoss in der 23. Minute änderte dann glücklicherweise den stockenden Spielverlauf: Neunkirchs Lagonia spielt auf Maendly, diese steht ohne grosse Deckung vor dem Tor. Gekonnt und ohne grössere Schwierigkeiten spielt sie den Ball und lässt dabei Luzerns Torfrau Honegger alt aussehen: diese hält den Ball nämlich, verliert ihn dann aber wieder – 0:1 für Neunkirch. Nun kommen die Schaffhauserinnen so richtig in Fahrt. Sie lassen Luzern kein Durchkommen, kontrollieren das Spiel und zeigen geschickte Spielzüge. Nur ein einziges Mal in der ersten Halbzeit gelingt dem FCL eine gefährliche Torchance, wobei es jedoch bei einem Pfostenschuss durch Irina Brütsch bleibt. Kurz vor der Pause dann die doppelte Ernüchterung für Luzern. Neunkirch trifft gleich zweimal innerhalb von zwei Minuten. Valentina Bergamaschi und Paula Serrano Castano sichern den 0:3 Vorsprung für die Pause.

Natascha Honegger im Tor des FCL konnte nicht alle Tore verhindern (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste zu Ende endete – mit einem Tor. Pietrangelo trifft zum 0:4. Luzern reagierte und kam kurz danach zu ihrer zweiten und damit auch letzten gefährlichen Torchance in diesem Spiel. Der Schuss wurde jedoch durch eine Parade von Neunkirchs Torfrau daran gehindert, ins Tor zu fliegen. Die restliche zweite Halbzeit wurde von den Neunkircherinnen dominiert. Es gab jedoch auf beiden Seiten kein grosses Aufbäumen mehr, wodurch es keine weiteren spannenden Szenen mehr gab. Die Neunkircherinnen waren 90 Minuten lang die dominierende Mannschaft und bestätigten ihre aktuelle Tabellenführung. Bei Luzern schien heute etwas der Wurm drin zu sein. Besonders auffällig waren Brütsch (FCL) und Hmirova (Neunkirch). Sie machten vor allem durch viel und schnelle Laufarbeit auf sich aufmerksam. Hmirova war bei praktisch allen Toren die Wegbereiterin. Den Schlusspunkt setzte Bergamaschi mit ihrem Treffer zum 0:5 in der 90. Minute.

Auf-/Abstiegsrunde

Grasshopper Club – FC Aarau 2:1 (1:1)

Der FC Aarau sorgte in der Auftaktrunde für die grosse Überraschung. Mit dem Sieg gegen den FC Staad konnten sie ein oberklassiges Team bezwingen (unser Bericht vom 11. Mai 2017). Entsprechend waren die Hoppers gewarnt. Dennoch verlief die Partie auf Augenhöhe und Aarau schnupperte erneut an der kleinen Sensation. Zwar gingen die Zürcherinnen nach 21 Minuten durch die junge Victoria Laino in Führung, 10 Minuten später vermochte Julia Höltschi, Torschützenkönigin der Qualifikation, bereits den Ausgleich zu erzielen. GC erarbeitete sich eine Vielzahl von Chancen, doch wie bereits in früheren Partien, agierte es glücklos. Die Aargauerinnen hatten allerdings ihrerseits das Glück auch nicht gepachtet. Gleich zwei Pfostentreffer verhinderten den nächsten Sieg. Für die Entscheidung sorgte einmal mehr eine der auffälligsten Spielerinnen. Noa Schärz verwandelte nach knapp einer Stunde zum 2:1 Endstand. Die Hoppers können sich damit über die volle Punktzahl und damit die Tabellenspitze freuen. Aarau bleibt aber in Tuchfühlung mit einem der beiden Aufstiegsplätze.

Femina Kickers Worb – FC Staad 2:2 (2:1)

Nach der überraschenden Niederlage gegen den FC Aarau am letzten Mittwoch mussten für die Seemädchen unbedingt Punkte her. Ein Abstieg wäre für nicht nur den Traditionsverein katastrophal, sondern, wie auch bei Yverdon Féminin, für eine ganze Region. Worb seinerseits erhielt durch den guten Start gegen Yverdon Rückenwind. Auch wenn man in der Westschweiz unterlag, so konnte man sich eine gute Leistung attestieren lassen und darauf aufbauen. In der heutigen Partie, welche auf Augenhöhe geführt wurde, konnten die Gäste durch Jessica Schärer zwar standesgemäss in Führung gehen, doch diese dauerte nur gerade 14 Minuten. Nicht nur, dass Katrin Glarner ausgleichen konnte, zur Pause drohte erneut eine Niederlage für die Ostschweizerinnen. Martina Frey brachte Worb mit dem Pausenpfiff in Führung und bescherte damit den anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern eine attraktive zweite Spielhälfte. Staad drängte auf den erneuten Ausgleich, traf durch Bettina Peter in der 51. Minute die Latte und hat sich den Treffer von Brooke Hendrix in der 67. Minute durchaus verdient. Zu mehr reichte es dann aber nicht mehr. So können die Femina Kickers den ersten Punkt in einer Barrage der Vereinsgeschichte durchaus als Erfolg feiern, für Staad ist dies aber deutlich zu wenig. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen gegen die unterklassigen Vertreter ist die Ausbeute eindeutig zu wenig, um am Ende das Blatt noch drehen zu können.

SC Derendingen Solothurn – Yverdon Féminin 0:0

Die einzige Begegnung der beiden A-Ligisten wurde zur Nullnummer. Auch im letzten Aufeinandertreffen war es eine enge Partie. In der Qualifikation trennten sich die beiden Teams mit 2:3. Immerhin fielen dabei Tore. Heute schien es, als würden beide Mannschaften in erster Linie versuchen, Gegentreffer zu vermeiden. Gegen Worb erzielte Yverdon seine drei Tore in den letzten 15 Minuten, diesmal gelang nicht einmal dies. Für Derendingen ist dieser erste Punkt, wie auch bei Worb, als Erfolg zu werten. Andererseits hat auch Yverdon Féminin sein Ziel wohl weitestgehend erreicht. Mit den vier Punkten aus zwei Spielen liegen die Westschweizerinnen aktuell auf Rang zwei, hinter den Grasshoppers. Die Aussichten, auch in diesem Jahr als einziges Team der Westschweiz in der obersten Spielklasse verbleiben zu können, sind also weiterhin intakt.

Zoé Cretegny, Walter Hirt, Laila Joss, Deborah Miriam Köchli, fairygoals, Marina Mäusli, Pippo Rino, Sulamith Bertschi, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

Holen Sie sich die App des Frauenfussball-Magazins und bleiben Sie immer bestens informiert:

Dein Kommentar

XHTML: Du kannst diese html tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Log in here!