Veröffentlicht am: Mi, 17. Mai 2017

Danique Stein: Ein «Zugpferd» des FC Basel geht

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Nach knapp 15 Jahren Spitzensport ist nun Zeit für etwas Neues: Reisen, Familie Freunde, einfach mal spontan das tun, wozu man Lust hat. Danique Stein vom FC Basel hat Ende März ihren Rücktritt vom Frauenfussball bekanntgegeben. Die 26-jährige im Gespräch mit dem Frauenfussball-Magazin.  

Danique Stein, eine sehr aufgestellte, dynamische junge Frau mit einer enormen Ausstrahlung die sich in den vergangenen sechs Jahren zu einer Leistungsträgerin der ersten Mannschaft des FC Basel entwickelt hat. Dass sie beim FCB eine solch wichtige Rolle einnehmen durfte, mache sie sehr stolz. Eine Mannschaft brauche einen Kern, der sie hält und bildet. Es sei schliesslich das A und O dass sie harmoniert. Und dass mit Stenia Michel eine weitere Spielerin zum FCB kam, die das Team etwas an der Hand nehmen kann, sei super. «Es ist wichtig, dass nicht nur ich als Zugpferd der Mannschaft gelte, sondern dass dies mehrere Spielerinnen können.»

Das Abenteuer Bundesliga begann für Danique Stein beim SC Freiburg (Archivbild: Chris Blattmann)

«Irgendwann spürt man, dass die Zeit gekommen ist»

Der Rücktritt von Danique kam auch für viele innerhalb der Mannschaft überraschend. Die Gedanken seien bei ihr jedoch schon vor einem Jahr da gewesen. Die Verpflichtung der neuen Trainerin Sissy Raith im Sommer 2016 gaben ihr dann die Motivation, noch eine Saison weiterzumachen.
Wenn der Vertrag Ende Juni ausläuft, wird Danique erstmals völlig weg sein vom Fussball. Der Abstand werde ihr guttun. Sie freue sich, neue Dinge auszuprobieren, sei dies im Bereich Sport mit Schwimmen oder Joggen. Sie freue sich, auch einfach flexibel zu sein und das zu machen, wozu sie Lust habe. «Ich bin gespannt, wie ich mich fühle, nach 15 Jahren, wo der Fussball immer an erster Stelle war.»

Die ersten Pässe beim FC Birsfelden

Danique begann im zarten Alter von 10 Jahren mit dem Fussball. Damals beim FC Birsfelden, wo ihr Vater bereits aktiv war. Ihre Familie war sehr fussballinteressiert und habe ihr somit gar keine Wahl gelassen, als mit dem Fussball aufzuwachsen (lacht). Man sah schon früh, dass Talent da war und hat dieses auch gefördert. «Ich merkte schnell, dass ich einmal für die Schweizer Nationalmannschaft und somit gegen die Besten der Besten antreten will. Dass es dann auch so kommt, daran hätte ich damals nie gedacht.»

Die Zeit in der Bundesliga

In der Saison 2009/2010 spielte Danique für den SC Freiburg, 2010/2011 für den SC 07 Bad Neuenahr bevor sie 2011 wieder zum FC Basel zurückkehrte. «Für mich war schon immer klar, wenn ich mal ein Angebot aus dem Ausland erhalte, dann will ich das auch annehmen.» Die Erfahrungen in der Bundesliga haben Danique sportlich wie auch persönlich enorm weitergebracht und auch wenn die Zeit im Ausland nach zwei Jahren zu Ende war, bereut sie gar nichts. Aber als ihr eine langwierige Bänder-Verletzung zu schaffen machte, riet ihr die damalige Trainerin der Schweizer Nationalmannschaft – Béatrice von Siebenthal – in die Schweiz zurückzukommen und Spielpraxis zu sammeln. «Das Gesamtpaket, welches mir der FCB damals anbot, hat einfach gepasst. Der Entscheid war absolut richtig.»

Eines der grössten Erlebnisse für Danique Stein (links): Der Cupsieg 2014 (Archivbild: Chris Blattmann)

Spiel vor 10’000 Zuschauern

Als Höhepunkte ihrer Karriere nennt Danique alle Länderspiele, die sie für Junioren-, sowie für die A-Nationalmannschaft absolvierte. Geblieben sei ihr vor allem das U20-WM-Spiel gegen die USA. Das Spiel vor 10’000 Zuschauern in Dresden (DE) werde sie niemals vergessen. National gesehen war der Cupsieg mit dem FCB 2014 ein besonderes Erlebnis. Nebst den nummerischen Erfolgen gehören jedoch auch persönliche Highlights, wie «lässige goals», zu den schönen Erinnerungen Daniques. Natürlich habe es auch harte Zeiten gegeben, aber man lerne aus Niederlagen. «Ich nehme meine Karriere so, wie sie war.»

Danique Stein (links) 2011, zurück beim FC Basel (Archivbild Chris Blattmann).

Zukunftspläne

Während ihrer Zeit beim FC Basel hat Danique zu 65% als Assistentin der Geschäftsführung/Events für die Stiftung Nachwuchs-Campus Basel gearbeitet. Dieses Pensum werde sie nun, nach ihrem Rücktritt erhöhen. Zudem werde sie 2018 das B+ Diplom erhalten. Ihr Ziel sei es momentan jedoch nicht, gleich eine Trainerkarriere zu starten. «Das was man hat, hat man und es sieht momentan danach aus, dass ich eine U13 Mädchen-Mannschaft der Auswahl Fussballverband Nordwestschweiz übernehmen darf. Es ist zwar noch nicht ganz definitiv, wäre aber ein super Einstieg für mich.» Sie möchte sich noch nicht zu gross unter Druck setzen, aber früher oder später sehe sie sich in der Trainertätigkeit.

Weiterentwicklung des Frauenfussballs

«Das Frauenfussball hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Aber es gibt noch viel zu tun.» Fälle, wie es sie mit Neunkirch (unser Bericht vom 13.04.2017) oder Luzern gab (unser Bericht vom 31.03.2017), sind dabei nicht sonderlich förderlich für das Image des Frauenfussballs. Der Frauenfussball sei jedoch vor allem davon abhängig, dass er von den Männervereinen akzeptiert und gepusht wird. «Ich würde mir wünschen, dass der Frauenfussball in den Medien präsenter wäre, das bringt Aufmerksamkeit.»

Auch wenn das Ende ihrer Karriere kurz bevorsteht, für Danique ist klar, dass sie bis Ende Saison alles geben wird. «Der Wiedereinstieg nach der Winterpause ist uns nicht wie gewünscht geglückt. Aber so läuft es nun mal im Sport und das ist es auch, was mich auszeichnet: Bis zum Schluss Charakter zeigen, auch mal durchbeissen und kämpfen». Das letzte Heimspiel gegen Neunkirch (Mittwoch 31. Mai) werde sicherlich emotional. Sie wirke zwar nach aussen immer ziemlich «cool» aber innerlich brodeln die Emotionen und sie werde sicherlich auch mit den Tränen kämpfen müssen. Danique freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Sie habe im Verlauf ihrer Spitzensportkarriere viele wertvolle Freundschaften schliessen und Kontakte knüpfen können. «Es war eine wunderschöne Zeit. Aber jetzt ist Zeit für etwas Neues. Wo sich eine Türe schliesst, öffnet sich eine andere.»

Murielle Zengaffinen-Gisi, Sabrina Horvat, Michi Lendi, Karen Gutscher, Beat Steiner, Chris Vandoni, Sabrina Ribeaud, Liliane Michel, Tom Thomas Odermatt, Karlheinz Rothweiler, Lù Ponzio, Chloé Sylvestre, Josi Pinto, Anita Kunz-Jegerlehner, Fabienne Schwarz, Babsi Fit, André Stein, Saskia Sperisen, Christina Bamberg, Tanja Steiner, Joelle Schläfli, Peter Imhof, Romina Hodel, Carlos Enrique Girnt, Claudia Dettwiler gefällt dieser Artikel

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