Glücklicher Sieg für Basel, ein Ausrufezeichen von GC

Nach der Nachholpartie zwischen dem FC Luzern und dem FC Zürich Frauen vom letzten Wochenende, wurde der Meisterschaftsbetrieb nun vollständig wieder aufgenommen. Damit begann auch für die Teams in der unteren Tabellenhälfte der Kampf ums Überleben in der höchsten Spielklasse.

FC Basel – FC Luzern 1:0 (0:0)

(mst) Im ersten Match der Rückrunde spielten die FC Basel Frauen zu Hause gegen Luzern. Das Spiel begann gleich mit einem Schuss auf das Tor des FC Luzern, welcher aber von der Luzerner Torhüterin Natasha Honegger sicher gehalten werden konnte. Nach 16 Minuten dann die erste richtig gefährliche Torchance, als den Baslerinnen ein öffnender Schuss auf die rechte Aussenseite gelang, der dann – nach einem Schuss in die Mitte – von Alexandra Szarvas auf das Tor gelenkt wurde. Dennoch blieb es beim 0:0. In der ersten Halbzeit dominierte überwiegend die Heimmannschaft. Der FCB machte Tempo, kam zu mehreren Torchancen, schaffte es aber nicht, den Ball ins Tor zu bringen. Brenzlig wurde es vor dem Tor von FCB Stenia Michel erst kurz vor der Pause. Rahel Tschopp zog unbemerkt an der Basler Verteidigung vorbei und stand alleine vor dem Tor. Ein Offside bannte jedoch die Gefahr und somit stand es 0:0 Unentschieden zur Pause.

Eine erhoffte Steigerung des Spiels nach der Pause bleibt aus. Dem FCB schienen die Ideen zu fehlen, die Luzernerinnen machten hinten zu und wehrten Angriffe ab, als selber nach vorne zu preschen. In der 52. Minute kam die Akrobatik in den Schweizer Frauenfussball. Die Baslerin Stefani Liebhart nahm einen Pass an, indem sie ihr Bein nach hinten schwang und den Ball auf Kopfhöhe stoppte. Für einen weiteren spannenden Moment sorgte der Platzverweis vom Trainer der Luzernerinnen. Der Schiedsrichter stellte Dieter Münstermann wegen zu lautem Dirigieren seiner Mannschaft (Grund nicht offiziell bestätigt) vom Platz. Der Assistenztrainer zeigte sich solidarisch und begleitete den Trainer vom Platz.
Weiter ging es auf dem Feld: Nach einem knappen Schuss am Luzerner Tor vorbei (durch Szarvas), konterte die Luzerner Nummer 2 praktisch im Alleingang. Irina Brütsch liess zwei FCB-Spielerinnen hinter sich, tanzte die Torhtüerin aus, wartete dann aber zu lange mit dem Abschuss. In der 76. Minute dann nochmals zwei Chancen für die Gäste. Luzern kam zweimal zum Abschuss, wurde jedoch beide Male mit Paraden von Stenia Michel ausgebremst. Die erste und einzige gelbe Karte gab es kurz danach, als Valentina Mühlebach (FCB) wegen eines Fouls an Valérie Zürny belangt wurde.

Kurz vor Schluss dann der Befreiungsschlag für die Baslerinnen. Die Luzerner Torfrau Natasha Honegger verursachte einen Eckball, als sie einen Weitschuss des FCB anstatt zu halten, ins Aus ablenkte. Dieser Eckball wurde dann prompt verwertet. Jedoch nicht vom FCB selber. Zum 1:0 führte ein Eigentor von Fabienne Paglia. Ein Ausrufezeichen setzte heute die Basler Sturmfrau Eunice Beckmann. Die 25-jährige beeindruckte mit fantastischem Dribbling und schien durch nichts und niemanden zu stoppen zu sein. Auch der FCB-Neuzugang von letztem Juli – Franziska Jaser – machte auf sich aufmerksam. Die Nummer 22 verteidigte wie eine Mauer und klärte einige brenzlige Situationen.

Der Sieg gegen den FC Luzern ist den Baslerinnen zwar geglückt, für Trainerin Sissy Raith ist jedoch definitiv noch eine Steigerung nötig. Die Luzernerinnen hätten den Baslerinnen alles abverlangt und man sei froh, die drei Punkte nach Hause geholt zu haben. In den nächsten Spielen wolle man das wahre Können der Baslerinnen noch zeigen.

SC Derendingen Solothurn – BSC Young Boys 2:3 (1:2)

Für die Aufsteigerinnen aus Solothurn war es bisher ein schwieriges Abenteuer in der Nationalliga A. Gerade einmal ein Punkt resultierte bisher aus den Anstrengungen des Teams von Urs Bachmann, wobei Derendingen so oft auch das Glück nicht hold war. Dies sollte sich gegen den Partnerverein aus Bern auch nicht ändern. Derendingen verstärkte sein Team mit einigen jungen Spielerinnen, wovon mit Bahtie Abdyli (NLA) und Donjeta Likaj (U19), gleich zwei vom heutigen Gegner kamen. YB hätte bereits nach 10 Minuten durch Ismaili in Führung gehen können, doch Ismaili verzog den Abschluss nur knapp. Im Anschluss hätte Derendingen gleich mehrfach die Möglichkeit gehabt, die Führung herzustellen. Doch alle drei Möglichkeiten endeten ohne zählbares Resultat. So war es Camille Surdez, welche in der Partie erstmals jubeln konnte, als sie in der 19. Minute YB in Führung brachte. Gut 10 Minuten vor der Pause vermochte Michèle Kohler auszugleichen und brachte die Hoffnung auf wenigstens einen Punkt zurück. In der 42. Minute folgte für YB Freud und Leid zugleich. Auch wenn Sabrina Ribeaud vom Platz verwiesen wurde, vermochte Ismaili die Hauptstädterinnen in Führung zu bringen. Nach dem Seitenwechsel konzentrierte sich das Team von Marisa Wunderlin auf die Defensive und lauerte auf Konter. Entsprechend blieben die Möglichkeiten Mangelware. Nach 65 Minute verpasste YB die Vorentscheidung, konnte aber 10 Minuten vor Ende der Partie dennoch durch Melanie Müller auf 3:1 erhöhen. Derendingen erhöhte den Druck und konnte nur fünf Minuten später dank eines Treffers von Kadriu verkürzen. Der Ausgleich unmittelbar vor dem Schlusspfiff konnte von Torfrau Jennifer Oehrli in Extremis verhindert werden. YB konnte mit diesem glücklichen Sieg und dank der Niederlagen von Luzern und Lugano gleich zwei Tabellenplätze gutmachen und findet sich neu auf dem vierten Platz.

Grasshopper Club Zürich – Yverdon Féminin 7:2 (4:1)

Für beide Teams zählt nun jeder Punkt, um sich doch noch über den rettenden Strich zu kämpfen. Diese Tatsache schien sich GC mehr verinnerlicht zu haben, als dies die Gegnerinnen aus der Westschweiz taten. Die Hoppers starteten fulminant, offensiv eingestellt, während Yverdon mit einer geballten Defensive antraten. Mit einer Fünferkette in der Abwehr wollte man einen Gegentreffer verhindern. Doch schon nach 3 Minuten war dieses Unterfangen gescheitert. Jessica Berger konnte von halbrechts frei auf die Torhüterin ziehen und sie mit einem feinen Lob erstmals bezwingen. Victoria Laino erhöhte in nur vier Minuten auf 3:o für die Zürcherinnen. Nach 25 Minuten kam erstmals Gefahr vor dem Tor von Nadja Furrer auf, was auch gleich zum ersten Gegentreffer führte. GC war alarmiert, denn so manch komfortabler Vorsprung wurde in der Vergangenheit preisgegeben. Etwas mehr Ruhe gab den Gastgeberinnen das Tor von Caroline Müller aus rund 25 Metern zum 4:1 in der 39. Minute. Nach der Pause versuchte Yverdon nochmals, das Spiel zu drehen. Krasniqi verzog nach 50 Minuten ihren Abschluss aber über das Tor. Nur gerade vier Minuten später beschenkten die Gäste ihre Gegnerinnen. Torhüterin Estelle Zurkinden rutschte der Ball bei der Abgabe aus der Hand, in die Füsse von Carina Roscic, welche sich nicht zweimal bitten liess. Weiter zwei Minuten später rettete Yverdon zunächst auf der Linie und verhinderte einen Treffer von Müller, der darauf folgende Eckball von Selina Eymann konnte dann aber von Laura Walker per Kopf zum 6:1 verwandelt werden. Mit einem Fehler von Tenini eröffnete sich Yverdon eine weitere Chance. Doch Veronica Maglia verzog die sichere Chance um Zentimeter. Nach einem Foul an Victoria Laino korrigierte Tenini, welche nach 9 Monaten Verletzungspause wieder zurückkam, ihren Fehler und verwandelte den fälligen Elfmeter souverän. So wurde das Tor von Maglia zum 7:2 in der 83. Minute zu nicht mehr als einem weiteren Ehrentreffer. GC konnte damit Staad, das gegen den FCZ verlor, überholen und liegt noch vier Punkte hinter Luzern. Vom Abstiegskampf und einem neuen Teamgeist nach den vier Abgängen will aber GC-Trainerin Evelyn Zimmermann nichts wissen: “Es war ein wunderschönes Spiel, das mir grosse Freude bereitete. Das war wir jetzt auf dem Platz gezeigt haben, ist für mich entscheidend. Weshalb dies so ist, ist nicht relevant. Das Kollektiv hat heute gut funktioniert. Ich hoffe, dass der Abstiegskampf in den Köpfen nicht präsent ist. Wir schauen nach vorne. Angst wäre ein schlechter Ratgeber.”

Mit einem direkt verwandelten Eckball zum 4:0 durch Lesley Ramseier (Bild: Peter Ganser)

Zürich (4:0 gegen Staad) und Neunkirch (9:0 gegen Lugano) makellos

In den verbleibenden beiden Partien konnten die beiden Spitzenteams ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Der FC Zürich legte die Basis bereits in der ersten Halbzeit und führte nach Toren von Humm (4. Minute), Mauron (40.) und Kuster bereits mit 3:0 gegen die Seemädchen. Lesley Ramseier konnte in der 77. Minute auf den 4:0 Endstand erhöhen.

Noch weniger Chancen hatten die Tessinerinnen gegen Neunkirch. Die Wintermeisterinnen demütigten die Luganesi gleich mit 9:0 und erhöhten die beindruckende Torbilanz nach 11 Spielen auf 52:5. Somit veränderte sich an der Tabellenspitze nach der Wiederaufnahme der Meisterschaft nichts, im Rennen gegen die Barrage wird es aber umso spannender. Zwischen Rang 8 (Staad) und Rang vier (YB) liegen nur gerade 8 Punkte.

Deborah Näpfli, Beat Steiner, Karen Gutscher, Lumnije Kadriu, Carone Gianluca, Donjeta Muji, Romina Hodel, Babsi Fit, Luke Rafka, Michi Lendi gefällt dieser Artikel

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