Veröffentlicht am: Di, 19. Mai, 2015

Nationalspielerinnen im Portrait: Fabienne Humm

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Am 11. Mai 2015 startete das Schweizer A-Nationalteam in seine unmittelbare WM-Vorbereitung in Magglingen. In Zusammenarbeit mit dem Magazin Rotweiss lanciert das Frauenfussball-Magazin in loser Folge eine Portrait-Serie mit Nationalspielerinnen. Nach Ramona Bachmann folgt im zweiten Teil der Captain der FC Zürich Frauen: Fabienne Humm.

So kennt man Zürichs Captain Fabienne Humm immer voller Einsatz. (Archivbild: Peter Ganser).

So kennt man Zürichs Captain Fabienne Humm: immer voller Einsatz. (Archivbild: Peter Ganser).

Morgens um sechs Uhr klingelt bei Fabienne Humm zuhause im aargauischen Birr jeweils der Wecker. Eine Stunde später sitzt sie bereits an ihrem Arbeitsplatz bei einem Handelsbetrieb in Gebensdorf. Wenn ihre Arbeitskollegen nach getaner Arbeit den Feierabend geniessen, geht es für Humm weiter ins Heerenschürli, wo sie zusammen mit ihren Teamkolleginnen beim FC Zürich allabendlich trainiert. Es sind lange Tage, welche die gelernte Kauffrau und Nationalspielerin zu bewältigen hat.

Bis Ende letzten Jahres arbeitete Fabienne Humm nebst dem Fussball Vollzeit; von Januar bis nach der Weltmeisterschaft Ende Juni sind es nur 80 Prozent. „Ich brauche die Zeit für zusätzliches Training und mehr Regeneration“, so die 28-Jährige. Zeit für Anderes bleibt da nicht viel. Einzig am Sonntag kann sie ein wenig Freizeit geniessen; geht wellnessen, liest ein Buch, schaut einen Film oder trifft sich mit Freunden. „Die Erholung ist nicht zu unterschätzen“, sagt sie, die letztmals im Sommer vor zwei Jahren in den Ferien war. Die vier Wochen, die sie zu Gute hat, verbraucht sie alle für die Einsätze mit dem Nationalteam. Wenn sie mit den FCZ-Frauen im Trainingslager oder in der Champions League unterwegs ist, muss sie unbezahlte Ferien nehmen. Am Ende des Jahres sind es 60 Arbeitstage oder mehr, welche Fabienne Humm wegen dem Fussball am Arbeitsplatz fehlt.

Eine andere Seite von Fabienne Humm (r.): Der FCZ-Captain bekommt den Golden Players Award 2014. Rechts Eishockey-Goalie Florence Schelling. (Archivbild: Chris Blattmann)

Eine andere Seite von Fabienne Humm (r.): Der FCZ-Captain bekommt den Golden Players Award 2014. Rechts Eishockey-Goalie Florence Schelling. (Archivbild: Chris Blattmann)

Fabienne Humm macht dies nichts aus, sie möchte ihr Leben nicht mit einem anderen tauschen, „auch wenn am Ende des Jahres weniger Lohn übrig bleibt“ – denn sie liebt den Fussball. Ihre Karriere begann sie bei Windisch bei den F-Junioren, später stand sie dort im 2.-Liga-Team der Frauen sogar für längere Zeit im Tor. „Mit der Zeit wurde es mir aber zu langweilig. Ich wollte nicht nur zuschauen, sondern selbst herumrennen und Tore schiessen“, sagt sie und lacht. Ihr Talent blieb nicht lange unentdeckt – noch als Oberstufenschülerin wechselte sie mit 15 Jahren zu Sursee, brach das Engagement nach einem halben Jahr aber wieder ab, weil das Pendeln ins Training nebst der Schule zu viel wurde. Über Schlieren und die Nationalliga B folgte dann der logische Schritt in die höchste Schweizer Spielklasse: 2009 wechselte Fabienne Humm zu Seebach, den heutigen FCZ-Frauen.

„Ja, ein bisschen überrascht bin ich schon, was ich seither erreicht habe“, gesteht sie, die bereits sechs Mal Schweizer Meisterin wurde, dreifache Cupsiegerin ist und Einsätze in der Champions League gehabt hat. Den Meistertitel vor einem Jahr bezeichnet sie als ihren speziellsten Titel, weil er am schwierigsten gewesen sei. Bei Zürich führt sie das Team das zweite Jahr als Captain aufs Feld. Stolz darauf ist sie vor allem deshalb, „weil mich im letzten Sommer das Team gewählt hat.“ Humm betont aber sogleich, dass ihr der Austausch mit ihren älteren Teamkolleginnen wichtig ist und dass sie von ihnen die nötige Unterstützung erhält. „Bei Problemen entscheide ich nicht alleine“, sagt sie.

Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg meint, dass Humm das Captain-Amt bei Zürich gut tue. „Fabienne ist sehr ehrgeizig, will immer das Beste und ist eine sehr flexible Spielerin. Manchmal ist sie noch zu kritisch mit sich selbst, da dürfte sie noch ein wenig mehr das Positive sehen. Aber ihr Werdegang zeigt: Wenn man dranbleibt und die richtige Einstellung hat, dann kann man viel erreichen.“ Humm gesteht, dass es auch schon Angebote aus dem Ausland gegeben habe, die sie aber allesamt abgelehnt hat. Wie es im kommenden Sommer aussehe, könne sie noch nicht sagen. „Es müsste alles stimmen, aber ich würde Zürich und meinen Arbeitsplatz nicht Hals über Kopf verlassen.“ Bei den FCZ-Frauen reifte Fabienne Humm auch zur Nationalspielerin. Ihren ersten von mittlerweile 34 Einsätzen hatte sie Ende Mai 2012, zehn Tore hat sie bereits erzielt. „Das erste, was mir an Fabienne auffiel war, dass sie in jeden Zweikampf geht, immer alles gibt und keine Angst zeigt. Mit ihrer kämpferischen Art steckt sie das ganze Team an, was sich positiv auf uns auswirkt. Mir macht es grossen Spass, mit ihr zusammen zu spielen“, sagt Lara Dickenmann über ihre Teamkollegin im Nationalteam.

Was sie kann, das will Fabienne Humm im Juni auch an der Weltmeisterschaft in Kanada zeigen. „Ich werde in der Vorbereitung noch intensiver an meinen Schwächen arbeiten, den Fokus auf die Ausdauer und die Technik legen“, so Humm, die auf dem Feld mutig und sehr präsent ist. Sie braucht jeweils nicht viele Chancen, ein Tor zu erzielen. Diese stehen auch nicht schlecht, dass Fabienne Humm auch in Kanada erfolgreich sein wird.

1. FC Hochstadt Ladies, Beat Steiner, Claudia Michel, ユミ マツオカ, Michi Lendi, Jennifer Mex, Maria Kaufmann, Vivienne Steiner, Maya Mans, Sandrine Wagner, Evelyn Baumann, Michaela Postiglione Kolb, Hanspeter Schelbli, Sandra Meier, Kathrin Lehmann, René Humm, Kathrin Disch-Meister, Chris Vandoni, Lydia Andrade gefällt dieser Artikel

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