Veröffentlicht am: Mo, 20. April, 2015

Enger Spitzenkampf der 4. Liga des Zürcher Verbandes

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Zwei Teams dominierten die Herbstrunde in der 4. Liga des Zürcher Fussballverbandes: Der FC Uster ungeschlagen in der Gruppe 2 mit sieben Siegen und einem Torverhältnis von 19:5, der FC Lachen/Altendorf in der Gruppe 1 ebenso ohne Punktverlust mit 9 Siegen und einem Torverhältnis von gar 68:6. Das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in der Frühjahrsrunde der 1. Stärkeklasse versprach also Spannung.

Wer sich noch vor wenigen Jahren ein Spiel der 4. Liga angesehen hat, erwartete weder technisch noch taktisch viel. Es war damals mehr eine Bewegungstherapie, denn ein Fussballspiel. Was auf dieser Stufe auch seine Berechtigung hatte. Die Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz, das höhere Niveau, das in erster Linie in der Nationalliga zur Kenntnis genommen wird, hat aber auch vor der untersten Liga nicht Halt gemacht. Aus dem früheren Gekicke wurde gepflegter Fussball.

Kam nur selten in Bedrängnis: Jessica Bähler im Tor des FC Lachen/Altendorf (Bild: Chris Blattmann)

Kam nur selten in Bedrängnis: Jessica Bähler im Tor des FC Lachen/Altendorf (Bild: Chris Blattmann)

Der FC Uster hatte mit einer langen Verletztenliste zu kämpfen und startete damit auch geschwächt in den Spitzenkampf. Da kam die vorübergehende Verpflichtung von Beatrice Ruppli, welche ursprünglich in der U18 der Grasshoppers ihre Ausbildung genossen hatte, gerade recht. Die Gäste vom Obersee konnten mit dem jungen Kader, einmal abgesehen von Team-Mutti Sybille Züger, umsetzen, was kurz zuvor im Trainingslager am Gardasee noch geübt wurde. Züger war es auch, die bereits kurz nach Spielbeginn den Führungstreffer hätte erzielen können. Lachen/Altendorf hatte die Zuteilungen und Räume im Griff, kombinierte sich öfters durch die gegnerische Defensive und hatte während der ersten Halbzeit deutlich mehr Spielanteile. Allerdings fehlte es an Effizienz auf den letzten Metern. So prüfte Ruppli Jessica Bähler im Tor von Lachen/Altendorf erstmals nach fünf Minuten, Bähler parierte aber souverän. Nur drei Minuten später versuchten sich die Gäste erneut, doch an der Latte war Endstation. Nach mehreren solidarischen Pässen in die Mitte, welche allesamt nicht in Tore umgemünzt werden konnten, versuchte es die schnelle Debora Dubach alleine um Ustermer Strafraum, doch auch ihr Abschluss verfehlte das Tor und landete im Aussennetz. So dauerte es eine halbe Stunde, bis Züger auf Zuspiel von Anja Roth den hochverdienten Führungstreffer bejubeln konnte. Drei Minuten später war das Resultat aber bereits wieder ausgeglichen. Nach einem der seltenen Gegenstösse des FCU und einem Sonntagsschuss von Christina Widmer aus rund 20 Metern stand es zur Pause 1:1.

Zwei herausragende Spielerinnen: Beatrice Ruppli (l.) und Debora Dubach (Bild: Chris Blattmann)

Zwei herausragende Spielerinnen: Beatrice Ruppli (l.) und Debora Dubach (Bild: Chris Blattmann)

Nach dem Seitenwechsel verzeichneten die Einheimischen mehr Spielanteile. Mehrere Ungenauigkeiten und eine solide Defensive des Gegners verhinderten aber den Führungstreffer des FC Uster. Auf der Gegenseite setzten sich immer wieder Sandra Städler und Debora Dubach in Szene. In der 50. Minute zog Städler auf der linken Seite bis an die Grundlinie, bediente Dubach im Zentrum, welche aber den Ball über das Tor segeln liess. Zwei Minuten später machte es Dubach dann besser. Aus rund 18 Metern drehte sie den Ball unhaltbar für Yasmin Bantli ins linke hohe Eck. Die erneute Führung war zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient. Bis zur 79. Minuten folgten sich die Möglichkeiten beinahe im Minutentakt. So versuchte Ruppli sich mit einem Freistoss aus dem Mittelkreis aus der Bedrängnis zu bringen. Der Ball verfehlte den Kasten aber um rund 2 Meter. Sieben Minuten vor Schluss erhöhte Züger mit einem schönen Heber auf 1:3. Der Gegentreffer von Ruppli nur eine Minute danach war dann auch nicht mehr als Resultatkosmetik. Lachen/Altendorf konnte zwar drei Punkte nach Hause nehmen, die Effizienz war aber nicht genügend.

Die "Seniorin" im jungen FCLA-Team: Sybille Züger (r.) (Bild: Chris Blattmann)

Die “Seniorin” im jungen FCLA-Team: Sybille Züger (r.) (Bild: Chris Blattmann)

Lachen/Altendorf-Trainer Egon Spieser war nur bedingt zufrieden: “Die letzte Überzeugung, die Konsequenz und das Selbstvertrauen fehlte.” Eigentlich hätte man ja davon ausgehen müssen, dass das Torverhältnis der Herbstrunde genügend Sicherheit hätte geben sollen. Offenbar waren diese Erfolgserlebnisse nicht nachhaltig genug. Das Team hätte in den ersten beiden Spielen (4:3 gegen Seuzach und 2:0 gegen Töss) zu viele Chancen vergeben, was zur Verunsicherung geführt habe, so Spieser weiter. Neben den verschiedenen Spielerinnen, die herausstechen konnten, gab es doch noch einige, welche nicht ganz mithalten konnten. Für Spieser ist dies ein Phänomen des Frauenfussballs: “Die Auswahl ist zu gering, um ein ausgeglichenes Kader stellen zu können. Das gilt auch in höheren Ligen. Wir sind aber dran. Wir haben mittlerweile gute Juniorinnen, welche nachstossen und die nötigen technischen und taktischen Fähigkeiten mit auf den Weg bekommen.” Das Ziel des Teams ist auf jeden Fall der Aufstieg und in der 3. Liga vorne mitspielen zu können. Für einen Verein mit einer 40-jährigen Tradition im Frauenfussball ist dies auch wünschenswert. Es bleibt zu beobachten, ob man die Talente wird halten können. Denn auf der anderen Seite des Sees lauert der FC Rapperswil-Jona, welcher talentierte Unterstützung durchaus nötig hätte.

Beat Steiner, Karsten Egger, Benjamin Netz, Andjela Cuic, Rudi Gagliardi, Sybille Züger, Nicole Hägele gefällt dieser Artikel

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