Veröffentlicht am: So, 26. Mrz 2017

NLA: Yverdon und Derendingen definitiv in der Barrage

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Die Qualifikationsrunde der Nationalliga A neigt sich ihrem Ende zu. Während die Spitzenteams um eine möglich optimale Ausgangslage für die Finalrunde kämpfen, sind am unteren Ende der Tabelle die ersten Würfel gefallen. Der FC Zürich Frauen kam dabei zum ersten von zwei Highlights der Saison.

FC Neunkirch – Grasshopper Club Zürich 3:0 (1:0)

Zuletzt zeigte Leader Neunkirch einige Schwächen in der Meisterschaft und musste damit in Kauf nehmen, dass Zürich und Basel in der Tabelle näher rückten. Die Grasshoppers versuchten dies zu nutzen und wie gegen den FC Basel gegen einen Gegner Punkte zu sammeln, welche eigentlich nicht im Budget waren. Die Zürcherinnen kämpfen weiterhin um den direkten Ligaerhalt und müssen darauf achten, den Abstand zum FC Luzern nicht zu gross werden zu lassen. Schon früh erfuhren diese Zielsetzungen einen Dämpfer. Bereits nach 7 Minuten brachte Captain Alyssa Lagonia die Gastgeberinnen in Führung. Neunkirch dominierte die Partie zu stark, um den Hoppers auch nur ansatzweise Möglichkeiten zum Ausgleich zu gewähren. Einzig die Chancenauswertung liess bei den Schaffhauserinnen zu wünschen übrig.

Caroline Müller (rechts) konnte mit ihrem Team in Schaffhausen keine Punkte generieren (Bild: Ronny Frei)

Dies sollte sich in der zweiten Halbzeit nicht ändern. GC verteidigte zwar geschickt, vermochte sich aber die zwingenden Möglichkeiten nicht zu erspielen. So war es eine Frage der Zeit, bis Neunkirch das Resultat noch erhöhen konnte. Die beiden Tore von Valentina Bergamaschi täuschten zum 3:0 Endstand täuschten allerdings etwas über den Spielverlauf hinweg. Neunkirch konnte sich zwar ein kleines Chancenplus erarbeiten, traf gleich mehrfach die Torumrandung, war aber dennoch nicht so dominant, wie man es vom Leader erwartet hätte. Rein rechnerisch besteht für die Hoppers zwar noch die Möglichkeit, sich über den Strich heben zu können. Allerdings müssten sie dann alle verbleibenden Partien gewinnen, Luzern seinerseits alle Spiele verlieren.

FC Luzern – SC Derendingen Solothurn 6:0 (3:0)

“Wir bereiten uns bereits auf die wichtige Phase, welche am 10. Mai (Beginn der Barrage, Anm.d.Red.) beginnt, vor”, so Urs Bachmann nach der bitteren Niederlage. Der Trainer der Solothurnerinnen versucht aus allen Partien die positiven Aspekte zu nehmen, um sein Team psychologisch optimal auf die Auf-/Abstiegsspiele vorzubereiten. Diese Aspekte gab es durchaus auch an diesem Wochenende in Luzern. Während rund 20 Minuten zeigte sein Team auf, zu was es eigentlich in der Lage wäre. Diese Phase war einerseits zu kurz, andererseits kam sie viel zu spät, um am Resultat noch irgendetwas verändern zu können. Erst nach gut einer Stunde Spielzeit kamen die Gäste so richtig in Fahrt. Bis dahin hätte der FC Luzern eigentlich noch höher führen müssen. Bereits in der 4. Minute wurde Nicole Remund mit einem langen Ball bedient und verzog ihren Abschluss nur knapp am Lattenkreuz vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen danach konnte Irina Brütsch den FCL aber verdient in Führung bringen. Auch sie wurde aus dem Mittelfeld angespielt und konnte, nach einem Stellungsfehler von Torhüterin Danielle von Ballmoos ungehindert einschieben. Die Partie spielte sich fast ausschliesslich in der Hälfte des SCD ab. Derendingen bemühte sich, fand aber die Mittel nicht. Luzern hingegen fehlte es an der Effizienz und Genauigkeit beim letzten Pass. Das wohl schönste Tor des Wochenendes erzielte Géraldine Reuteler in der 21. Minute. Einen Eckball von Nicole Remund verwandelte sie mittels Seitfallrückzieher zum 2:0. Zwei Minuten später hätte Reuteler beinahe auf 3:0 erhöht, ihr Abschlussversuch wurde aber knapp am Tor vorbeigelenkt, Leandra Schegg traf nach gut einer halben Stunde nur die Latte. In der 34. Minute entstand etwas Verwirrung, als man sich zunächst nicht sicher war, wem denn das 3:0 zuzuschreiben war. Chantal Wyser kopierte das Wembleytor und zur Sicherheit, drückte Schegg denn Ball dann noch über die Linie. Das Tor wurde am Ende dann aber Wyser zugeschrieben, da der Ball bereits von der Latte hinter der Linie gelandet sein soll.

Reuteler fliegt durch die Luft, der Ball ins Tor (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Auch nach der Pause war Luzern das spielbestimmende Team. Gerade drei Minuten benötigte Jana Schneider, ehe sie mit links einen Schlenzer unhaltbar zum 4:0 verwerten konnte. Erst nach gut einer Stunde folgten die vorgenannten Minuten des SCD. Das Spiel hatte nun umgekehrte Vorzeichen und die Gäste zeigten Moral. Andrea Vögeli hätte mit einem Hechtkopfball beinahe das 4:1 erzielen können, sieben Minuten später verzog Martina Truttmann, weitere 60 Sekunden danach wieder Vögeli. Es sollte jedoch beim “hätte” bleiben. Luzern benötigte einige Zeit, um sich auf die erstarkten Gegnerinnen einzustellen. Fünf Minuten vor Ende der Partie konnten die Einheimischen über die eingewechselte Hashani, Reuteler und Brütsch auf 5:0 erhöhen. Derendingen kapitulierte aber auch da noch nicht und versuchte es, diesmal mit Donjeta Likaj, ein weiteres Mal. Auch hier ohne den gewünschten Erfolg. Den Schlusspunkt setzte wieder Luzern, als Wyser die ebenfalls eingewechselte Fabiola Scheiber punktgenau auf den Kopf anspielte, sodass diese nur noch einnicken musste. Der Sieg von Luzern ging in Ordnung, lediglich das Torverhältnis hätte etwas knapper ausfallen können. Für Bachmann sei es ein “brutales Resultat”. Derendingen habe das Glück nicht auf seiner Seite. Im Hinblick auf die Barrage wird der Trainer als grosser Psychologe tätig sein, und insbesondere die Qualität der Defensive müssen, denn “die Sicherheit beginnt hinten”.

FC Staad – BSC Young Boys 0:3 (0:1)

Als der FC Staad am letzten Mittwoch Leader Neunkirch die Stirn bot, und beinahe einen Sieg erspielen konnte, erwartete man, dass die Seemädchen mit einem grossen Selbstbewusstsein auch die Young Boys auf dem Bützel empfangen würden. Dieser Punktgewinn erwies sich aber eher hemmend, denn beflügelnd. Staad agierte zu defensiv, überliess dem Gegner das Spieldiktat. Dass man, wie die Grasshoppers, auf jeden Punkt angewiesen ist, setzte keine neuen Kräfte frei. Im Gegenteil. So war es folgerichtig, dass YB durch Alisha Lehmann nach 32 Minuten in Führung ging. Als Ronya Böni vier Minuten nach dem Seitenwechsel ihre zweite gelbe Karte und damit den Platzverweis sah, wurde es für Staad umso schwieriger, die Partie noch zu drehen. Die Bernerinnen nutzten diese Verunsicherung und erhöhten drei Minuten danach durch Jasmin Schweer auf 2:0. Trainer Martin Hirt versuchte mit einem Doppelwechsel frischen Wind ins Team zu bringen. Doch auch Hannah Oberdorfer und Jessica Schärer konnten das Unmögliche nicht mehr möglich machen. Den Schlusspunkt zum 0:3 setzte Francesca Calò in der 80. Minute. Damit muss sich auch mit dem FC Staad ein weiterer Traditionsverein mit der Barrage auseinandersetzen. Der Rückstand auf Luzern beträgt nun 9 Punkte, das negative Torverhältnis von 20:47 dürfte aber nicht mehr zu korrigieren sein.

Yverdon Féminin – FF Lugano 0:0

Im Hinblick auf die Reduktion der Nationalliga A von 10 auf 8 Teams wäre es für den Schweizer Frauenfussball ein grosser Verlust, würden diese beiden Teams aus der höchsten Spielklasse absteigen. Sie sind die jeweils die einzigen Vertreterinnen ihrer Region und sowohl für die Westschweiz, wie auch für das Tessin wäre es ein Rückschritt. Lugano hat dabei die etwas besseren Karten, wozu auch der Punktgewinn in Yverdon etwas beitrug. Lugano befindet sich auf dem 5. Tabellenrang und 9 Punkte vor den Grasshoppers. Yverdon seinerseits wird wie im letzten Jahr erneut die Barrage bestreiten müssen. Bekannt als Team, welches sich unter diesem Druck noch steigern kann, wird es favorisiert in die Auf-/Abstiegsrunde starten können. So wäre ein Sieg an diesem Samstag vorallem für Lugano wichtig gewesen. Es blieb allerdings beim torlosen Unentschieden im Stade Municipal. Lugano war dabei zwar etwas dominanter, vermochte aber die wenigen sich bietenden Möglichkeiten nicht zu nutzen. So bleibt von dieser Partie am Ende nur etwas erwähnenswert, was direkt mit dem Fussball nichts zu tun hat. Nach einer halben Stunde fiel in Yverdon das Licht aus. Ein Phänomen, welches in letzter Zeit auch in anderen Stadien von sich reden machte. Nach einer Zwangspause von 30 Minuten konnte die Partie aber wieder aufgenommen werden.

FC Basel – FC Zürich 1:3 (0:2)

Schon im letzten Sommer haben die Verantwortlichen des FC Basel beraten, welche Partie für die grösste Spannung sorgen könnte. Dies, weil man mit Unterstützung des Hauptsponsors die erstmalige Austragung eines Frauenspiels im St. Jakob-Park plante. Dass die Wahl auf die Partie gegen die Frauen des FC Zürich fiel, lag auf der Hand. Zu jenem Zeitpunkt war der FCZ das Mass aller Dinge. Um auch in Zukunft einmal pro Jahr ein solches Spiel austragen zu können, hoffte man auf eine Zuschauerzahl von 2000. Dies wurde deutlich übertroffen. Mit knapp 3000 Fans im Stadion konnte ein Rekord bei einem Meisterschaftsspiel erreicht werden. Insofern wurden die Erwartungen der Baslerinnen deutlich übertroffen. Sportlich allerdings konnte der FCZ seinen Aufwärtstrend bestätigen. Mit einem starken Pressing von Beginn weg dominierten die Gäste. Der FCB hatte damit grosse Mühe und bereits nach fünf Minuten trug das Spiel des FCZ Früchte. Sanni Franssi brachte ihr Team bereits in Führung und legte damit den Grundstein für einen weiteren Sieg des Teams von Dorjee Tsawa.

Das erste Tor einer Frau im St. Jakob-Park erzielte mit Sanni Franssi keine Baslerin (Bild: Peter Ganser)

Der FCB brauchte rund 20 Minuten, bis er sich auf die Spielweise der Zürcherinnen einstellen konnte. Zu gefährlichen Aktionen vor dem gegnerischen Tor reichte es aber nicht. Im Gegenteil, denn nach 35 Minuten vermochte Julia Stierli Stenia Michel im Tor des FCB erneut zu bezwingen. Unmittelbar nach der Pause hatte Alexandra Szarvas den Anschlusstreffer auf dem Fuss. Ihr Distanzschuss segelte aber über die Torumrandung. Mehr Effizienz zeigten erneut die Gegnerinnen. In der 48. Minute erhöhte Nathalie Lienhard auf 3:0, was für Basel kaum mehr aufzuholen war. Wenigstens wurden die Bemühungen der Baslerinnen doch noch belohnt. Nach 69 Minuten konnte Innenverteidigerin Jana Brunner einen Eckball von Szarvas per Kopf zum Ehrentreffer verwerten. Ausgerechnet gegen ihren Stammverein konnte eine Nationalspielerin nach langer Verletzungspause ihr Comeback feiern. Meriame Terchoun kam in der 72. Minute erstmals wieder zum Einsatz, vermochte aber am Endresultat auch nichts mehr auszurichten. Auch wenn am Ende der FCZ mit seinem Sieg Basel in der Tabelle distanzieren konnte und nun nur noch 2 Punkte hinter Neunkirch, dem Gegner am nächsten Wochenende im neuen Stadion in Schaffhausen, liegt, so lag an diesem Tag die Werbung für den Frauenfussball im Vordergrund. Basel konnte mit dieser Aktion und einem attraktiven Spiel in seiner Region eine grosse Zahl von Personen für den Sport begeistern und es bleibt zu hoffen, dass damit die Zuschauerzahlen auch bei den Spielen auf herkömmlichen Plätzen steigen mögen.

Der erste Teilnehmer für die Barrage aus der Nationalliga B steht fest

Bereits qualifiziert für die Barrage hat sich aus der Nationalliga B der FC Aarau Frauen. Mit einem 2:1 im heimischen Schachen gegen Therwil ist dem Team von Andreas Zürcher dieser Platz nicht mehr zu nehmen. Aarau konnte in 14 Partien 12 Siege bei 2 Niederlagen und einem Torverhältnis von 46:14 feiern. Die Aargauerinnen haben damit sowohl die beste Offensive, wie auch die beste Defensive der zweithöchsten Spielklasse. Als zweites Team werden wohl die Femina Kickers Worb in den Auf-/Abstiegsspielen dabei sein. Diese kamen allerdings gestern gegen Thun nicht über ein 3:3 hinaus und liegen sieben Punkte hinter dem FC Aarau.

fairygoals, Luisa Ruggiano, Sandra Meier, Michi Lendi, Patrick Saile, Marc-André Rauber, Beat Linder, Babsi Fit, Bastien Aebischer, Dominik Stegemann gefällt dieser Artikel

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