Veröffentlicht am: Fr, 31. Mrz 2017

Eklat beim FC Luzern

Eine Newsmeldung präsentiert von:

In der Meisterschaft ist das Nationalliga A-Team des FC Luzern beinahe auf der sicheren Seite. Es fehlt wenig und die Teilnahme an der Finalrunde ist für die Innerschweizerinnen gesichert. Doch beim Traditionsverein brodelt es auf anderer Ebene, was die Zukunft des Spitzenfussballs einer ganzen Region in Gefahr bringen könnte.

Mit dem Schritt vom SK Root zum SC Kriens übernahm ein Gremium die Geschicke des Frauenfussballs, welches sich zum Ziel setzte, sich als Spitzenverein im Frauenfussball zu etablieren. Bereits in Kriens konnte man den eigenen Ansprüchen genügen und wurde zur festen Grösse. Mit dem Wechsel zum FC Luzern sollte ein weiterer Meilenstein auf dem Weg hin zur Professionalisierung gesetzt werden. Das Führungsteam um Präsident Peter Strohhammer versprach sich, im Rahmen eines Proficlubs den Spitzensport besser fördern zu können. Was in anderen Regionen, wie in Zürich und Basel, bestens funktionierte, stand in Luzern von Beginn weg auf wackligen Füssen. 2014 wurde es nicht mehr als eine Absichtserklärung. Bereits im November 2016 informierte der Verwaltungsrat die Frauenfussballverantwortlichen, dass man den Frauenfussball zwar als wichtig erachte, eine Integration aus diversen Gründen – welche aus Sicht des Vorstandes lösbar gewesen wären – aber nicht möglich sei, heisst es heute von Seiten Strohhammers. Entsprechend ungehalten sind die Vorstandsmitglieder, welche nicht nur viel Engagement, sondern auch finanzielle Mittel in den Verein einbrachten.

Nun wurden die Konsequenzen gezogen und der Vorstand trat geschlossen zurück. “Da wir mit der Integration gescheitert sind und wir dadurch keine positive Weiterentwicklung des
Frauenspitzenfussballs in der Zentralschweiz mehr sehen, haben wir uns entschlossen, gesamthaft als Vorstand auf Ende Saison zurückzutreten”, lässt sich die Führungsriege der FCL Frauen zitieren. Bis zum Ende der Saison ist der Spielbetrieb gesichert. Was danach geschieht ist allerdings offen.

SFV begleitet den Prozess eng

Franziska Schild, die Ressortchefin Frauenfussball des Fussballverbandes, erklärte, dass man mit den beteiligten Stellen in Kontakt steht und daran interessiert sei, eine konstruktive Lösung zu finden. Auch für den Verband ist der Weiterbetrieb des Spitzenfussballs in der Zentralschweiz von grosser Bedeutung. Da über den Fortbestand zum heutigen Zeitpunkt keine Klarheit besteht, kann auch der Verband über mögliche Szenarien für die laufende Saison noch keine Aussage machen. Klar ist aber, dass bei Spielerinnen und Sponsoren nun grosse Unsicherheit herrscht. Zum heutigen Zeitpunkt müsste die Planung der kommenden Saison bereits angelaufen sein. Eine Aufgabe, die der bisherige Vorstand nach 13 Jahren offenbar nicht mehr übernehmen kann und will. Daniel Remund, ebenfalls Vorstandsmitglied und Vater der ehemaligen Nationalspielerin Nicole Remund, glaubt nicht an ein Ende des Spitzensports in Luzern: “Die Einstellung des Betriebs wäre natürlich das worst case Szenario, aber wir wissen, dass im Hintergrund an Lösungen gearbeitet wird. Mehr wissen wir nicht. Aber wenn es weitergeht, dann sicher nicht mehr so professionell wie heute.”

Die Verantwortlichen der FC Luzern Innerschweiz AG haben auf die Anfrage des Frauenfussball-Magazins zur Stellungnahme nicht reagiert.

Shenia Schmid Dorofejew, Sulamith Bertschi, Arbnora Azizi, Vivienne Steiner, Oli Ottiger, Stefan Nikolic, Mara Hendry, Regula Odermatt, Rahel Graf, Laila Koch, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

Holen Sie sich die App des Frauenfussball-Magazins und bleiben Sie immer bestens informiert:
2 Kommentare
  1. Es passt auch bestens zum dilettantischen Kommunikationsverhalten Studhalters, die Anfrage des Frauenfussballmagazins unbeantwortet zu lassen. Manche werden halt einfach Chef …

  2. Es gibt vielerorts Lippenbekenntnisse zum Frauenfussball. Echt dahinterstehen ist etwas anderes. Solange auf so vielen Webseiten von Fussballvereinen und Verbänden (z.B. IFV) die Aktiv-Frauenteams hinter den Teams der Junioren aufgeführt werden, ist es offensichtlich wie es um das Ernst nehmen der Frauen im Fussball steht. Totale Fehlanzeige!

Kommentiere diesen Beitrag

XHTML: Sie können diese html tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Log in here!