Veröffentlicht am: So, 19. März, 2017

Im Cup bleiben nur noch NLA-Teams

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Zwei unterklassige Vereine hätten die Möglichkeit gehabt, im Viertelfinal des Schweizer Cups für die Überraschung zu sorgen. In beiden Partien blieb es aber beim Versuch.

FC Zürich Frauen – FC Basel 1:0 (1:0)

(mst) Der Cup Viertelfinal zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel war ein Klassiker schlechthin. Im Dauerregen kämpften die Spielerinnen hart und zeigten Fussball auf höchstem Niveau. Eine rote Karte an die Adresse der Baslerinnen und der darauffolgende Elfmeter entschieden das Spiel für die Heimmannschaft aus Zürich. Das Spiel war von Anfang an aggressiv. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, liefen viel und versuchten, nach vorne zu preschen. Dennoch gelang es dem FCZ, in der ersten Viertelstunde die dominierende Rolle einzunehmen. Ihm gehörte auch die erste gefährliche Torchance nach knapp 10 Minuten. Die Baslerinnen aber gaben nicht auf und versuchten jede Situation zu einem Gegenangriff zu nutzen. Im weiteren Verlauf neutralisierten sich die beiden Teams zunehmend. Nach einer halben Stunde dann das grosse Entsetzen bei der Gastmannschaft. Ein Foul im FCB-Strafraum von Jana Brunner an der Zürcher Nationalspielerin Fabienne Humm wurde vom Schiedsrichter mit der roten Karte und einem Elfmeter bestraft. Barla Deplazes verwertete gekonnt zum 1:0 für den FCZ.

Dieser Elfmeter von Barla Deplazes entschied eine hochstehende Partie (Bild: Peter Ganser)

In der zweiten Halbzeit verlor das Spiel etwas an Fahrt. Die Baslerinnen wirkten abwartend und kamen nicht an der Zürcher Abwehr vorbei. Und auch die Zürcherinnen vermochten das Tempo nicht hoch zu halten. Ein Lattenschuss von Fabienne Humm kurz vor Schlusspfiff war die einzige wirklich gefährliche Situation in der zweiten Hälfte. Mit dem 1:0 Heimsieg ziehen die Zürcherinnen in den Cup Halbfinal ein. Trainer Tsawa war dementsprechend erfreut: «Der Start ins Spiel ist nach Plan verlaufen. Wir konnten das Spiel ziemlich schnell in die Hand nehmen und auch einige Aktionen liefern.» Auf der anderen Seite zeigte sich Sissy Raith zwar enttäuscht über das Ausscheiden aus dem Cup, lobte jedoch ihre Mannschaft. Ihr Team habe kämpferisch und mit viel Leidenschaft gespielt, trotz Unterzahl nach der roten Karte. Schlussendlich sei man für den grossen Aufwand einfach nicht belohnt worden.

Zu reden gab vor allem der Schiedsrichter-Entscheid zur roten Karte gegen Jana Brunner, sowie der daraus resultierende Elfmeter. Fabienne Humm erlebte die Situation hautnah mit: «Wir haben den Penalty souverän versenkt. Die rote Karte finde ich jedoch einen harten Entscheid. Wir haben aber eigentlich nicht gemerkt, dass Basel mit einer Spielerin weniger auf dem Feld stand.» Auch die Trainer beider Teams waren sich einig, dass der Foulpfiff zwar berechtigt, die rote Karte jedoch nicht nötig gewesen sei. Die Zuschauer mussten Wind und Regen trotzen, bekamen als Gegenleistung jedoch ein durchaus sehenswertes Spiel geboten. Beide Mannschaften packten in diesem Cup Viertelfinal ihr bestes Können aus und kämpften bis zum Schluss. Für den FC Basel ist der Cup nun vorbei. Zu einer Revanche gegen die Zürcherinnen kommt es in der Meisterschaft nächste Woche im Basler St. Jakob-Park.

FC Therwil – BSC Young Boys 0:5 (0:3)

In der zweiten Samstagspartie waren die Vorzeichen anders als in Zürich. Die BSC Young Boys gingen als klare Favoritinnen in Spiel, dennoch warnte Trainerin Marisa Wunderlin vor den Gegnerinnen. So manche Geschichte wurde im Cup schon geschrieben und gerade in einem Heimspiel können unterklassige Teams über sich hinaus wachsen. Die Gäste aus Bern versuchten schon früh die Vorentscheidung zu erzwingen und drängten auf den ersten Treffer. Bereits nach 8 Minuten konnte Jasmin Schweer ihr Team in Führung bringen. Um mit einem komfortablen Vorsprung in die Pause gehen zu können, benötigte YB aber noch weitere Treffer, für welche Francesca Calò und Viola Calligaris  bis zur 30. Minute sorgten. Für die Therwilerinnen war es danach kaum mehr möglich, die Partie noch zu drehen und für die Überraschung im Cup zu sorgen. Anders die BSC Young Boys, welche sich mit dem 3:0 nicht zufrieden gaben. Mit zwei Treffern erhöhte Alisha Lehmann auf 5:0 und machte damit den souveränen Einzug in den Halbfinal klar.

FC Neunkirch – FF Lugano 5:1 (1:0)

Auch wenn es ein Duell zweier Teams aus der gleichen Liga war, musste man im Vorfeld den FC Neunkirch klar favorisieren. Das Team von Hasan Dracic absolvierte bisher eine bestechende Saison und musste sich erst einmal geschlagen geben. Die letztjährigen Cupfinalistinnen empfingen die Gegnerinnen aus dem Tessin erneut nicht in Neunkirch, sondern in Schaffhausen und konnten so die Partie auf Kunstrasen austragen. Für Lugano war es eine doppelt schwierige Aufgabe. Nicht nur, dass man mit Neunkirch das bisher erfolgreichste Team dieser Saison hätte schlagen müssen, die Schaffhauserinnen hatten auch eine grosse Portion Frust im Bauch. Die einzige Niederlage der Spielzeit war erst gerade eine Woche her und nochmals wollten die Leaderinnen der NLA nicht als Verliererinnen vom Platz gehen. Dieses Unterfangen gelang dann auch, allerdings fiel die Entscheidung erst in der zweiten Halbzeit. Zur Halbzeit lagen die Einheimischen dank eines Treffers von Amelia Pietrangelo in der 29. Minute erst mit 1:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel wurde die Kadenz dann erhöht. Bereits 2 Minuten nach Beginn des zweiten Umgangs erhöhte Yasmin Bunter auf 2:0. Lugano kam kaum zu Möglichkeiten und versuchte, den Schaden in Grenzen zu halten. Nach gut einer Stunde war es aber wieder eine Schaffhauserin, welche einen Treffer bejubelte. Alyssa Lagonia erhöhte auf 3:0. So war das Tor von Katrina Guillou für Lugano am Ende nicht mehr als ein Ehrentreffer. Zumal Neunkirch in den letzten Minuten der Partie mit zwei weiteren Toren von Valentina Bergamaschi und Patricia Hmirova auf den 5:1 Endstand erhöhte.

FC Aarau – Yverdon Féminin 0:2 (0:1)

Die letzte Partie des Viertelfinales im Schweizer Cup war gleich doppelt von Bedeutung. Aller Voraussicht nach werden die beiden Team in der Barrage wie im letzten Jahr erneut aufeinander treffen und konnten sich daher bereits einmal beschnuppern. Aarau ist unangefochtener Leader der Nationalliga B, Yverdon Féminin liegt aktuell auf dem 9. Platz der höchsten Spielklasse und hat 10 Punkte Rückstand auf den FC Luzern. Aarau zeigte auch im Cup bisher beeindruckende Leistungen und wollte erstmals in den Halbfinal einziehen. Nach den Resultaten der bisherigen Saison gingen die Gastgeberinnen ohne Skrupel in die Begegnungen mit den Gästen aus der Westschweiz und konnten das Spiel in den ersten 25 Minuten auch dominieren. Ein individueller Fehler führte zu einem Eckball, dieser zum Tor von Cristel Miocevic. Entgegen des Spielverlaufs gerieten die Unterklassigen in Rückstand und damit war auch deren Moral gebrochen. Yverdon seinerseits überzeugte durch die bestmögliche Effizienz. “Wir hätten dieses Spiel nicht verlieren dürfen”, meinte ein merklich enttäuschter Andreas Zürcher vom FC Aarau im Anschluss an die Partie. Aarau war über viele Strecken auf Augenhöhe mit dem NLA-Team vom Neuenburgersee, am Ende fehlte es aber an der Überzeugung in der Offensive und wohl auch an der mentalen Stärke, diese Partie wieder an sich zu reissen. So fiel das letzte Tor der Partie folgerichtig ebenfalls durch die Gäste, diesmal durch Tanja Bodenmann. Yverdon Féminin dürfte für die Relegationspiele aber gewarnt sein, Aarau auf der anderen Seite hat mit der Niederlage zumindest einige Erkenntnisse sammeln können, was für die bevorstehenden Spiele zu tun sein wird.

Die Auslosung für die Halbfinals finden am Montag im Haus des Fussball statt. “Glücksfee” wird U19-Nationaltrainerin Nora Häuptle sein.

Beat Steiner, Andrea Imhof, Babsi Fit, Sandra Meier, Roger Kutter, Carone Gianluca, Fabienne Schwarz, Axl Klausecker, Claudia Donatsch-Kreis gefällt dieser Artikel

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