Veröffentlicht am: Mo, 06. Juli, 2015

Die USA holen sich den dritten Stern

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Die USA schlagen Japan im WM-Final mit 5:2. Die Amerikanerinnen gewinnen als erstes Team zum dritten Mal die Weltmeisterschaft. Sie halten nun alle aktuell möglichen Titel: Sie sind amtierender Olympiasieger sowie Welt- und Kontinentalmeister.

Das vor 53 341 Zuschauerinnen und Zuschauern in Vancouver ausgetragene Endspiel war nach einer Viertelstunde entschieden. Länger brauchten die entfesselten Amerikanerinnen, die mit dem Toreschiessen bis dahin gegeizt hatten, nicht, um vier Treffer zu erzielen: Carli Lloyd (3., 5. und 16. Minute) und Lauren Holiday (14.) sorgten für grosses Staunen auf beiden Seiten. Begünstigt wurde der Blitzstart der USA durch das Verhalten der japanischen Abwehr, die ihren Namen zu diesem Zeitpunkt nicht verdiente.

Beim ersten Tor gelangte ein flach getretener Eckball bis zum Penaltypunkt, kurz darauf fanden die USA mit einem erneut flach getretenen Freistoss wieder eine Lücke in der gegnerischen Hintermannschaft, die den Amerikanerinnen das dritte Tor per missglücktem Kopfball gleich selbst auflegte. Der Höhepunkt des amerikanischen Anfangsfuriosos – und der gleichzeitige Tiefpunkt der Schwimmfestspiele der japanischen Defensive – war das dritte Tor von Lloyd, das sie von der Mittellinie aus erzielte.

Lloyd ist machte sich damit zum eigentlichen Schreckgespenst Japans. Schon im Olympiafinal hatte sie zwei Tore gegen die Japanerinnen geschossen. Im WM-Final von vor vier Jahren war sie gegen den gleichen Gegner noch mit einem Elfmeter gescheitert. Diese Scharte wetzte sie nun mehr als aus: Sie hat sich ein Denkmal gebaut.

Wie vor der WM angekündigt: Die USA holen sich den dritten Stern für den dritten Titel.

Wie vor der WM angekündigt: Die USA holen sich den dritten Stern für den dritten Titel.

Zugute halten muss man den desolaten Titelverteidigerinnen ihre Moral. Scheinbar aussichtslos in Rückstand liegend, gaben sie nicht auf und kamen durch ein Tor von Yuki Ogimi in der 27. und ein Eigentor von Julie Johnston in der 52. Minute sogar wieder bis auf Sichtweite an die Amerikanerinnen heran. Doch denen genügte eine weitere Standartsituation, um schon in der 54. Minute durch Tobin Heath die definitive Entscheidung zu erwirken. Durch die japanischen Tore endete die Ungeschlagenheit Hope Solos im Tor der USA nach 540 Minuten. Genau so lange war Nadine Angerer 2007 ohne Gegentor geblieben.

Die mitreissende erste Viertelstunde, das beeindruckende Resultat von 5:2 und die Glanzleistung Lloyds täuschen am Ende womöglich etwas darüber hinweg, dass der neue Weltmeister spielerisch nicht komplett zu überzeugen vermochte. Den sicher verdienten Titel verdanken die Amerikanerinnen einerseits ihrer zielstrebigen Einstellung, andererseits der nach wie vor deutlichen athletischen Überlegenheit. Kein Team konnte diesen Nachteil auch nur annähernd mit anderen Mitteln aufwiegen und so fehlte dem Turnier ein Teilnehmer, der Physis und Spiel in überzeugender Weise zu vereinen gewusst hätte.

Mit der Weltmeisterschaft zufrieden ist nichtsdestotrotz sicherlich England, das am Tag vor dem Final im Deutschland im Spiel um Platz drei überraschend mit 1:0 besiegte.

Christina Flecklin, Evelyn Baumann, Sonja Kempf, Steffi Attanasio, Brigitte Marassi, Sandra Meier, Silvia Jossi, Stephan Imoberdorf, Pranvera Prenka, Henry Mächler, Roland Zimmermann, Bernd Henke, Laila Morf, Stefanie Hegner, Beat Steiner, Anita Kunz-Jegerlehner, Gisela Widmer-Dörig, Mirjam Doerig, Laila Koch, Daniela Marti-Kunz, Susi Schwery gefällt dieser Artikel

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