Veröffentlicht am: Mi, 09. November, 2016

Zürich in Lyon chancenlos

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Nach dem souveränen Sieg gegen Sturm Graz musste der FC Zürich Frauen auf ein gutes Los hoffen, damit man erstmals in die Viertelfinals vorstossen kann. Die Losfee erhörte die Wünsche des FCZ nicht. Ausgerechnet Olympique Lyonnais wurde den Zürcherinnen zugelost. Und das beste Team Europas liess dann im Hinspiel den Schweizerinnen keine Chance.

Ada Hegerberg (l) und Dzsenifer Marozsan, die beiden Finalistinnen der Wahl zu Europas Fussballerin des Jahres, standen gegen Zürich von Beginn weg im Einsatz (Archivbild: Christopher Lee / Getty Images)

Ada Hegerberg (l) und Dzsenifer Marozsan, die beiden Finalistinnen der Wahl zu Europas Fussballerin des Jahres, standen gegen Zürich von Beginn weg im Einsatz (Archivbild: Christopher Lee / Getty Images)

Dass es nicht einfach würde, war dem Team von Dorjee Tsawa von Beginn weg klar. Mit einer geschlossenen Teamleistung und viel Glück hoffte man dennoch, dass man den amtierenden Titelhalterinnen der Champions League ein Bein stellen könnte. Zu Beginn der Partie spielte der FCZ auch noch gut mit und zog sich nicht in die eigene Hälfte zurück, um wenigstens den Schaden in Grenzen zu halten. Adriana Leon, die Nationalspielerin Kanadas, forderte ihre Mitspielerinnen denn auch vor der Partie dazu auf, “mit Leidenschaft zu spielen”. Man nahm sich dies zu Herzen und kämpfte nach Kräften. Das Spiel machte aber wie erwartet Lyon. Die Französinnen traten von Beginn weg mit ihrem Starensemble mit so klingenden Namen wie Ada Hegerberg, Europa’s Spielerin des Jahres, Eugenie Le Sommer, Dzsenifer Marozsan, Camille Abily oder Wendie Renard an. Der FC Zürich Frauen musste wie bereits im Cup auf die verletzte Kapitänin Fabienne Humm verzichten. Ihr Amt übernahm Riana Fischer.

Marozsan hatte schon in der dritten Minute die erste Möglichkeit, ihr Team in Führung zu bringen. Ihre Volleyabnahme segelte aber noch über das Tor von Nicole Studer, welche wie gewohnt Seraina Friedli im Tor ersetzte. In der 22. Minute begann die Machtdemonstration der Gastgeberinnen. Le Sommer entwischte Sandrine Mauron nach einem feinen Zuspiel von Hegerberg und konnte mit der Fussspitze via Pfosten Studer erstmals bezwingen. Lyon zeigte nicht nur die technische, sondern auch die physische Überlegenheit und bewies die Ambitionen, den Titel in dieser Saison zu verteidigen. Nach 26 Minuten zirkelte Marozsan den Ball auf den Kopf von Griedge M’Bock, welche auf 2:0 erhöhte. Hinter ihr wäre auch Renard bereit gestanden, welche vor der Ausführung des Freistosses genau diesen Spielzug noch angezeigt hatte. Gerade drei Minuten blieben den Zürcherinnen, um sich wieder zu sammeln, ehe Lyon von der Mittellinie über vier Stationen mit perfektem One-Touch Fussball durch die Reihen des FCZ am Ende durch Hegerberg erneut erhöhte. Weitere 2 Minuten später war es wieder die Norwegerin, nach 35 Minuten Le Sommer. Es hätte zu diesem Zeitpunkt auch schon 6:0 heissen können, landete doch dazwischen ein Abschlussversuch von Abily an der Latte. Vier Minuten vor der Pause wurde Malin Gut stehen gelassen, die Flanke landete bei Hegerberg, welche ihren dritten Treffer des Abends problemlos per Kopf erzielen konnte. So musste Zürich mit einem 0:6 Rückstand in die Kabine.

Nicole Studer musste viel einstecken, nicht nur 8 Tore (Archivbild: Chris Blattmann)

Nicole Studer musste viel einstecken, nicht nur 8 Tore (Archivbild: Chris Blattmann)

Den Kopf in den Sand zu setzen war nicht die Devise des FCZ. Nach dem Seitenwechsel versuchte das Team von Tsawa weiter dagegen zu halten und wenigstens noch den Ehrentreffer zu erzielen. Die vielen Befreiungsschläge fanden aber nur selten eine Abnehmerin, Möglichkeiten ergaben sich für Zürich keine. Lyon reduzierte das Tempo etwas und rannte damit unentwegt gegen die nun gut organisierte Abwehr der Gäste. Solidarisch vermochte man den Gegentreffer beinahe über die gesamte zweite Halbzeit zu verhindern. Ganz gelang es allerdings nicht. In der 90. Minute zirkelte Tarrieu den Bald unhaltbar unter die Latte, in der 3. Minute der Nachspielzeit erhöhte Lavogez gar noch auf den 8:0 Endstand. Es war eine Lehrstunde für den FC Zürich Frauen, welche auch in dieser Saison die Endstation in der Champions League bedeutet. Dennoch war es beste Werbung für den Frauenfussball. Lyon bewies einmal mehr, dass die Frauen hoch attraktiven und technischen feinen Fussball spielen können. Ein Erlebnis, welches in dieser Form nur selten in der Schweiz zu sehen ist und entsprechend für Vorfreude sorgt, denkt man an das Rückspiel am nächsten Mittwoch im Letzigrund in Zürich. Auch wenn es aus Sicht des FCZ vor möglichst grosser Heimkulisse um nichts mehr geht.

Moni Fussballerin, Carone Gianluca, Beat Steiner, Adrian Charles Baur, Laila Koch, Sandra Meier, Anna Katharina Hess, Larissa Petriella, Swenja Baumann, Deborah Näpfli, Claudia Donatsch-Kreis, Asaria Mosch, Bastien Aebischer, Oli Ottiger gefällt dieser Artikel

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