Veröffentlicht am: Do, 11. Mai, 2017

Der Endspurt hat begonnen

Eine Newsmeldung präsentiert von:

Die letzten Spiele der Nationalliga versprechen Spannung und gute Unterhaltung. Mit fünf Spielen wird nicht nur der neue Meister ermittelt, sondern auch die beiden Teams, welche in der nächsten Saison in der obersten Liga spielen dürfen. Mindestens zwei aktuelle Nationalliga A Teams werden dabei über die Klinge springen müssen.

Finalrunde

FC Basel – FC Luzern 2:0 (0:0)

(mst) Unter Beobachtung der Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg lieferten sich der FC Basel und der FC Luzern zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Halbzeit gab es keine grossen Auffälligkeiten. Die Luzernerinnen standen hoch und liessen den Baslerinnen kein Durchkommen. Ein Ausrufezeichen gab es allein in der 40. Minute: Eine Parade von Basels Torfrau Stenia Michel verhinderte jedoch den Führungstreffer für die Gäste.

In der zweiten Hälfe kamen vor allem die Baslerinnen als andere Mannschaft aus der Kabine. Die Partie wurde aggressiver und schneller. Es gab gesamthaft drei gelbe Karten – zwei für Luzern und eine für Basel. Sissy Raiths Rede in der Pause zeigte Wirkung, denn kurz nach der Pause traf Jessica Louise King zum 1:0 für die Baslerinnen. Die Luzernerinnen versuchten zu kontern, vermochten es jedoch nicht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Im Gegenteil, nur 10 Minuten nach ihrem ersten Treffer platzierte King den Ball nochmals im Luzerner Tor und kürte sich somit zur Doppeltorschützin. Den Rest der Partie dominierten mehrheitlich die Baslerinnen. Es kam nochmals zu einigen Torchancen, die von der Luzerner Torhüterin Honegger jedoch jedes Mal mit einer Parade gehalten werden konnten. Somit blieb es beim 2:0 für Basel nach 90 Minuten. Der FCB, zu Beginn der Meisterschaft noch als Titelkandidat gehandelt, kann mit diesem Sieg zwar verhindern, dass der Abstand zum FC Zürich nicht noch grösser wird. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass man die beiden Spitzenteams noch wird überholen können.

Langweilig wurde Alessia Piazza im Tor der Luganesi nicht (Bild: Peter Ganser)

FC Zürich Frauen – FF Lugano 1976 5:1 (2:0)

Trotz eines verhaltenen Starts konnten die Zürcherinnen am Ende wie erwartet die volle Punktzahl im Heerenschürli behalten. Der FCZ ging zwar bereits nach 4 Minuten durch Malin Gut in Führung, doch danach war er zwar die spielbestimmende Mannschaft, allerdings ohne zwingende Torchancen. Mit dem 2:0 durch Sara Krisztin 10 Minuten vor dem Pausenpfiff konnte dennoch die Basis für den Sieg gelegt werden. Erst mit dem Anschlusstreffer durch Jamie Kator nach 64 Minuten erwachte das Team von Dorjee Tsawa und konnte sich nochmals steigern. Sanni Franssi (71.) und Fabienne Humm (88./92.) trafen zum letztendlich verdienten 5:1 Endstand. Der FCZ ist damit weiterhin in Schlagdistanz zu Neunkirch, sieben Punkte vor dem FC Basel.

FC Neunkirch – BSC Young Boys 4:0 (1:0)

Bislang versprach die Begegnung der beiden Teams grosse Spannung. Unlängst unterlag YB im Halbfinale des Cups auf heimischem Terrain unglücklich, im März konnte YB Neunkirch im Rahmen der Meisterschaft mit 2:1 bezwingen und damit wieder Spannung in die Meisterschaft bringen. In der ersten Partie der Finalrunde allerdings waren die Leaderinnen eine Nummer zu gross für die Gäste aus Bern. Nach knapp einer halben Stunde gingen die Gastgeberinnen durch Lucia Ondrusova in Führung. Viele Möglichkeiten auf ein Auswärtstor hatte YB bis dahin nicht. Nach dem Seitenwechsel waren es erneut die Einheimischen, welche das Spiel im Griff hatten und mit Treffern von Valentina Bergamaschi (61.), erneut Lucia Ondrusova (67.) und Amelia Pietrangelo ungefährdet weitere drei Punkte generieren konnten. Neunkirch bleibt damit zwei Punkte vor dem FCZ, womit die Direktbegegnung am 20. Mai zum grossen Showdown in der Meisterschaft werden dürfte.

Auf-/Abstiegsrunde

Grasshopper Club Zürich – SC Derendingen Solothurn 3:0 (1:0)

Als bestes Team des Restes gehen die Grasshoppers in die Barrage. Der SC Derendingen seinerseits erklärte bereits während der Qualifikationsrunde, dass man sich bereits auf die Abstiegsspiele vorbereiten würde. Auch wenn die Solothurnerinnen keinen Sieg erkämpfen konnten, glauben sie weiterhin an den Ligaerhalt. Ein Sieg gegen GC ist dabei aber nicht budgetiert. Und dies mit gutem Grund. Die Zürcherinnen dominierten die Partie über die gesamte Spielzeit. Doch einmal mehr fehlte es an der Effizienz und Entschlossenheit rund um den Strafraum. Es wäre am Ende ein höherer Sieg gegen die unterlegenen Gäste möglich gewesen. Zwar brachte Caroline Müller die Hoppers kurz vor der Pause in Führung, Sicherheit gab dieser Vorsprung aber nicht. Wenig hätte gefehlt und Derendingen hätte ausgleichen können. Michèle Kohler vergab aber die beste sich bietende Chance und spielte Susanne Stutz in die Hände. Ein Ausgleich hätte wohl Energien freisetzen können, meinte Trainer Urs Bachmann im Anschluss. Was wäre gewesen wenn? Eine Frage, die er sich wohl schon oft in dieser Saison stellen musste. Doch es waren die Hoppers, die nochmals trafen. Zunächst Carina Roscic (69.) und anschliessend Deborah Karrer (72.) mit ihrem ersten NLA-Tor. Beinahe hätte Noa Schärz mit einer spektakulären Einzelaktion noch auf 4:0 erhöht, doch landete ihr Abschluss an der Torumrandung. Der Sieg der Hoppers war standesgemäss, doch taten sie sich gegen die geballte Abwehr schwer. Dennoch ist Trainerin Evelyn Zimmermann zufrieden mit ihrem Team: “Beide Teams haben viel zu verlieren. Wir sind in der Abstiegsrunde, das ist einfach eine Tatsache. Wir haben das Spiel kontrolliert, auch wenn Derendingen versuchte, es uns schwer zu machen und die Räume eng machte, deshalb bin ich zufrieden.” Im Hinblick auf die kommenden Partien ist sie optimistisch, denn gegen stärkere Gegner spiele man ja auch besser, so Zimmermann weiter. Auch Urs Bachmann blickt weiterhin optimistisch in die Zukunft: “Wir wussten, dass GC der stärkste Gegner sein wird. Das Team hat sich gut darauf eingestellt. Ich bin mit der kämpferischen Leistung zufrieden. Nun kommen drei Heimspielen, in denen wir punkten müssen, wollen wir eine Chance haben. Woran wir noch arbeiten müssen, ist die Entschlossenheit im Abschluss.”

FC Yverdon Féminin – Femina Kickers Worb 3:0 (0:0)

Für die Bernerinnen ist eine Barrage Neuland. Mit der erstmaligen Qualifikation sollen Erfahrungen gesammelt werden. Gegen Yverdon auswärts war dies sicher ein schwieriges Unterfangen. Umso erstaunlicher war die Leistung der B-Ligistinnen. Während der gesamten ersten Halbzeit liessen sie mit einer defensiven Aufstellung kaum Möglichkeiten der Westschweizerinnen zu und konnten die Null bis zur Pause halten. Dieses Unentschieden hielt noch bis 15 Minuten vor Ende der Partie, ehe die Nationalspielerin Albaniens, Qendresa Krasniqi die Einheimischen in Führung brachte. Nach einem verwandelten Elfmeter von Thaïs Hurni und einem weiteren Treffer Krasniqis waren Worbs leise Hoffnungen auf den ersten Punktgewinn zunichte gemacht. Damit konnte auch der zweite Oberklassige sein Heimspiel mit 3:0 gewinnen und teilt sich die noch nicht aussagekräftige Tabellenspitze mit den Grasshoppers.

FC Aarau – FC Staad 3:1 (2:1)

Vielleicht war es fussballerisch nicht das Topspiel der Runde, stimmungsmässig war es aber die sicherlich beste Partie. Über 500 Zuschauerinnen und Zuschauer, unter ihnen rund 150 Vertreter/-innen der Fankurve der Männer des FC Aarau, fanden sich im Schachen ein und unterstützen das Heimteam während der gesamten Spielzeit. “Das war sicher speziell, sensationell. Wann haben wir im Frauenfussball schon so viele Zuschauer? Diese Fans haben uns getragen”, so FCA-Trainer Andreas Zürcher. Aarau zeigte ein anderes Gesicht als in den letzten Spielen der Qualifikation. Das gesamte Team vermochte eine Leistungssteigerung zu erbringen, welche ein Schlüssel zum verdienten Sieg war. Nach den Ausfällen von Lara Zürcher und Sereina Villiger konnte Andreas Zürcher nicht nur Barbara Henzi, welche als Nachwuchstrainerin im Verein tätig ist, reaktivieren. Es gelang ihm auch, eine alte Bekannte für mindestens diese fünf Spiele zu gewinnen. Nach einem Jahr Pause gab Jehona Mehmeti ihr Comeback. Die ehemalige YB- und Nationalspielerin (unser Bericht vom 21.09.2015) bringt ihre Erfahrung ein, auch wenn sie nach dieser langen Abstinenz physisch noch nicht ganz auf der Höhe ist, wie sie selbst sagt.

Hohes Tempo und intensive Zweikämpfe vor grossem Publikum prägten die Partie in Aarau (Bild: Florian Hepberger)

Für den ersten Höhepunkt sorgte aber Dreifachtorschützin Lara Jenzer bereits nach 2 Minuten. Nach einem nicht geahndeten Handspiel schloss sie souverän ab und brachte ihr Team früh in Führung. Der Unparteiische glich den Fehler allerdings bereits in der 9. Minute wieder aus, als er den Seemädchen einen Elfmeter, ebenfalls nach einem Handspiel zusprach. Bettina Peter verwandelte diesen ebenso souverän. Nur gerade zwei Zeigerumdrehungen danach bediente Antje Notter, welche wie Jenzer auch mit sehr viel Laufarbeit überzeugte, ihre Mitspielerin von der rechten Seitenlinie, womit die Führung erneut hergestellt werden konnte. Aarau zollte dem hohen Tempo gegen Ende der Partie Tribut, erste Krämpfe traten auf. Mit dem dritten Treffer Jenzers in der 65. Minute war aber alles klar. Aarau gewann die Partie verdient, was auch Staad-Trainer Martin Hirt dem Gegner attestierte: “Diejenige Mannschaft, welche den Sieg mehr wollte, als Team besser funktionierte, hat auch gewonnen.” Er wolle gar nicht nach Gründen suchen. Nicht optimal sei sicher auch die Ansetzung unter der Woche und eine Reise vom Bodensee nach Aarau, doch will er dies nicht als Entschuldigung verstanden wissen. Sicher habe man den Gegner nicht unterschätzt. Es waren mehr kleine Dinge, die das Spiel wohl entschieden haben. “Wir waren in der zweiten Halbzeit sicher auch die ersten zwanzig Minuten nicht bereit”, so Hirt weiter. Selbstredend ist Andreas Zürcher überglücklich über die ersten drei Punkte: “Unser Geheimnis ist harte Arbeit und viel Freude. Alle 17 Spielerinnen, die hier waren, wollten unbedingt gewinnen, haben sich gegenseitig geholfen und das Beste gegeben.” Am kommenden Samstag wartet auf die Aargauerinnen nun die Begegnung mit den Grasshoppers.

fairygoals, Petra Bader, Deborah Näpfli, Sandra Meier, Teuta Ameti, Marc Ribolla, Toni Lüscher, Babsi Fit, Beat Steiner gefällt dieser Artikel

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