Veröffentlicht am: So, 6. Nov 2016

Luzern verabschiedet sich aus dem Cup

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Die Achtelfinals der Schweizer Cups brachten weitgehend die erwartbaren Resultate. Einige Partien verliefen jedoch sehr spannend. Aarau rang Worb im Penaltyschiessen nieder, GC vergab in Lugano wiedermal eine Führung und YB zeigte sich in Luzern widerständig.

FC Luzern – BSC YB 1:2 (0:1)

Vor gut einem Monat hatten die Luzernerinnen in einer umkämpften Meisterschaftspartie in Bern 3:2 gewonnen. Heute nahm YB Revanche. Bei Dauerregen im Luzerner Leichtathletikstadion Hubelmatt lieferten sich die Tabellennachbarn im Cup eine ebenso enge Partie, die dieses Mal auf Seite der Bernerinnen kippte. Die erste und die letzte Viertelstunde der Partie gehörte Luzern, das in dieser Zeit zu einigen Chancen kam, sie aber nicht verwertete. Dazwischen überliessen die etwas zweikampfscheuen Gastgeberinnen YB das Mittelfeld und damit auch die Spielkontrolle. Die verloren die Bernerinnen nach ihren Startschwierigkeiten in der ersten Halbzeit nur zweimal. Zuerst, als eine Katze das Spielfeld betrat und von einer Delegation von Luzerner Ersatzspielerinnen hinaus begleitet werden musste. Dann übertrat Jennifer Oehrli bei einem Auskick die Strafraumgrenze. Den anschliessenden Freistoss hämmerte Saranda Hashani an die Latte. Doch im Gegenzug leistete sich die Luzerner Hintermannschaft ein Missverständnis, das Florijana Ismaili zur Führung ausnutzte. Ismaili war nach einer Verletzung erst für diese Partie in die Mannschaft zurückgekehrt.

In der zweiten Halbzeit änderte sich vorerst wenig am Spielverlauf – bis Rahel Tschopp in der 61. Minute per Abstauber nach einer guten Parade von Jennifer Oehrli den Ausgleich erzielte. Doch wieder liessen sich die Bernerinnen von dieser potenziellen Gefahr nicht beeindrucken und reagierten umgehend. Die durch einen schönen Stilüass freigespielte Viola Calligaris schoss nur drei Minuten nach dem Ausgleich via Innenpfosten das zweite Tor für YB. Danach verpassten die Gäste die Entscheidung durch schlecht ausgespielte Konter mehrmals, so dass Luzern bis zuletzt auf den Ausgleich hoffen durfte. In der Schlussphase wechselte Didi Münstermann die 22-jährige Tanja Blättler ein, die aus beruflichen Gründen ihre letzte Partie für den FCL bestritt.

Jennifer Oehrli klärt vor Antonia Albisser im Cup Achtelfinal FC Luzern – YB (1:2) am 5.11.2016. (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Jennifer Oehrli klärt, Antonia Albisser segelt ins Leere: Luzerns Angriff mit allen Mitteln geht daneben. (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Münstermanns Team warf nun noch einmal alles nach vorne und tatsächlich brannte es im Berner Strafraum ziemlich. Einmal musste Calligaris aus der Linie klären, dann scheiterte Tschopp nach einem bemerkenswerten Solo knapp, ebenso Rahel Sager nach einem Corner, ohnehin eine Schwäche der Gäste. „Standards bereiten uns Probleme. Wir geben viel zu einfach Ecken und Freistösse her“, sagte die Berner Trainerin Marisa Wunderlin nach der Partie. In der 90. Minute kam die eingewechselte Andrea Egli dem Ausgleich nach einem solchen Standard noch einmal sehr nahe und ganz am Schluss versuchte es sogar die Hüterin Antonia Albisser mit dem Kopf, vergeblich.

Das finale Nachlassen der Bernerinnen sah Wunderlin als generelles Problem ihres Teams: „Noch sind wir nicht in der Lage, eine gute Leistung konstant über 90 Minuten abzurufen. Entweder geraten wir früh in Rückstand und müssen dann aufholen, oder wir sind am Ende in Schwierigkeiten und bringen uns um unseren Lohn.“ Diesmal hielten die Bernerinnen jedoch stand. Sie siegten, weil sie Widerstandskraft zeigten und in den richtigen Momenten immer eine Antwort parat hatten.

Geschlagene Luzernerinnen mit ihrem Sportchef Andy Egli nach dem Cup Achtelfinal FC Luzern – YB (1:2) am 5.11.2016. (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

Bedröppelte Luzernerinnen samt Sportchef Andy Egli nach dem Cup-Out. (Bild: Dominik Stegemann / fan-fotos.ch)

FC Basel – SC Derendingen 3:1 (2:0)

(sd) Der FC Basel gewann gegen den Ligakonkurrenten aus Derendingen diskussionslos mit 3:1. Die Baslerinnen trotzten den widrigen Bedingungen am regnerischen Samstagabend und liessen den Gästen von Beginn weg wenig Raum zur Entfaltung. Nur elf Minuten hielt der Abwehrriegel der Solothurnerinnen, ehe Kristina Sundov eine Hereingabe von Tyara Buser zur 1:0-Führung verwerten konnte. Keine zehn Minuten später praktisch derselbe Angriff über die rechte Seite – und wieder war es die Kroatin, welche das 2:0 markierte. Das Heimteam liess in der Folge mehrere gute Möglichkeiten aus, Sundov zum Beispiel bekundete mit einem Lattenschuss Pech. Derendingen war zwar bemüht, doch im Angriff zu harmlos und auch zu wenig präzise. Eva Lotte Ravn, die Basler Nummer 2, verbrachte insgesamt einen ruhigen Abend zwischen den Pfosten. Dasselbe Bild auch in der zweiten Halbzeit: Kurz nach der Pause traf Egzona Seljimi zum vorentscheidenden 3:0, das Anschlusstor für die Gäste (80.) durch Corinna Saladin war nicht mehr als ein Ehrentreffer.

FF Lugano – GC 4:2 (2:2)

Déja-vu für GC: Wieder einen Vorsprung verspielt. 2:0 führten die Zürcherinnen durch Tore von Caroline Müller und Jessica Berger bis zur 22. Minute. Doch Cara Curtin und Elizabeta Krsteva glichen noch vor der Pause aus. Nun war den Tessinerinnen klar, dass sie es mit einem bemitteidenswerten Gegner zutun hatten, der scheinbar hilflos seinen schlechten Gewohnheiten ausgeliefert ist. Nur fünf Minuten war die zweite Halbzeit alt, als Charlotte Miller das Heimteam in Führung brachte und nach einer guten Stunde und einem weiteren Tor von Curtin war aus dem 0:2 ein 4:2 geworden. Die Intensität und Härte der Partie schlugen sich in der zweiten Halbzeit in der Kartenstatistik nieder. Innert zehn Minuten wurden drei Tessinerinnen und eine Zürcherin verwarnt. Laura Walker, immerhin der Captain von GC, holte sich ganz am Schluss sogar innerhalb von drei Minuten eine gelbe und eine gelbrote Karte ab, die erste weil sie reklamierte, die zweite für ein taktisches Foul. Auf der anderen Seite musste Jamie Kator das Feld ebenfalls mit Gelbrot verlassen. Dazu schickte der Schiedsrichter noch zwei Spielerinnen von der Zürcher Bank weg.

Am Sonntag gewann Aarau im Duell der B-Ligisten in Worb bei den Femina Kickers nach Elfmeterschiessen 4:3. In den ersten 90 Minuten und der anschliessenden Verlängerung waren die Gäste aus dem Aargau jeweils in Führung gegangen, Worb konnte zweimal ausgleichen. Das 2:2 schoss Andrea Michel in der 118. Minute. Doch der Tabellenführer der NLB entschied die hektische, intensive Partie am Ende glücklich im Penaltyschiessen. Keine Mühe hatten Yverdon Féminin und Zürich mit ihren unterklassigen Gegnerinnen. Yverdon in Kloten 5:1, der FCZ siegte in Walperswil 8:1. Wie viel Kraft der Meister auf dem tiefen Rasen der Stockmatt gelassen hat, wird sich in drei Tagen zeigen, dann treten die Zürcherinnen in der Champions League bei Olympique Lyonnais an. Sogar zweistellig machte es am Sonntagabend der Tabellenführer aus Neunkirch und gewann in Genf beim FC Aïre-le-Lignon 13:0. Die Partie zwischen Courgevaux und Therwil musste verschoben werden.

Brigitte Schmid, Adrian Charles Baur, Alicia Burla, Jasmin Schweer, Adrian Lüdi, Babsi Fit, Michelle Heule, Laila Koch, Beat Steiner, Michi Lendi, Beat Linder gefällt dieser Artikel

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