Veröffentlicht am: Sa, 29. April, 2017

Spitzenduo distanziert Basel

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Die Qualifikation in der Nationalliga A ist bereits Geschichte. Wer ab dem 10. Mai um den Ligaerhalt kämpfen muss, war bereits vor dieser Runde klar. Interessanter ist aber der Kampf an der Spitze. Zürich und Neunkirch konnten erneut die volle Punktzahl generieren, Basel kam über ein Unentschieden gegen ein Barrage-Team nicht hinaus.

Grasshopper Club Zürich – BSC Young Boys 2:2 (1:1)

Für beide Teams ging es eigentlich um nichts mehr. YB war fix für die Finalrunde qualifiziert und wird im Kampf um den Meistertitel nicht mitreden können. Die Grasshoppers müssen als bestes Team unter dem Strich in die Barrage und in der verschärften Version der Auf-/Abstiegsrunde, mit vier Teams aus der obersten Spielklasse, um den Ligaerhalt kämpfen. Die Gastgeberinnen sind in der Liga als Wundertüte bekannt und können sowohl ausgezeichneten, wie auch nicht ligawürdigen Fussball zeigen. Das Spiel gegen YB war dann auch für Trainerin Evelyn Zimmermann ein erstes Testspiel für die bevorstehenden Aufgaben. In den Startminuten zeigte GC, welches eine endlos lange Verletztenliste aufwies, seine Möglichkeiten noch nicht. Es war YB, das in den ersten Minuten über die besseren Möglichkeiten verfügte, diese aber nicht nutzen konnte. Torhüterin Nadja Furrer zeigte während der gesamten Partie ihre Klasse und machte den Gegnerinnen das Leben schwer. Ob Calligaris, Ribeaud oder Lehmann, sie alle scheiterten an der Schlussfrau. Nach 20 Minuten musste sie sich aber geschlagen geben. Den ersten Versuch konnte sie zwar noch parieren, den Abpraller konnte Sabrina Ribeaud aber problemlos verwerten. Insgesamt war die erste Spielhälfte ausgeglichen und so war es nur folgerichtig, dass Caroline Müller mit dem Pausenpfiff noch das 1:1 erzielen konnte.

Caroline Müller (rechts) sorgte mit dem Pausenpfiff für den verdienten Ausgleich (Bild: Ronny Frei)

Nach dem Seitenwechsel erhöhten beide Teams die Kadenz. Fiona Hubler brachte die Hoppers schon nach 48 Minuten mit einem schön herausgespielten Tor erstmals in Führung. YB drängte danach auf den erneuten Ausgleich. Und wieder hiess das unüberwindbare Hindernis Furrer. So versuchte es Jasmin Schweer mit einem Freistoss aus der Distanz. Rund 40 Meter musste der Ball erst einmal durch die Luft segeln, ehe er tatsächlich knapp über Furrer und unter der Latte im Netz landete. Die Bernerinnen kamen dem Sieg näher, doch Furrer verstand es, diesen zu verhindern. Entsprechend war das Unentschieden am Ende der Partie ein gerechtes Resultat, auch wenn YB die zweite Halbzeit dominierte. Marisa Wunderlin, frisch mit dem A-Diplom ausgezeichnete Trainerin der Gäste, haderte dann auch etwas mit dem Resultat: “Am Ende kann man sagen, immerhin ein Punkt. Aufgrund der Chancen in der 2. Halbzeit ist es sicher viel zu wenig.” Die bittere Niederlage im Cup gegen Neunkirch sei wohl immernoch im Kopf der Spielerinnen: “Wir haben so viel darauf ausgerichtet. Das gab einen Knick, was auch legitim ist. Heute konnte man eine Kehrtwende einleiten. Es war wieder ein Team, das lebt. Schade, dass wir uns nicht mit Toren belohnen, aber es ist auch ein Erfahrungsprozess.” Erfahrungen sammeln musste auch GC. Für Evelyn Zimmermann war das Spiel heute ein Zeichen, dass man doch eigentlich spielerisch in die Finalrunde gehören würde. “Es wurde umgesetzt, was ich verlangt habe. Für uns ging es um sehr viel, wenn auch nicht um Punkte. Wir müssen jedes Spiel nutzen, was wir heute positiv gemacht haben.” Die grösste Baustelle ist für GC im Hinblick auf den 10. Mai, den Start der Barrage, die Verletztenliste. Doch daran arbeite man, so Zimmermann abschliessend.

FC Luzern – Yverdon Féminin 1:0 (0:0)

(mst) Beim Spiel des FC Luzern gegen Yverdon schenkten sich die beiden Mannschaften nichts. Beide Mannschaften waren aktiv und versuchten, nach vorne zu spielen. Jedoch fehlte es sowohl den Luzernerinnen, als auch den Westschweizerinnen an der letzten Konsequenz. Die erste Chance gehörte den Gästen: Nach zehn Minuten umdribbelt Yverdons Mirjama Pajovic die Luzernerin Honegger gekonnt, trifft dann aber das leere Tor nicht. Die Luzernerinnen kamen kurz danach mit ihrer Gegenreaktion. Der Freistoss Hashanis fliegt jedoch direkt in die Hände der Torhüterin. Kurz vor der Halbzeit wurde es vor dem Yverdonner Tor nochmals gefährlich: Tschopp spielt einen Steilpass auf Brütsch, diese umdribbelt den Goalie, bringt dann aber nicht genug Druck auf den Ball. Yverdon kann auf der Linie klären und so das 0:0 in die Pause retten.
Ebenfalls in der zweiten Hälfte zeigten beide Mannschaften einen attraktiven Fussball. Es kam auf beiden Seiten zu mehreren Chancen und in der 63 Minute verwertete Luzern endlich zum 1:0. Ein Freistoss von Hashani spielte Egli gekonnt mit dem Kopf in den Winkel. Die Gäste aus Yverdon konnten an diesem Rückstand auch in der Nachspielzeit nichts mehr ändern – es blieb beim 1:0 für Luzern.

FC Zürich – FF Lugano 1976 6:0 (3:0)

Der Beginn des Torreigens: Lesley Ramseier trifft zum 1:0 für den FCZ (Bild: Peter Ganser)

Die Tessinerinnen wehrten sich lange gegen das schnelle Kombinationsspiel des FCZ. Die stark defensive Ausrichtung der Luganesi konnte während einer halben Stunde einen Gegentreffer verhindern. Doch danach mussten sie sich geschlagen geben. Innert 10 Minuten konnten Lesley Ramseier, Selina Kuster und Sanni Franssi das Heimteam klar in Führung bringen. Beinahe jede Offensivaktion führte zu einem Tor. Wäre der Abschlussversuch von Fabienne Humm im Tor anstatt an der Torumrandung gelandet, wäre der Rückstand zur Pause noch höher gewesen. So musste Julia Stierli nach knapp einer Stunde für den vierten Treffer des FCZ sorgen. Lugano versuchte, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, scheiterte aber am geschlossen auftretenden Team von Dorjee Tsawa. Alessia Piazza ihrerseits musste sich bis zum Ende der Partie allerseits noch zweimal bezwingen lassen. Erneut Sanni Franssi (71.) und Fabienne Humm (79.) sorgten für den 6:0 Endstand. Zürich bleibt damit auf Rang zwei, mit zwei Zählern Rückstand auf Neunkrich, welches seinerseits klar gegen Schlusslicht Derendingen gewinnen konnte.

FC Basel – FC Staad 0:0

(mst) Beim Aufeinandertreffen des drittplatzierten FC Basel gegen den FC Staad machten es die Gäste aus Staad der Heimmannschaft nicht gerade einfach. Zu Beginn machten die Baslerinnen etwas Tempo. Die Staaderinnen spielten jedoch agressiv und standen defensiv gut beieinander, sodass dem FCB nie wirklich ein Abschluss gelang. Im Verlaufe der ersten halben Stunde kamen die Baslerinnen etwas in Fahrt. Sie zeigten starke Spielzüge, machten viel für die Partie und kamen auch einige Male vors gegnerische Tor. Der Lattenschuss von Franziska Jaser in der 27. Spielminute blieb jedoch die einzig wirklich gefährliche Torchance für Basel in der ersten Hälfte. Kurz vor der Pause wurde es auch vor dem Basler Tor erstmals brenzlig. Ein Fehlpass von Jaser führte dazu, dass die Staaderin alleine vor dem Tor stand. Stenia Michel klärte jedoch gekonnt und sicherte so das 0:0.

Auch in der zweiten Halbzeit kam das Spiel nicht wirklich auf Touren. Staad verteidigte noch immer sehr gut. Die Baslerinnen spielten zwar sehr offensiv, glänzten aber mehr durch Fehlpässe, Unorganisiertheit und Ideenlosigkeit, als durch gekonntes nach vorne Spielen. Sowohl Basel als auch Staad kamen nicht mehr wirklich zum Angreifen und das Spiel wurde eher zur trockenen Materie. Auch wenn Basel einige Male in die gegnerische Hälfte kam, gefährlich wurde es nur einmal, als Horvat – im Offside stehend – den Ball weit übers Tor ballerte. So blieb es auch nach 90 Minuten bei einem 0:0, was Staad Trainer Martin Hirt besonders freute: «Wir sind sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Der Punkt ist hochverdient. Man konnte heute sehen, dass es – wenn wir defensiv gut stehen und auch Aggressivität an den Tag legen – schwierig ist, gegen uns ein Tor zu machen.» Auf der Seite von Basel war die Ernüchterung etwas grösser. Sissi Raith sprach ein grosses Kompliment an die Adresse von Staad und meinte, man habe heute einfach schlecht gespielt. «Kämpferisch und läuferisch haben wir heute einfach keine Mittel gefunden. Aber es gibt halt eben so Tage, da würde man besser im Bett bleiben. Und heute war ein solcher Tag.»

FC Neunkirch – SC Derendingen 4:0 (1:0)

Einfach keine Punkte liegen lassen, dies war die Devise der Schaffhauserinnen im letzten Spiel der Qualifikation. Zu nah ist der FCZ dem Leader in diesem Jahr gekommen. Aus dem komfortablen Vorsprung vor der Winterpause blieben gerade einmal noch zwei Punkte. Gegen den SC Derendingen hätte dieses Unterfangen auf dem Papier kein Problem sein sollen. Doch man tat sich in der ersten Halbzeit schwer. In der intensiv geführten Partie trat die Defensive der Gäste deutlich stärker auf, als dies in der Vergangenheit war. Zurückzuführen ist dies sicher auch auf die Tatsache, dass die sehnlich vermisste Martina Rytz genesen, und als Torhüterin wieder eingesetzt werden konnte. Ein sicherer Wert für die Hintermannschaft brachte auch mehr Selbstvertrauen ins Team. Nach 18 Minuten musste sich Rytz aber dennoch geschlagen geben. Valentina Bergamaschi konnte nach einem Eckball von Alyssa Lagnonia ihr Team in Führung bringen. Zu mehr reichte es bis zur Pause aber nicht.

In der zweiten Spielhälfte gelang es den Einheimischen etwas schneller, einen weiteren Treffer zu erzielen. Am Ende eines schnellen Konters konnte Amelia Pietrangelo auf 2:0 erhöhen. Gegen Ende der Partie schwanden die Kräfte des SCD. Neunkirch drückte weiter und nutzte die Möglichkeiten, die sich ihm bot. Wieder trafen Bergamaschi und Pietrangelo. Doch aus Sicht von Derendingen war dies eine der besten Leistungen der Saison. Eine, auf der sich in Bezug auf die bevorstehenden Relegationsspiel aufbauen lässt.

Sulamith Bertschi, Safouane Khalifa, Donjeta Muji, Carone Gianluca, Celine Leusch, Babsi Fit, Deborah Miriam Köchli, Nick Danny Sanchez, Beat Linder, Pippo Rino, Carla Hager, Beat Steiner, Mirjam Strässle, Ma Nu, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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