Veröffentlicht am: So, 23. Apr 2017

Spitzenteams gewinnen, GC definitiv in der Barrage

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In der vorletzten Runde der Qualifikation wurden auch die theoretischen Hoffnungen der Grasshoppers zunichte gemacht. Gleichzeitig gewannen sämtliche Teams der oberen Tabellenhälfte ihre Partien.

BSC Young Boys -FC Basel 3:0 (0:0)

(mb) Der FC Basel kam in Bern zu einem ungefährdeten 3:0 Auswärtssieg. Die Gäste hatten schon in der ersten Halbzeit Chancen durch Jessica King, Stefanie da Eira und die überaus aktive Stefanie Liebhart. YB hingegen zeigte sich nicht besonders gut erholt von der Last-Minute-Niederlage im Cuphalbfinal gegen Neunkirch und ging passiv bis ängstlich in die Partie. Erst nach einer halben Stunde liess Basel die Zügel etwas schleifen, so dass sich das im Spielaufbau sehr beschränkte YB etwas lösen konnte, jedoch ohne zu eigentlichen Chancen zu kommen.

In der Pause stellte Marisa Wunderlin ihre Abwehr auf eine Dreierkette um. Die hervorstechenden Verteidigerinnen sollten Basel das Leben im offensiven Mittelfeld schwerer machen als bisher, was anfänglich recht gut klappte. Nach einer Stunde hatte Gwendoline Fai tatsächlich die erste wirkliche Torchance für YB, schoss aber Stenia Michel an. Keine Minute später lenkte die eben erst eingewechselte Kristina Sundov das Spiel aber definitiv in die alten Bahnen. Sie erlief einen langen Ball und schob an der zögernden Oehrli vorbei zum 0:1 ein. Beim kurz darauf durch Ria Percival per Kopf erzielten 0:2 unterlief Oehrli einen Eckball, der nach einer Fehler in der Berner Abwehr entstanden war.

Basel liess den Ball nun flüssig laufen und obwohl auch YB etwas besser im Spiel war, bestanden überhaupt nie Zweifel über dessen Ausgang, zumal Percival noch einen Lattenschuss zu verzeichnen hatte. Kurz vor Schluss schob Sundov nach einem schönen Angriff den Ball sogar noch zum 0:3 über die Linie, ein Resultat, das das Geschehen durchaus adäquat wiedergab.

SC Derendingen Solothurn – FC Zürich Frauen 0:7 (0:2)

Seit der Wiederaufnahme der Meisterschaft in diesem Jahr ist das Team von Dorjee Tsawa ungeschlagen und konnte den Abstand zu Leader Neunkirch deutlich verkürzen. Dass dies gegen die Aufsteigerinnen aus Derendingen ändern würde, war nicht zu erwarten. Die erfolgreiche Qualifikation für den Cupfinal am Osterwochenende dürfte den Zürcherinnen zusätzlichen Rückenwind gegeben haben. Derendingen seinerseits musste in dieser Saison bereits so viele Lehrstunden über sich ergehen lassen, dass man gegen Zürich ja eigentlich befreit und ohne grosse Erwartungen auftreten konnte. Immerhin gibt es im Hinblick auf die Barrage einen kleinen Lichtblick bei den Solothurnerinnen. Die lange verletzte und schmerzlich vermisste Torhüterin Martina Rytz befindet sich auf dem Weg der Besserung konnte auch wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen. Es ist zu erwarten, dass sie rechtzeitig für die Abstiegsspiele wieder einsatzfähig sein, und dem Team den nötigen Rückhalt geben wird. Genau diesen vermissten die Gastgeberinnen gegen Zürich. So war es nicht verwunderlich, dass es bereits nach 18 Minuten und nach Toren von Sandrine Mauron und Sanni Franssi, der Finnin, welche immer besser in Fahrt kommt, bereits 0:2 stand. Mangelnden Kampfwillen durfte man Derendingen sicher nicht vorwerfen. So war es diesem Einsatz, und auch der mangelnden Chancenauswertung des FCZ, zu verdanken, dass man zur Pause nicht noch mehr in Rücklage war.

Der Elfmeter in der 56. Minute war kein Problem für Riana Fischer (Bild: Peter Ganser)

Nach dem Seitenwechsel steigerten die Gäste allerdings die Kadenz, womit Derendingen überfordert war. Nach sieben Minuten erhöhte Yara Hofmann auf 3:0, nur vier Zeigerumdrehungen danach wurde Zürich ein Elfmeter zugesprochen, welchen Riana Fischer souverän verwertete. Erst elf Minuten in der zweiten Halbzeit waren gespielt, und bereits stand es 0:4. Zürich liess es nicht dabei bewenden und mit Sara Krisztin und Lesley Ramseier liessen sich noch zwei weitere Spielerinnen in die Torschützinnenliste eintragen, ehe erneut Franssi zum 7:0 Endstand aus Sicht des FCZ traf. Da auch Neunkirch in Yverdon nichts anbrennen liess, ändert sich damit an der Spitze der Tabelle auch in der vorletzten Runde der Qualifikation nichts.

Yverdon Féminin – FC Neunkirch 1:4 (0:2)

Während die Mehrheit der Teams zwei Wochen Spielpause hatten, mussten diese Kontrahenten an Ostern im Halbfinale des Schweizer Cups ihre Leistung abrufen. Mit bekanntlich unterschiedlichem Erfolg (unser Bericht vom 17. April 2017). Der FC Neunkirch hat die Turbulenzen, welche rund um den Verein in den letzten Wochen entstanden sind, gut wegstecken können und mit dem erneuten Einzug in den Cupfinal und auch in der Meisterschaft die Leistungen abrufen können. Yverdon seinerseits muss sich nun auf den Ligaerhalt und die bevorstehenden Partien in der Auf-/Abstiegsrunde konzentrieren. Nach 20 Minuten gingen dann auch die Schaffhauserinnen durch Alyssa Lagonia in Führung, welche nach gut einer halben Stunde beinahe ausgeglichen worden wäre. Die Nationalspielerin Albaniens, Qendresa Krasniqi, traf allerdings nur die Latte. Als 10 Minuten vor der Halbzeit Valentina Bergamaschi auf 2:0 erhöhen konnte, war die Vorentscheidung bereits gefallen. Die Tore zum 4:1 Endstand läutete ausgerechnet ein Eigentor von Zsuzsanna Rudan in der 76. Minute ein. Da war der Treffer von Alison Fallet nach 85. Minuten nicht der Anschluss, sondern nur noch Resultatkosmetik. Den Schlusspunkt setzte in der 2. Minute der Nachspielzeit Paula Castano. Neunkirch konnte damit den Vorsprung von 2 Punkten auf den FCZ wahren und sorgt für Spannung in der Finalrunde.

Rochade am Strich

Noa Schärz sorgte für das einzige Tor zu Gunsten der Hoppers (Bild: Ronny Frei)

Die Grasshoppers glaubten noch an ein Wunder, ehe sie nach Lugano fuhren. Die Verantwortlichen hofften nicht nur auf einen Sieg, sondern rechneten vor der Partie auch noch vor, dass man rechnerisch noch eine Chance habe, den FC Luzern zu überholen. Das war zwar nicht falsch, aber dennoch ziemlich illusorisch. Nicht nur, dass Luzern die beiden letzten Spiele verlieren müsste, man hätte auch ein Torverhältnis von minus 22 Toren noch aufholen müssen. Um dieses Wunder bewerkstelligen zu können, hätten die Hoppers aber von Beginn weg die Partie dominieren, und früh in Führung gehen müssen. Nichts davon geschah in der Sonnenstube der Schweiz. Hinzu kam auch noch das Pech eines Eigentores von Victoria Laino in der 7. Minute. Nach 56 Minuten traf Lugano durch Cara Curtin auch noch selbst. GC erwachte erst in den letzten 20 Minuten. Zu spät, um die nötigen drei Punkte zu generieren. Da half auch das Tor von Noa Schärz in der 76. Minute nichts mehr. Die Hoppers müssen sich nun endgültig mit der Barrage abfinden und hatten auf der Rückreise im Stau am Gotthard auch viel Zeit, um dies zu verdauen.

Nicht nur Neunkirch kämpft sich durch schwierige Zeiten mit einer unsicheren Zukunft. Auch der FC Luzern weiss zum heutigen Zeitpunkt noch nicht, ob, und wenn ja, wie es im Sommer weitergehen wird. Anstatt sich dadurch lähmen zu lassen, kämpfen die Zentralschweizerinnen auf und neben dem Platz um ihre Zukunft. So haben sie eigens ein Video gedreht, welches sie auf ihrer Facebook-Seite publizierten, um die Bevölkerung auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. In der Meisterschaft benötigten sie nur noch einen Punkt, um auch die rechnerischen Hoffnungen der Grasshoppers zunichte zu machen. Gegen den FC Staad sicherten sie sich diesen bereits in der ersten Halbzeit und innert drei Minuten. Melina Scodeller und Géraldine Reuteler trafen kurz nach einander und entschieden die Partie, kaum hatte sie begonnen.

So müssen neben dem SC Derendingen Solothurn auch Yverdon Féminin, der FC Staad und die Grasshoppers gegen die beiden besten Teams der Nationalliga B um zwei Plätze in der höchsten Spielklasse kämpfen. Dies, nachdem der Schweizerische Fussballverband eine Reduktion der NLA von 10 auf 8 Teams beschlossen hat.

Stephanie Ramseier, Chris Vandoni, Marc-André Rauber, Adrian Charles Baur, Karin Morger, Michi Lendi, Sandra Meier, Pippo Rino, Babsi Fit, Sulamith Bertschi, Anliker Rolf, Donjeta Muji, Beat Steiner, Peter Imhof gefällt dieser Artikel

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