Veröffentlicht am: So, 12. Mrz 2017

Die Spitze der NLA rückt in der 13. Runde zusammen

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Erstmals in dieser Saison musste Neunkirch eine Niederlage in Kauf nehmen. Basel konnte von diesem Patzer nicht profitieren, Zürich hingegen schon. So rücken die Spitzenteams näher zusammen und die Meisterschaft wird wieder spannender.

BSC YB – FC Neunkirch 1:0 (0:0)

(mb) Der Leader FC Neunkirch musste in Bern seine erste Saisonniederlage einstecken. Das lag zum einen an den Klettgauerinnen selbst, zum andern an YB, das eine starke Leistung abrief. Die Bernerinnen waren gut auf ihren Gegner eingestellt und hatten offensichtlich einen Plan. Immer wieder suchten sie die Diagonale, um auf den Seiten in freie Räume zu kommen. Zudem verteidigten sie solidarisch, so dass die Gäste nur zu wenigen Chancen kamen. Die beste hatte Amelia Pietrangelo in der 22. Minute, doch Jennifer Oehrli hielten ihren Schuss gut. Auch Valentina Bergamaschi scheiterte zweimal nur knapp. Insgesamt machte Neunkirch aber einen ziemlichen matten Eindruck und konnte seine gewohnte Dynamik nicht entfalten.
Das ist insofern erklärbar, als dass nicht wenige der Neunkirchner Spielerinnen in den vergangenen Tagen mit der slowakischen Nationalmannschaft am Istrien-Cup teilgenommen – und ihn gewonnen – haben. Das war ihrer körperlichen Verfassung nicht besonders zuträglich, zudem fehlten Lucia Ondrusova, Dana Feckova und Sandy Maendly verletzt. „Solche Ausfälle können wir nicht einfach so ersetzten“, sagte der Neunkirchner Sportchef nach dem Spiel.

Immerhin setzte sein Team in der zweiten Halbzeit zu und drängte YB ziemlich hinten rein. Doch die Bernerinnen brachen nicht ein, im Gegenteil. Sie nützen die hinter der gegnerischen Abwehr sich öffnenden Räume und blieben bis zum Schluss gefährlich. Tatsächlich erlief Florijana Ismaili in der 89. Minute einen Steilpass über rechts und setzte den Ball mittels hohem Lob zum gross bejubelten Siegestreffer ins Netz.
Ein wichtiger Sieg für die YB-Frauen, einerseits, weil sie damit auf Rang vier klettern und den Vorsprung auf den Strich auf sieben Punkte ausbauen konnten, andererseits, weil sie damit bestätigten, dass sie nicht mehr ganz so weit von den Spitzenteams entfernt sind, wie auch schon. Und für Neunkirch? Beat Stolz wollte der Niederlage kein allzu grosses Gewicht beimessen. „Wir haben 12 Spiele nicht verloren, irgendwann musste so ein Resultat kommen. Natürlich, unsere erste Halbzeit war nicht gut, besonders im Positionsspiel haben wir Fehler gemacht. Aber YB war ein guter Gegner und für uns ist die Niederlage keine Katastrophe.“ Tatsächlich: Noch hat sein Team alles selbst in der Hand, doch der Vorsprung auf den Tabellenzweiten, der jetzt Zürich heisst, hat sich auf vier Punkte reduziert.

Grasshopper Club Zürich – FC Basel 3:1 (1:0)

Betscharts entscheidender Pass zum 1:0 gegen ein enttäuschend harmloses Basel (Bild: Chris Blattmann)

“Ich hatte mein Team die ganze Woche vor GC gewarnt. Dieses Team gehört nicht dort hin, wo es sich momentan in der Tabelle befindet”, so FCB-Trainerin Sissy Raith nach der Partie. Diese Warnung schien ihr Team nicht wirklich zu beeindrucken. Passiv und ohne die nötige Dominanz starteten die Baslerinnen auf dem GC/Campus und überliessen den Einheimischen den Spielaufbau. So war es auch nicht erstaunlich, dass die erste Möglichkeit nach 13 Minuten GC gehörte, doch noch segelte der Abschlussversuch von Selina Eymann über die Torumrandung. Sechs Minuten später musste Eymann verletzt aus dem Spiel genommen werden, GC kämpfte während 6 Minuten in Unterzahl. Anstatt sich in die eigene Hälfte zurück zu ziehen, blieben sie offensiv und konnten nach einem perfekten Zuspiel von Mirjam Betschart auf Carina Roscic in der 23. Minute verdient in Führung gehen. Die Reaktion des FCB blieb aus. Zwar kamen die Baslerinnen nach gut einer halben Stunde erstmals einigermassen gefährlich vor das Tor von Nadja Furrer, doch konnte man dies keine Torchance nennen.

Grosser Jubel der Doppeltorschützin Carina Roscic, Frust beim FCB (Bild: Chris Blattmann)

Auch nach dem Seitenwechsel war GC das spielbestimmende Team, doch baute Basel etwas mehr Druck auf. Ein Abschlussversuch von Szarvas in der 49. Minute landete an der Latte, der Ausgleich blieb aber aus. Unmittelbar danach spielte sich GC aus der eigenen Hälfte, zunächst von rechts über Sina Spieser, über die Mitte und Celina Tenini, wieder nach rechts zu Mirjam Betschart bis vor das Tor von Stenia Michel, das 2:0, erneut von Roscic, war dann nur noch Formsache. Schöner konnte man ein Tor nicht herausspielen. Nun endlich kam auch der FCB ins Spiel. Nachdem in der 55. Minute der Anschlusstreffer noch, begleitet von lautstarken Protesten von der Seitenlinie, wegen Abseits aberkannt wurde, segelte der Torschuss von Eunice Beckmann nach einer Stunde noch über das Tor. Zwei Minuten danach versuchte es Basel erneut, Furrer war zwar mit den Fingern noch am Ball, lenkte diesen aber in die Füsse von King, welche dankend zum zwischenzeitlichen 2:1 verwandelte. Die Gäste erhöhten den Druck noch mehr und warfen alles nach vorne, doch GC verteidigte solidarisch. Ein erneuter Versuch von Beckmann segelte wieder über die Latte, nach 70 Minuten konnte Steinmann auf der Linie den Ausgleich verhindern. 12 Minuten vor Ende der Partie hätte der Ausgleich eigentlich kommen müssen, als Beckmann alleine auf Furrer zog. Doch diese holte sich den Ball von den Füssen der Gegnerin und trug viel zum Sieg der Zürcherinnen bei. So war der Heber von Fiona Hubler über Stenia Michel nach 92 Minuten der Schlusspunkt zu einem verdienten 3:1 Sieg gegen zu harmlose Baslerinnen. “GC ist eine riesengute Mannschaft. Ein 1:1 gegen Zürich macht man ja auch nicht so im Vorbeigehen. Ich kann nur sagen ‘Glückwunsch’, sie haben verdient gewonnen”, lobt Raith die Gegnerinnen. Es sei anzunehmen, dass ihr Team den Gegner nicht Ernst genommen habe. Eine Überheblichkeit, welche entsprechend bestraft wurde. Auf der anderen Seite war Evelyn Zimmermann die Freude anzusehen, sie musste um Fassung ringen: “Ich habe keine Erwartungen, vertraue in die Arbeit, die wir machen. Und diese ist gut. Wir konnten uns heute gegen einen grossen Gegner beweisen. Ich bin stolz auf dieses Team. Dieses Spiel ist die Belohnung für unsere Arbeit und ich möchte nicht, dass man uns unterschätzt.” Das wird wohl auch bei den nächsten Partien nicht mehr geschehen.

SC Derendingen – FC Yverdon Féminin 2:3 (1:0)

(mb) Nach zwei unglücklichen Niederlagen zu Beginn der Rückrunde strebte Derendingen heute gegen Yverdon den zweiten Punkt der Meisterschaft, wenn nicht sogar den ersten Sieg überhaupt in der NLA an. Tatsächlich traten die Solothurnerinnen zu Beginn wie ein Heimteam auf, das sie zwar auf dem Papier, nicht aber in Realität waren, denn das Spiel wurde im Anschluss an die Begegnung YB – Neunkirch auf dem Sportplatz Wyler in Bern ausgetragen.
Belohnt wurde die anfängliche Initiative der Solothurnerinnen früh. Donjeta Likaj traf bereits in der 3. Minute von halblinks und aus grosser Distanz. Nach und nach nahm Yverdon aber das Heft in die Hand. Vor allem Audrey Wuichet, die einen Lattenschuss zu beklagen hatte, und die zwar sehr unterhaltsame aber etwas ineffiziente Dribblerin Qendresa Krasniqi waren die auffälligsten Figuren ihres Teams.

Derendingen konnte den Vorsprung lange halten. Erst in der 77. Minute gelang Alison Fallet das 1:1. Dann wurde es wild: In der 90. Minute schoss die Routinière Andrea Vögeli mittels Kopfball die neuerliche Führung für Derendingen, das dem ersten Sieg in der NLA nun sehr nah war. Aber wieder klappte es nicht. In der Nachspielzeit erhielten die Westschweizerinnen einen Elfmeter zugesprochen, den die als Verteidigerin spielende Thaïs Hurni verwandelte. Doch damit nicht genug. In der vierten Minute der Nachspielzeit schoss Tanja Bodenmann sogar noch das glückliche 3:2 für Yverdon. So mussten sich die tapferen Solothurnerinnen erneut knapp geschlagen gegeben und warten weiter auf ihren ersten Vollerfolg in der NLA. So nah wie heute sind sie ihm noch nie gekommen.

FC Zürich Frauen – FC Luzern 2:1 (0:1)

Nach ihrem ersten Einsatz für das Nationalteam konnte Seraina Friedli auch in der Meisterschaft einen Sieg feiern (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Nach den Niederlagen von Neunkirch und Basel sah es lange danach aus, als würde es im Heerenschürli die dritte Überraschung des Tages geben. Die träge erste Halbzeit spielte sich mehrheitlich im Mittelfeld ab. Zürich bestimmte die Partie zwar weitgehend, doch fehlte der öffnende letzte Pass. Luzern spielte aufopferungsvoll und wurde durch den Treffer von Géraldine Reuteler nach 37 Minuten für den betriebenen Aufwand auch belohnt. Nennenswerte Torchancen gab es auf keiner Seite. Nach der Pause besann sich der FCZ auf seine Qualitäten und drückte die Gäste regelrecht in deren Hälfte. Nur noch selten konnte sich der FCL aus dieser Umklammerung befreien. Bereits nach drei Minuten konnte die eben erst eingewechselte Sara Krisztin, im Winter von den Grasshoppers gekommen, den Ausgleich bejubeln. Weitere drei Zeigerumdrehungen später segelte der Kopfball von Fabienne Humm über das Tor der ehemaligen Zürcherin Natascha Honegger, in der 71. Minute verpasste Malin Gut mit dem schwächeren linken Fuss den Führungstreffer nur knapp. Kurz danach konnte sich Honegger auszeichnen, als sie mit einem starken Reflex den Rückstand verhinderte. Doch nach 77 Minuten kam, was kommen musste. Selina Kuster bediente aus der Drehung mit einer präzisen Flanke Fabienne Humm, welche per Kopf den längst fälligen Führungstreffer zum 2:1 Endstand erzielen konnte. 45 Minuten eine gute Leistung zu zeigen, war für den FCL zu wenig, dennoch war Trainer Münstermann grundsätzlich zufrieden: “Unsere Fehler wurden brutal bestraft, doch das hängt mit der Qualität des Gegners zusammen. Wir waren nahe dran, so nahe wie noch nie. Es wäre schön, wenn wir für unsere Fortschritte, welche wir gemacht haben, etwas ernten könnten.” Anders klang es bei Dorjee Tsawa, welcher zwar mit dem Sieg zufrieden war, nicht aber mit der Leistung. Denn nur 45 Minuten auf dem nötigen Niveau reichen dem FCZ-Trainer nicht: “Das waren zwei verschiedene Halbzeiten. Die erste war enttäuschend, danach haben wir die richtige Reaktion gezeigt.” Von einer Runde für den FCZ will er aber weiterhin nichts wissen, denn er schaue nur von Runde zu Runde und sehe dann, was dabei rauskommt.

FF Lugano – FC Staad 5:2 (3:1)

Aus Sicht der Seemädchen war es wohl eine mentale Blockade, welche einen Sieg im Tessin verunmöglichte. Zu gross sei die Angst vor den zweikampfstarken Gegnerinnen gewesen. So geriet man bereits nach 17 Minuten in einen Rückstand, den man zwar 4 Minuten danach wieder ausgleichen konnte. Claudia Stilz hätte gar noch den Führungstreffer erzielen können, traf aber nur den Pfosten. Glücklicher waren da die Luganesi, welche nach 38 Minuten erneut einen Treffer bejubeln konnten. Als die Einheimischen vier Minuten vor der Halbzeit mittels Elfmeter auf 3:1 erhöhen konnten, war die Vorentscheidung gefallen. Zwar kamen die Staaderinnen in der 55. Minuten nochmals auf 3:2 heran, doch konnte Lugano mit mehreren Kontern effizienter umgehen und diese am Ende zu einem klaren 5:2 Sieg nutzen. Staad bleibt damit 2 Punkte hinter GC, Lugano konnte sich etwas von Luzern und damit dem ersten Platz über dem Strich absetzen.

Die Meisterschaft ruht am kommenden Wochenende, während dann der Viertelfinal des Schweizer Cups ausgetragen wird.

Karsten Egger, Roebi Zweifel, Katalin Juhász, Beat Steiner, Amanda Stahl, Melanie Jürgens, Nadia Holdener, Jürg Huggler, Patrizia Troisi, fairygoals, Michi Lendi, Selina Eymann, Carlos da Cruz, Markus Juchem, Milad Ahmadvand, Jessica Regreb, Roger Kutter, Bastien Aebischer, Karen Gutscher, Roland Zimmermann, Oli Ottiger, Anna Katharina Hess, Arthur Bless, Daniela Schwarz, Claudia Donatsch-Kreis, Victor Carvalho Jesus gefällt dieser Artikel

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